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Volksbühnen-Intendant tritt nach Sexismusvorwürfen zurück

  • Mehrere Frauen haben sich über den Intendanten der Berliner Volksbühne beschwert, warfen ihm sexuelle Belästigung und Gewalt vor.
  • Nun gibt Klaus Dörr seinen Posten auf.
  • Wie geht es an einem der bekanntesten Theater Deutschlands weiter?
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Berlin. Nach Vorwürfen des Fehlverhaltens gegenüber Frauen gibt der bisherige Intendant der Berliner Volksbühne, Klaus Dörr, seinen Posten auf. Er werde seine Tätigkeit unverzüglich beenden, teilte Dörr am Montag in einer Erklärung mit, die von der Berliner Senatskulturverwaltung veröffentlicht wurde. Darauf habe er sich mit Kultursenator Klaus Lederer (Linke) geeinigt. Die Senatskulturverwaltung bestätigte die Angaben. Am Wochenende hatte die Berliner „tageszeitung“ (taz) berichtet, dass zehn Volksbühnen-Mitarbeiterinnen bei einer Vertrauensstelle Beschwerde wegen sexueller Belästigung und Gewalt gegen den Intendanten eingereicht hatten.

Für die gegen ihn erhobenen Vorwürfe übernehme er die komplette Verantwortung, wurde Dörr in der Mitteilung des Theaters zitiert. „Ich bedauere zutiefst, wenn ich Mitarbeiter:innen mit meinem Verhalten, mit Worten oder Blicken verletzt habe.“

Ein Schreiben der Beratungsstelle ging demnach an Lederer. Mitarbeiter hätten „von Vorfällen des Machtmissbrauchs, des Mobbings, verbaler Gewalt und sexueller Belästigung berichtet“, sagte Lederer am Montag im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses. Ein Gespräch mit den betroffenen Frauen habe am 21. Januar stattgefunden. Ein Gespräch mit Dörr von Anfang März werde noch ausgewertet.

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Berliner Volksbühne sorgte immer wieder für Negativschlagzeilen

„Wir haben noch ein paar Schritte vor uns“, sagte Lederer. Es seien nicht nur konkrete Vorwürfe zu klären, sondern es müsse auch mit Personalrat und Frauenbeauftragter über „die strukturelle Dimension im Haus“ gesprochen werden. Dörr hatte am Wochenende vom Theater mitteilen lassen, er verwahre sich gegen die Vorwürfe.

Die Berliner Volksbühne gehört zu den bekanntesten Theatern des Landes. Das Theater am Rosa-Luxemburg-Platz hat in den vergangenen Jahren mehrfach Schlagzeilen gemacht. Es stand lange unter der Leitung von Frank Castorf. Als nach ihm der belgische Kurator Chris Dercon übernehmen sollte, gab es Proteste in der Kulturszene. Vorübergehend wurde das Haus auch besetzt.

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Nachdem Dercon seinen Posten vor drei Jahren aufgab, übernahm Dörr die Leitung. Er sollte das Haus vorübergehend führen. In diesem Jahr war nun ohnehin ein Wechsel geplant – dann soll wie vorgesehen der Theaterregisseur René Pollesch übernehmen.

Lederer ermutigte Menschen, sich – „wenn solche Vorwürfe im Raum sind“ – an die zuständigen Stellen zu wenden. Unter dem Schlagwort #MeToo läuft seit mehreren Jahren eine Debatte über Missbrauch, Machtverhältnisse und Sexismus. In Deutschland gibt es seit 2018 die Vertrauensstelle Themis. Dort können Menschen aus Film und Fernsehen, aus Theatern und Orchestern Beratung suchen.

RND/dpa/epd

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