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Wege aus der Corona-Krise: Veranstaltungsbranche fordert „Marshall-Plan“

  • Die Wirtschaftslage der Veranstaltungsbranche in der vierten Corona-Welle ist schlecht.
  • Diese Einschätzung vieler Branchenvertreter untermauert das Ifo-Institut nun mit einer neuen Erhebung.
  • Verbandsvertreter fordern deshalb einen direkten Ansprechpartner für die Branche im Bundeswirtschaftsministerium und langfristige finanzielle Hilfen.
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3G, 2G, 2G plus, abgesagte Großveranstaltungen und Teil-Lockdowns in einzelnen Bundesländern: Die Situation für die Veranstaltungsbranche in der vierten Corona-Welle ist denkbar kompliziert. In einem vom Branchenzusammenschluss „Forum Veranstaltungswirtschaft“ anberaumten Pressegespräch bekräftigten Branchenvertreterinnen und -vertreter nun, dass auch die wirtschaftliche Lage äußerst schwierig sei und die Aussichten für die nahe und mittelfristige Zukunft keineswegs besser seien. Klaus Wohlrabe vom Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung bestätigte diese Einschätzung.

Die Veranstaltungsbranche sei nun zum ersten Mal im Ifo-Geschäftsklimaindex repräsentiert, sagte der Wirtschaftswissenschaftler. „Beim Geschäftsklima für die gesamte Wirtschaft zusammengerechnet lag der Index im November beim Wert von elf. Das ist ein guter Wert, die Mehrheit hat die Lage als gut bewertet. Wenn man die Veranstaltungswirtschaft daneben legt, ist sie bei minus 26″, so Wohlrabe. Dies liege vor allem daran, dass der Pessimismus zurückgekehrt sei. Nach Angaben des Forums Veranstaltungswirtschaft sei der sechstgrößte Wirtschaftszweig Deutschlands die von den Folgen der Pandemie am stärksten betroffene Branche.

Schlechte Geschäftslage im ganzen Jahr

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Im Oktober lag der Wert noch bei nur minus 2,2. „Die Geschäftslage war auch im Laufe des Jahres nicht gut, aber in der Erwartung war bis einschließlich Oktober ein gewisser Optimismus zurückgekehrt“, so Wohlrabe weiter. Schon im Juni, als die Situation noch besser gewesen sei, hätten sich aber schon 70 Prozent der Unternehmen in ihrer Existenz bedroht gefühlt.

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Jürgen Michow, Präsident des Bundesverbands der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV), zeichnete ein ähnliches Bild: „Die Situation ist verheerend. Die Ausweglosigkeit und Perspektivlosigkeit wird im Moment immer größer.“ Veranstaltungen, die eigentlich 2019 hätten stattfinden sollen, müssten nun zum vierten oder fünften Mal verschoben werden. Viele würden auch endgültig abgesagt.

Karsten Schölermann vom Verein „LiveMusikKommission“, der auch den Hamburger Musikclub „Knust“ betreibt, beklagt zusätzlich, dass immer mehr Kunden aufgrund der vielen Verschiebungen und Absagen das Vertrauen in die Durchführung von Veranstaltungen verlieren: „In der vierten Welle ist der Vertrauensverlust der Kunden so groß, dass kaum noch neue Karten gekauft werden.“

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Hoffnung auf 2022 gering

Auch, aber nicht nur deswegen, sind die ersten Monate von 2022 in der Branche schon weitgehend abgeschrieben. „Jetzt geht es um den Sommer und den Herbst. Das erste Quartal ist schon davongeschwommen“, sagte Timo Feuerbach, Geschäftsführer des EVVC, des europäischen Verbands der Veranstaltungs-Centren. Dies liege vor allem an den langfristigen Planungen, die in dem Bereich notwendig seien, und den sich häufig ändernden politischen Rahmenbedingungen und Vorgaben.

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Um aus der aktuellen Lage wieder herauszukommen, fordern die Branchenvertreter hauptsächlich drei Dinge: Zum einen langfristigere Regelungen der Politik mit finanziellen Hilfsangeboten, die genauer auf die Bedürfnisse der verschiedenen Unternehmen in der heterogenen Branche zugeschnitten sind und eine bundesweite Öffnungsperspektive. Außerdem einen direkten Ansprechpartner in der Bundespolitik.

Große Erwartungen an den Wirtschaftsminister

„Wir brauchen dringend einen Beauftragten für die Veranstaltungsbranche im Bundeswirtschaftsministerium. Vor über einem Jahr hat der jetzige Bundesminister Habeck einen ‚10 Punkte-Plan zur Rettung der Veranstaltungswirtschaft‘ vorgelegt. Nun ist er in der Position, den Plan in die Tat umzusetzen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger erwarten wir nun von unserem neuen Wirtschaftsminister“, sagte Feuerbach.

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Um nach den akuten Problemen in den kommenden Jahren gut und nachhaltig aus der Krise herauszukommen, fordern die Verbandsvertreter einen Plan zum Wiederaufbau. „Die Veranstaltungswirtschaft fordert einen Marshall-Plan ab 2023 bis 2028. Wir reden da von den langfristigen Folgen, die Covid haben wird“, sagte Schölermann.

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