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Vorhang auf: Erste Theaterpremieren nach fast sechsmonatigem Lockdown

  • Nach fast sechs Monaten Lockdown dürfen einige Theater in Bayern aufgrund der niedrigen Inzidenzzahlen in ihren Kommunen wieder öffnen.
  • Zwei Häuser haben ihre Premieren schon ab Donnerstag geplant.
  • Der Vorverkauf startet am Dienstag.
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München/Bamberg. Es sind kleine Schritte, die die Theater in Bayern derzeit machen. Seit einer Woche ist klar, dass die Häuser theoretisch zumindest ab einer stabilen Inzidenz unter 100 mit Auflagen wieder öffnen dürfen. Zwei Theater sind dabei besonders schnell: Das Residenztheater in München und das E.T.A.-Hoffmann-Theater in Bamberg. Es sind die ersten Premieren, die außerhalb von Modellprojekten regulär nach dem Lockdown stattfinden.

Dort wird jetzt der Betrieb unter Hochdruck wieder hochgefahren. Denn in München will das Residenztheater schon am 13. Mai um 17 Uhr mit einer „Hamlet“-Inszenierung, die eigentlich im Januar hätte stattfinden sollen, starten. In Bamberg setzt das Haus am 19. Mai um 19 Uhr auf „Der Riss durch die Welt“ von Roland Schimmelpfennig.

Erste Premiere in Deutschland am Himmelfahrt-Donnerstag in München

Auf Anfrage teilt das Residenztheater in München, das am Montag erst die offizielle Mitteilung von der Stadt erhalten hat, dass die Theaterhäuser wieder öffnen dürfen, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) mit: „Es ist so weit: Wir dürfen wir wieder live auf unseren Bühnen für Publikum spielen!“ Dort steht auch noch eine zweite Premiere auf dem Plan: Denn nach der Shakespeare-Aufführung am Donnerstag (Christi Himmelfahrt) ist am Samstag, 15. Mai, die Uraufführung „Teile (Hartes Brot)“ von Anja Hilling nach dem Dreiakter „Das harte Brot“ des französischen Dichters Paul Claudel zu sehen. Da die Nachricht zur Wiedereröffnung noch so frisch sei, gehe der Verkauf erst am Dienstag (11. Mai) los.

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In Bamberg hingegen hat der Vorverkauf zumindest online schon am Samstag begonnen. Die Theaterkassen öffnen jedoch erst am Dienstag. Dennoch ist sich Pressesprecher Dominik Huss sicher, dass die Premiere ausverkauft sein wird. Im Saal der Großen Bühne stehen statt 400 nur 110 Plätze zur Verfügung. Das begrenzte Angebot steigert aber die Nachfrage auch – so ebenfalls bei der zweiten Premiere nur einen Tag später am 20. Mai. Vor der Studiobühne dürfen nur 37 Menschen statt 100 zuschauen. „Die Premiere von ‚Der Stock‘ am 20. Mai ist online bereits komplett ausverkauft“, sagt Huss gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Die Vorstellungen finden unter strikten Hygienebestimmungen statt: Das Tragen einer FFP2-Maske ist Pflicht, Abstände sind eingeplant und Besucher müssen tagesaktuelle, negative Corona-Schnelltests vorweisen.

Theatersprecher: „Wir haben ein treues Publikum“

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Das Theater konnte unter anderem auch deswegen so schnell auf die Öffnung reagieren, weil der Probenbetrieb während des Lockdowns teilweise weitergelaufen ist. „Beide Premieren sind bühnenreif. Jetzt kommen noch ein paar Wiederaufnahmeproben, damit die Schauspieler wieder hereinkommen“, so Huss.

Für Huss ist die Premiere in der kommenden Woche erst der Anfang einer ungewöhnlichen Saison. „Das Interesse an Theater ist beim Publikum groß. Natürlich ist es ein langer Weg, bis wir wieder an die Besucherzahlen vom März 2020 anschließen können. Aber es ist ein Schritt zurück in die Normalität. Schon nach dem ersten Lockdown haben wir gemerkt, wie hoch die Nachfrage war. Alle unsere Vorstellungen von Oktober bis zum Start des Lockdowns im November waren ausverkauft. Wir haben ein treues Publikum.“ Und der Pressesprecher blickt auch schon weiter in die Zukunft: Er ist zuversichtlich, dass die Calderón-Festspiele auf der Freilichtbühne Ende Juni wirklich stattfinden können. „Wir fangen in der nächsten Woche auch schon mit den Proben für unsere Sommerspiele an. Da sind wir guter Dinge, dass die Calderon-Spiele tatsächlich auch stattfinden können“, so der Pressesprecher.

Doch ob die Zuschauer wirklich im Rest der Spielzeit 2020/2021 in Scharen kommen werden, weiß noch keiner. „Erst nach den Premieren, wenn auch das erste Medieninteresse abgeebbt ist, werden wir sehen können, wie lange die hohe Nachfrage für den Rest der Spielzeit anhält“, gibt Huss zu bedenken.

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