Von AC/DC bis ZZ Top – diese Alben kommen 2020

  • Bruce Springsteen will wieder mit der E-Street-Band rocken, die Rolling Stones sind ebenfalls überfällig.
  • Geheimtipp 2020 ist Marcus King, ein 23-jähriger Gitarrengott mit flammender Soulstimme.
  • Und eigentlich sind uns die schwedischen Rekordvertröster Abba inzwischen auch ein ganzes Album schuldig.
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Alben! Man denkt bei der Populärmusik ja immer noch in Alben, obwohl eine solche Versammlung einer Gruppe von Songs in festgelegter Reihenfolge unter einem Titel, womöglich sogar einem Konzept, im digitalen Zeitalter längst in Auflösung begriffen ist. Heißt es. Die Popmusik kehrt zum Song zurück, war in jüngster Zeit immer öfter zu hören, und viele Jüngere besitzen in Zeiten von Spotify auch gar keinen CD-Player mehr.

Auch wenn sie nur digital veröffentlichen, bündeln Musiker ihre Songs gern

Und doch gibt es sie noch – die Alben. Auch digital bündeln Künstler und Bands wie Beyoncé oder Gatte Jay-Z ihr Lieder, schaffen noch gern in einer Reihenfolge unter einem Covermotiv. Und Deutschland ist immer noch eine der Compactdisc-Inseln im Musikbiz. Gleiches gilt für das Vinyl, das seit einigen Jahren sogar global eine Renaissance erlebt.

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So erwarten wir für 2020 das schon im vorigen Frühjahr angekündigte neue Album der Rolling Stones, das erste mit eigenem Songmaterial seit „A Bigger Bang“ von 2005. Gitarrist Keith Richards hat es im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschlad (RND) fest versprochen. Deren einstige British-Invasion-Konkurrenten Kinks planen für 2020 ihr erstes Werk seit 27 Jahren. Die totgesagten Bluesmetalhelden AC/DC sind auferstanden von den Rocktoten, arbeiten an Songs und haben angeblich auch wieder den von seiner Taubheit kurierten Brian Johnson am Mikrofon.

Neue Alben von Bruce Springsteen und Guns N' Roses geplant

Albumgerüchte gibt es auch über Guns N’ Roses, deren Sänger Axl Rose bei AC/DC aushalf, als Johnson wegen seiner Gehörprobleme aussteigen musste. Für später im Jahr wird ein neues Werk von Bruce Springsteen erwartet. Es soll endlich wieder eins mit der E-Street-Band werden, mit der der Boss dann, so war es in diversen Interviews zu lesen, auch wieder auf Tour gehen will.

Schön wäre indes auch mal ein U2-Album von jener Kraft und Herrlichkeit, wie sie „The Joshua Tree“ (1987) oder „Achtung, Baby!“ (1991) hatten. Die vier Iren, live immer noch eine sichere Bank für die größten Stadien, haben schon lange keine Platte mehr veröffentlicht, die sich ins kollektive Bewusstsein eingebrannt hat. Der neue Song „Ahimsa“ (das Sanskrit-Wort für Gewaltfreiheit), ein Duett mit dem indischen „Slumdog Millionaire“-Komponist und Sänger A. R. Rahman, erinnert an den Banghra-Boom der Neunzigerjahre und ist gar kein schlechter Anfang. Mehr aber auch nicht.

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Auch ein richtiges Brett von Green Day wäre nach einigen dünneren Brettchen wieder mal schön. Der Titel des am 7. Februar erscheinenden Albums „Father of all Motherfuckers“ lässt hoffen. Nur ein Jahr und drei Monate nach „A Brief Inquiry into Online Relationships“ bringen The 1975 um Sänger Matthew Healy ihr viertes Album „Notes on a Conditional Form“ heraus. In der vorab veröffentlichten Single „People“ waren tatsächlich Punkeinflüsse zu hören. Bands gehen Wege – am besten gefallen uns oft die unverhofften.

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Alanis Morissette hat die Vorbotensingle „Reasons I Drink“ ihres neuen Albums „Such Pretty Forks in the Road“ (1. Mai) schon auf den Markt geworfen. Auch Frankfurts Hip-Hop-Urgestein Moses Pelham hat sein nächstes Werk „Emuna“ (6. März) schon mal mit dem Song „Notaufnahme“ angetestet. Am 27. März erscheint das dritte Soloalbum des gern als „little Springsteen“ apostrophierten Gaslight-Anthem-Sängers Brian Fallon. Als Vorgeschmack auf „Local Honey“ hat er den Song „You Have Stolen My Heart“ veröffentlicht.

