„Unwort des Jahres“ 2019: Das Unwort wurde gewählt

  • Das „Unwort des Jahres“ für 2019 wurde am 14. Januar offiziell bekannt gegeben.
  • Es war das 29. Mal, dass eine ausgewählte Jury ein neues Unwort der deutschen Sprache kürte.
  • Dieses Mal dominierten Begriffe aus der Klimadebatte die nominierten Wörter.
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Darmstadt. Jedes Jahr bewegen neue Begrifflichkeiten und Formulierungen die Gesellschaft und ihre Sorgen. Und so kürt schon seit Langem eine Jury der Sprachkritischen Aktion Unwort des Jahres einen Begriff, der in dem jeweiligen Jahr besonders negativ zum Tragen kam.

Das „Wort des Jahres“ 2019 ist bereits bekannt. Mit „Respektrente“ wurde ein Begriff mit Bezug auf die lange Diskussion um die Grundrente gewählt. Welche Formulierung die Wahl zum „Unwort des Jahres“ gewonnen hat, wurde nun auch verkündet.

Was ist das „Unwort des Jahres“ 2019?

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Für die offizielle Bekanntgabe des „Unworts des Jahres“ wurde eine Pressekonferenz in Darmstadt abgehalten. Die Verkündung fand am 14. Januar um 10 Uhr in der Technischen Universität Darmstadt statt. Die Mitglieder der Jury präsentierten das neuste Unwort.

In Anlehnung an die bewegende Klimadebatte wurde das Wort "Klimahysterie" offiziell zum "Unwort des Jahres" 2019 erklärt.

Welche Begriffe standen für das „Unwort des Jahres“ zur Wahl?

Im Jahr 2019 wurden verhältnismäßig wenige Vorschläge für das „Unwort des Jahres“ eingereicht. Und nur eine kleine Auswahl wurde schließlich zur Wahl aufgestellt. Während in den vorherigen Jahren besonders die Flüchtlingskrise die Unworte dominierte, stand dieses Mal die Klimadebatte im Vordergrund. Beispiel dafür wären „Ökoterrorismus“, „Verschmutzungsrechte“ oder „Klimakirche“.

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„Unwort des Jahres“: Das waren die Unworte der letzten Jahre

Mit dem „Unwort des Jahres“ 2019 schloss sich die Suche nach den gesellschaftlich unschönsten Formulierungen eines ganzen Jahrzehnts. Nachdem lange die Flüchtlingspolitik dominierte, steht dieses Mal voraussichtlich die Klimadebatte im Fokus.

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Das sind die Unworte der letzten Dekade:

  • 2019: Klimahysterie
  • 2018: Anti-Abschiebe-Industrie
  • 2017: Alternative Fakten
  • 2016: Volksverräter
  • 2015: Gutmensch
  • 2014: Lügenpresse
  • 2013: Sozialtourismus
  • 2012: Opfer-Abo
  • 2011: Döner-Morde
  • 2010: Alternativlos

Woher kommt die Wahl des „Unworts des Jahres“?

Das „Unwort des Jahres“ wurde bereits 1991 von Prof. Dr. Horst Dieter Schlosser eingeführt. Fast 20 Jahre lang war er Vorsitzender der Jury. In den ersten Jahren wurde die Wahl des Unworts noch von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) ausgerichtet. Ab 1994 machte sich die Jury jedoch unter dem Namen Sprachkritische Aktion Unwort des Jahres selbstständig.

Warum wird ein „Unwort des Jahres“ gekürt?

Der Grundgedanke hinter dem „Unwort des Jahres“ ist die Förderung des Sprachbewusstseins und der Sensibilität in der Bevölkerung. Es soll kritische Aufmerksamkeit auf unangemessenen Sprachgebrauch in der Öffentlichkeit lenken, besonders in Hinblick auf Formulierungen, welche gegen die Grundsätze der Menschenwürde oder der Demokratie verstoßen.

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Wo kann man Vorschläge zum „Unwort des Jahres“ einreichen?

In jedem Jahr wird ein bewährtes Prozedere für die Wahl zum „Unwort des Jahres“ genutzt. Alle Bürger haben die Möglichkeit, ihre Vorschläge für das jährliche Unwort abzugeben. Bis zum 31. Dezember können Vorschläge per E-Mail eingereicht werden. Aus den eingehenden Begriffen werden nach speziellen Kriterien die relevanten Wörter ausgewählt. Nach dem Ende der Frist kürt eine sechsköpfige Jury schließlich das „Unwort des Jahres“ und gibt es Mitte Januar bekannt.

Vorschläge für das „Unwort des Jahres“ gehen mit einer Quellenangabe an vorschlaege@unwortdesjahres.net.

Wer sitzt in der Jury für das „Unwort des Jahres“?

Bei der Wahl zum „Unwort des Jahres“ wird eine Jury mit sechs Mitgliedern eingesetzt. Diese besteht aus vier Sprachwissenschaftlern und einem Journalisten, die als feste Jurymitglieder jedes Jahr auftreten. Zusätzlich wird ein jährlich wechselndes Mitglied für die Wahl berufen.

Das sind die derzeitigen festen Jurymitglieder:

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  • Prof. Dr. Nina Janich: Tätig als Professorin der germanischen Linguistik an der TU Darmstadt.
  • Stephan Hebel: Tätig als Autor und Journalist in der Sozial- und Gesellschaftspolitik.
  • Prof. Dr. Kersten Sven Roth: Tätig als Professor der germanischen Linguistik an der Universität Magdeburg.
  • Prof. Dr. Jürgen Schiewe: Tätig als Professor der germanischen Sprachwissenschaft an der Universität Greifswald.
  • Prof. Dr. Martin Wengeler: Tätig als Professor der germanischen Linguistik an der Universität Trier.

RND/lk