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Wacken-Gründer Thomas Jensen: „Wir kämpfen für die Musik“

Auch wenn nichts sicher ist in diesen Tagen: Thomas Jensen, Veranstalter des Wacken-Open Air-Festivals, kämpft für den Rock’n’Roll und ist zuversichtlich, dass das Weltmetalfest Wacken 2021 stattfinden wird.

Auch wenn nichts sicher ist in diesen Tagen: Thomas Jensen, Veranstalter des Wacken-Open Air-Festivals, kämpft für den Rock’n’Roll und ist zuversichtlich, dass das Weltmetalfest Wacken 2021 stattfinden wird.

Wacken. Die Pandemie hat die großen deutschen Juni-Festivals bereits untergekriegt – Open Airs wie „Rock am Ring“ oder das „Hurricane“ wurden abgesagt. Wacken aber, das Weltmetalfestival soll stattfinden. Alle seien „motiviert, eine Veranstaltung im Spätsommer möglich zu machen“, so Festivalmitgründer Thomas Jensen im E-Mail-Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Dann würden vom 29. bis zum 31. Juli Heavylegenden wie Rose Tattoo und Judas Priest auf der Bühne stehen, dazu US-Folkpunks wie die Dropkick Murphys und – Wacken ist längst stilbunt und traut sich musikalisch was – Rapper Alligatoah. Mit der endgültigen Entscheidung rechnet Jensen „In ein paar Wochen“.

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Herr Jensen, findet Wacken 2021 statt – als Hoffnungszeichen einer zunehmenden Normalisierung im Konzertbereich?

Die derzeitigen Planungen für das Wacken Open Air sind trotz Kurzarbeit in vollem Gange. Das gesamte Team und auch die Behörden sind motiviert, eine Veranstaltung im Spätsommer möglich zu machen und wir werden alles dafür tun, dass es mit allen unseren internationalen Fans stattfindet.

Wann wird die endgültige Entscheidung fallen?

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Sicherlich wird in ein paar Wochen der Punkt kommen, an dem wir vonseiten der Politik wissen müssen, ob die Veranstaltung grundsätzlich umsetzbar ist. Dazu setzen wir auf Austausch. Unsere Prämisse ist: Wenn wir veranstalten dürfen, dann mit der Sicherheit aller im Blick.

Steht das Hygienekonzept?

Die Gesundheit aller auf dem Festival Anwesenden hat für uns stets oberste Priorität. Selbstverständlich stehen wir ständig im Austausch mit den zuständigen Behörden, Experten und Expertinnen und der Politik. Entsprechend werden sämtliche Vorkehrungen den dann geltenden Anforderungen entsprechen. Wir werden die konkreten Maßnahmen im Detail dann vorstellen, wenn feststeht, welche von ihnen wir ergreifen.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hat sich ja für Wacken 2021 ausgesprochen. Ist er im Wort?

Wir freuen uns natürlich über diese Unterstützung seitens der Landesregierung insofern, als dass sie sich mit unserer zuversichtlichen Grundeinstellung deckt.

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Was, wenn die Inzidenzzahlen weiter steigen und eine dritte Welle der Pandemie kommt?

Man muss sich das im Detail anschauen, wenn es denn soweit ist. Aktuell kann niemand eine genaue Vorhersage über die Entwicklung der Pandemie treffen.

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Was nervt Sie am meisten in dieser ungewissen Zeit?

Es ist erst mal großartig, dass die Wissenschaft und Forschung wirkende Impfstoffe in so kurzer Zeit entwickelt haben. Und man schimpft ja oft über die Politik, aber man muss hier auch mal die Kirche im Dorf lassen. Was uns Kopfzerbrechen bereitet, ist die notwendige Hilfe für die vielen Nachwuchsbands, für die kleinen Clubs und Soloselbständigen. Auch wir versuchen hier aktiv mit unserer Wacken Foundation zu helfen, aber das ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Mussten Sie für das Wacken Open Air im Laufe des Pandemiejahres unangenehme Entscheidungen treffen?

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Wir haben schon vieles erlebt und haben bisher immer Wege gefunden, mit schwierigen Phasen umzugehen. Eine Pandemie in dieser Größenordnung aber stellt die gesamte Branche vor völlig neue Herausforderungen. Unser gesamtes Team ist in Kurzarbeit, zudem mussten wir uns im letzten Jahr tatsächlich von einigen Mitarbeitern trennen. Die finanzielle Situation betrifft nicht nur unser Festival. Man darf nie vergessen, wie viele Menschen in unterschiedlichen Berufsgruppen massiv von der Pandemie betroffen sind.

Gab es konkrete Hilfe seitens der Politik?

Wir bekommen aus allen politischen Lagern immer wieder Nachfragen, ob man uns helfen könne. Wir werden wahrgenommen und haben in verschiedenen Gremien ein Gesicht bekommen, das war ja durchaus nicht immer so in unserer Laufbahn. Es freut uns, dass eine ganz klare Bereitschaft zur Unterstützung da ist. Ob das am Ende des Tages auch reicht, muss man sehen.

Gab es Enttäuschungen?

Ganz im Gegenteil, wir freuen uns über den Zuspruch und auch über die vielen positiven Nachrichten von unseren Fans. Das gibt uns und unserem gesamten Team viel Kraft und Zuversicht.

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Kann man unter den aktuellen Umständen überhaupt Verträge mit Bands abschließen?

Unser Bookingteam leistet hervorragende Arbeit. Natürlich ist die aktuelle Situation eine noch nie dagewesene Herausforderung, man muss viele Rückschläge hinnehmen und auf jeden Fall flexibel sein. Wir sind sozusagen permanent am Planen, aber das tun wir in 30 Jahren Wacken-Geschichte ja sowieso schon immer.

Wie ist die Ticketsituation 2021?

Das Wacken Open Air 2021 ist restlos ausverkauft. Für den erstmals geplanten Zusatztag des Wacken-Wednesdays mit einem umfangreichen Programm und einem hochkarätigen Line-Up gibt es noch einige wenige Karten im Vorverkauf.

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Und wann rechnen Sie wieder mit ganz normalen Liveverhältnissen im Rock’n‘Roll? Manche Veranstalter verlegen den richtigen Neubeginn schon auf das nächste Jahr.

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Um es mal mit den Worten des weisen Lemmy Kilmister (im Jahr 2015 verstorbener Frontmann der Band Motörhead – Anm. d. Red.) zu sagen: „Nichts ist sicher, gar nichts!“ Das gilt jetzt gerade mehr denn je. Daher geben wir keine genauen Prognosen ab, sondern konzentrieren uns darauf, unter den gegebenen Umständen weiter für die Musik zu kämpfen.

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