Der fantastische Liverpooler Songwriter Robert Vincent hat unter den Fittichen von Ryan-Adams-Produzent Ethan Johns das britische Americana-Album „In This Town You’re Owned“ (14. Februar) eingespielt. Und am selben Tag erscheint das Comebackalbum „Weather“ von Huey Lewis & the News. Die Amerikaner waren mal richtig groß. Wer den etwas behäbigen Song „While We’re Young“ hört, bringt das allerdings nicht gleich mit den Zeiten von „I Want a New Drug“ und „The Power of Love“ zusammen.

Aus deutschen Landen: Liedermacher Reinhard Mey erinnert in dem Album „Das Haus an der Ampel“ (8. Mai) an das Haus, in dem er seine Kindheit verbrachte. Stoppok, immer noch der Coolste aller Ruhrpottrocker kündigt sein Album „Jubel“ (7. Februar) mit dem Lied „Lass sie rein“ an, einem Lied über die Not von Flüchtenden. Die deutsche Jazzsängerin Lisa Bassenge gedenkt auf „Mothers“ (13. März) der Bedeutsamen der Popmusik – von der Bluessängerin Elizabeth Votten bis zu Lady Gaga. Die Popschwaben von Pur planen für Sommer ein Unplugged-Album. Und aus der alten Hamburger Schule gibt es Gerüchte über ein neues Werk von Tocotronic.

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Das Fachblatt „Musikexpress“ will wissen, dass es gar nicht sein kann, dass zu der „Miles & More“-Tour 2020 der Ärzte nur die Songs „Abschied“ und „Rückkehr“ gereicht werden, und ruft Albumalarm aus. Schon im Januar gibt es im Wochenabstand neue Alben von den Punkern Turbostaat („Uthlande“, 17. Januar) und den unterm Toten-Hosen-Label JKP beheimateten Hip-Hoppern Antilopen Gang („Abbruch, Abbruch“, 24. Januar). Und die Aufnahmen fürs Debütalbum des Moka Efti Orchesters (das sind die mit „Zu Asche, zu Staub“) aus der Serie „Babylon Berlin“ sind auch gediehen. Swing is King – aber mit einer ganz eigenen, futuristischen Note.

The Cure, Deep Purple, Dixie Chicks, Field Music, Noel Gallagher, Alicia Keys, Lordi, Ava Max, Morrissey, Nada Surf, Nine Inch Nails, Offspring, Pet Shop Boys, Prefab Sprout, Tame Impala, Rufus Wainwright, Weezer – die Liste der geplanten Veröffentlichungen ist endlos. Und kaum ist der Weihnachtsbaum weggeräumt und der Dreikönigstag passé, geht es auch schon los mit Neuem von Selena Gomez, Halsey, Kesha, Vanessa Mai und Meghan „All about the Bass“ Trainor.

Von den Bluesrock-Texanern ZZ Top erscheint im August die Karriere-Compilation „Goin‘ 50“. Und dann ist da noch ein Geheimtipp: der wunderbare Marcus King, 23-jähriger Gitarrengott mit der Stimme eines whiskygegerbten 50-Jährigen, bringt nach drei Platten mit der Marcus King Band sein Solodebüt „El Dorado“ auf den Markt – Southern Rock mit einem Schuss Soul. Vielleicht schlägt 2020 ja endlich seine Stunde. In jedem Fall ist abzusehen: Nächstes Jahr wird alles Pop! Und in allen Farben!

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„Nächstes Jahr“ ist allerdings auch schon seit 2017 der ziemlich ungenaue Veröffentlichungstermin der ersten neuen Abba-Songs seit den frühen Achtzigerjahren. Ihren wiederholt vertrösteten, inzwischen untröstlichen Fans, die sich bei der geplanten Tour mit Live-Avataren begnügen müssen statt mit dem echten Schwedenvierer, sollten die vier 2020 zur Versöhnung über die Lieder „Don’t Shut Me Down“ und „I Still Have Faith in You“ hinaus ein richtiges Album schenken.

Wir haben da vollstes Vertrauen zu Björn und Benny, Agnetha und Annifrid.

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