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Von der Kunstfreiheit gedeckt: Das sind die Musik-Highlights der Woche

  • Sie alle haben an ihrer Musik gearbeitet: Billie Eilish, Cro, LaBrassBanda oderd Danger Dan.
  • „She Walks in Beauty“ heißt beispielsweise ein eigentümliche Spoken-Word-Spätwerk von Marianne Faithful.
  • Was neu und hörenswert ist - hier ein paar Tipps.
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Danger Dan („Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt“) kann bereits den bislang größten deutschen Pop-Aufreger 2021 für sich verbuchen, jetzt legt der Rapper von der Antilopen Gang mit einem ganzen Solo-Album nach. Neues und Hörenswertes gibt es außerdem von Marianne Faitthfull mit Warren Ellis, Billie Eilish, Cro und LaBrassBanda.

Danger Dan - Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt

„Zeig‘ mich an und ich öffne einen Sekt: Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt“: Die mutmaßlichen Reptiloiden, die Antisemiten und die Galionsfiguren der Neuen Rechten müssen sich zuletzt ganz schön geärgert haben über Danger Dan und seinen Song „Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt“. Aber geklagt hat nach Aussage des Rappers bislang niemand. Frech gewinnt, könnte man sagen, und überhaupt: Es läuft für Danger Dan. Bislang war er vor allem als Mitglied der Rap-Gruppe Antilopen Gang bekannt, jetzt feiert man ihn über die Grenzen der HipHop-Szene hinaus als politischen Liedermacher.

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„Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt“: So heißt nach der angriffslustigen Single von zuletzt auch das dazugehörige neue Album von Danger Dan. Daniel Pongratz, wie der Aachener eigentlich heißt, trägt alle elf Titel am Piano vor, huldigt dabei auch mal einem Randy Newman („Lauf davon“), positioniert sich wie gehabt klar links und schreckt auch vor richtig derben Titeln nicht zurück („Ich verprügelte die Sextouristen in Bangkok“, „Ode an den Mord“). Noch mehr als auf diesem Album, das sicher in einigen Jahres-Bestenlisten landen wird, kann man die Kunstfreiheit kaum ausreizen.

Marianne Faithfull & Warren Ellis - She Walks in Beauty

Was Kunst ist und was nicht, darüber könnten Danger Dan und Marianne Faithfull wahrscheinlich ziemlich lange diskutieren. Sie jedenfalls, die eine Ikone der 60er-Jahre war und seinerzeit noch mit einem jungen Mick Jagger um die Häuser zog, widmet sich nun den wirklich schönen Dingen und erinnert an große alte Dichter, vornehmlich aus dem frühen 19. Jahrhundert.

„She Walks in Beauty“ heißt dieses eigentümliche Spoken-Word-Spätwerk der inzwischen 74-jährigen Marianne Faithfull, die 2020 am Coronavirus schwer erkrankte und zuletzt angab, vielleicht nie mehr singen zu können. Gemeinsam mit Warren Ellis und unterstützt von Stars wie Nick Cave und Brian Eno vertonte sie im Lockdown Gedichte von Lord Byron, Percy Shelley und anderen Star-Lyrikern jener Zeit. Es gehe auf dieser Platte darum, Poesie und Musik zu verbinden. Das Ergebnis ist nicht mehr „Top of the Pops“, aber am Ende irgendwie auch: Kunst.

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Billie Eilish - Your Power

Billie Eilish hat ein neues Album angekündigt. © Quelle: Getty Images for Film Independen
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Etwas Größeres wird in diesem Pop-Jahr nicht mehr kommen: Billie Eilish hat für den 30. Juli das Album „Happier Than Ever“ angekündigt, den Nachfolger zu ihrem fünffach Grammy-prämierten Debüt „When We All Fall Asleep, Where Do We Go?“ von 2019. Insgesamt 16 Songs wird die neue Platte enthalten, darunter auch die bereits bekannten Titel „Therefore I Am“ und „My Future“.

Dazu hat Billie Eilish, die auch für „Happier Than Ever“ wieder mit ihrem Bruder Finneas zusammenarbeitete, gerade die Vorab-Single „Your Power“ inklusive Musikvideo veröffentlicht. Eine reduzierte Singer/Songwriter-Nummer mit Akustikgitarre und zerbrechlich vorgetragener Heartbreak-Story. Eigentlich unspektakulär, aber trotzdem wahnsinnig intensiv und authentisch. Und da ist er wieder, dieser Billie-Eilish-Moment: wenn man sich fragt, wo eine 19-Jährige das nur hernimmt.

Cro - Trip

Cro, der mit der Panda-Maske? Nein, für den Stuttgarter Rapper muss man sich inzwischen eine andere Schublade einrichten. Der Panda ist passé, stattdessen trat Cro zuletzt unter anderem als Goblin auf und dann mit einem futuristischen Helm im Daft-Punk-Stil, den man auch auf dem Cover zum neuen Doppelalbum „Trip“ sieht.

Dass er sich vom Panda verabschiedet, ist letzlich nur konsequent, denn als Musiker hat Cro in den letzten Jahren einen erstaunlichen Reifungsprozess durchgemacht. Der „Raop“-Sound von früher, also die Mischung aus Rap und Pop, mit der Cro zum Star wurde, ist noch da. Da sind, durchaus anspruchsvoll und mit Geschick zusammengesetzt, inzwischen aber auch Disco-, Soul-, Dance- und Psychedelia-Elemente. Der Panda ist zu einem Künstler geworden!

LaBrassBanda - Yoga Symphony No.1

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Eins werden mit der Musik, eins mit der Welt, eins mit LaBrassBanda. Bayern und Yoga, das ist auf den ersten Blick eine Verbindung wie Rom und Sushi oder Mumbai und Krachlederne. Passt nicht, meint man. Allerdings waren LaBrassBanda noch nie die typischen „Mia san mia“-Bayern, und sie mögen Yoga halt sehr gerne. 2020 fand bereits ein Yoga-Konzert („Om am Berg“) in Füssen statt, an das Stefan Dettl und seine Blechbläser-Freunde vom Chiemsee jetzt mit einem Album anknüpfen wollen.

„Die Menschen, die unsere Musik mögen, müssen ganz schön viel mit uns mitmachen“, lässt sich Dettl in einer Pressemeldung zur neuen Platte „Yoga Symphony No. 1“ zitieren. Stimmt absolut, schließlich waren LaBrassBanda noch auf ihrem letzten Album voll aufs „Danzn“ ausgerichtet. Und jetzt ist auf einmal alles ganz langsam und entspannt. Langgezogene Tuba-Klänge ohne Gesang, nichts mehr mit Tanzen. Stattdessen: Einatmen. Eine Kuh steht auf der Weide. Ausatmen. Alles fließt.

RND/Teleschau

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