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Versehentlich zu früh verraten: Horrorfilm „Titane“ gewinnt Goldene Palme in Cannes

  • Bei den 74. Internationalen Filmfestspielen in Cannes hat der Gruselfilm „Titane“ von Julia Ducournau die Goldene Palme als bester Film gewonnen.
  • Das verriet Jurypräsident Spike Lee am Abend bei der Preisverleihung versehentlich zu früh.
  • Renate Reinsve und Caleb Landry Jones gewannen die Schauspielerpreise.
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Cannes. Das feministische Horrordrama „Titane“ von Julia Ducournau hat die Goldene Palme für den besten Film beim Filmfestival in Cannes gewonnen. Das verriet Jurypräsident Spike Lee bei der Preisverleihung am Samstagabend – allerdings versehentlich zu früh, er brachte damit die übliche Reihenfolge der Bekanntgaben gehörig durcheinander.

Julia Ducournau and Agathe Rousselle und und Vincent Lindon freuen sich über die Auszeichnung. © Quelle: Getty Images

Es ist das erst zweite Mal in der Geschichte des Festivals, dass ein Film einer Regisseurin mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wird.

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„Titane“ erzählt von einer jungen Frau, die sich in kein Raster pressen lassen will. Sie bringt viele um, die sich ihr in den Weg stellen und gibt sich schließlich als Mann aus, um der Polizei zu entkommen. Es ist ein Fantasy-Horrorfilm mit klaren feministischen Aspekten, der toxische Männlichkeit an den Pranger stellt und mit seinen Bildern provoziert und schockiert. 1993 hatte „Das Piano“ der Neuseeländerin Jane Campion die höchste Auszeichnung des Festivals gewonnen.

Mit dem Großen Preis der Jury, der zweitwichtigsten Auszeichnung des Festivals, wurden in diesem Jahr gleich zwei Filme geehrt: das im Zug spielende Roadmovie „Hytti No 6“ des Finnen Juho Kuosmanen sowie die iranische Gesellschaftskritik „A Hero“ des zweifachen Oscar-Preisträgers Asghar Farhadi. Der Preis für die beste Regie ging an den Franzosen Leos Carax für das Musical „Annette“ mit der Musik der Band Sparks.

Renate Reinsve ist beste Schauspielerin

Lee-Byung-Hun (L)überreicht Renate Reinsve den Preis. © Quelle: Getty Images
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Die 33 Jahre alte Norwegerin Renate Reinsve nahm den Preis als beste Schauspielerin entgegen. Sie verkörpert in „The Worst Person in the World“ von Joachim Trier eine junge Frau, die ihren Platz im Leben sucht.

Als bester Schauspieler wurde Caleb Landry Jone ausgezeichnet

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Caleb Landry Jones bei einer Pressekonferenz am Sonnabend. © Quelle: Getty Images

Als bester Schauspieler wurde Caleb Landry Jones für seine Leistung in „Nitram“ von Justin Kurzel ausgezeichnet. In dem auf wahren Begebenheiten basierenden Werk spielt der US-Amerikaner einen Massenmörder.

Auch der Preis der Jury wurde zwei Mal vergeben: zu gleichen Teilen an die deutsche Ko-Produktion „Memoria“ des Thailänders Apichatpong Weerasethakul mit Tilda Swinton in der Hauptrolle sowie an den israelischen Beitrag „Ha’berech (Ahed’s Knee)“ von Nadav Lapid. Das japanische Drama „Drive My Car“ von Ryusuke Hamaguchi wurde mit dem Preis für das beste Drehbuch geehrt. Im Wettbewerb hatten 24 Beiträge um die Auszeichnungen konkurriert.

Das Festival war am 6. Juli mit dem Musical „Annette“ des Franzosen Leos Carax eröffnet worden. 2019 hatte die süd­korea­ni­sche Gesellschaftssatire „Parasite“ von Bong Joon Ho die Goldene Palme gewonnen. Später gab es für das Werk noch vier Oscars. 2020 konnte das Filmfest Cannes wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden; in diesem Jahr wurde es vom Mai in den Juli verschoben.

Das sind die Gewinner im Überblick;

GOLDENE PALME: „Titane“ von Julia Ducournau (Frankreich)

- GROSSER PREIS DER JURY: „A Hero“ von Asghar Farhadi (Iran) UND ZU GLEICHEN TEILEN „Hytti No 6 (Compartment No 6)“ von Juho Kuosmanen (Finnland)

- BESTE SCHAUSPIELERIN: Renate Reinsve für „The Worst Person in the World“ von Joachim Trier (Norwegen)

- BESTER SCHAUSPIELER: Caleb Landry Jones für „Nitram“ von Justin Kurzel (Australien)

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- BESTE REGIE: Leos Carax für „Annette“ (Frankreich)

- BESTES DREHBUCH: Ryusuke Hamaguchi und Takamasa Oe für „Drive My Car“ von Ryusuke Hamaguchi (Japan)

- PREIS DER JURY: „Ha’berech (Ahed’s Knee)“ von Nadav Lapid (Israel) und zu gleichen Teilen „Memoria“ von Apichatpong Weerasethakul (Thailand)

- CAMERA D’OR für den besten Debütfilm: „Murina“ von Antoneta Alamat Kusijanović

RND/seb/dpa

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