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“United We Stream”: Livekonzerte aus Clubs kommen jetzt auch aus Frankreich

  • Seit mehreren Wochen legen DJs und DJanes in leeren Clubs auf. Die Clubkonzerte werden unter anderem von Arte gestreamt.
  • Jetzt machen auch französische Clubs mit. Der Sender will auch weiterhin die Kulturszene in dieser schwierigen Phase unterstützen.
  • Auch Stargeiger Daniel Hope wird weiter im Stream musizieren.
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Der Fernsehsender Arte wird auch weiter die Kulturszene mit neuen Sendeformaten unterstützen. “Wir sind aufgerufen, dass die Kultur erhalten bleibt”, sagte Arte-Deutschland-Geschäftsführer Wolfgang Bergmann in einer Onlinepressekonferenz. Eines der erfolgreichsten Projekte ist “United We Stream”: DJs und DJanes legen in leeren Clubs auf, und Arte überträgt die Clubkonzerte über seinen Stream live. Seit Beginn im März habe “United We Stream” auf den Arte-Kanälen rund elf Millionen Aufrufe erzielt, sagte die Kulturchefin des Senders, Claire Isambert. Nun soll es ausgeweitet werden. “Nachdem wir bereits aus Clubs in Deutschland, Österreich und England übertragen haben, wird ‚United We Stream’ nun auf Frankreich ausgeweitet und mehr und mehr zum großen europäischen Projekt.”

Mit der Aktion “United We Stream”, das von der Berliner Clubcommission ins Leben gerufen wurde, werden auch Spenden für die Clubszene gesammelt. Mitte Mai lag das Spendenvolumen international bei rund 900.000 Euro. Als Streamingpartner fungiert neben Arte auch der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb).

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Ziel von Arte ist eine europäische Musikstreamingplattform

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Arte kündigte zudem an, aufgrund der in diesem Jahr ausfallenden Musikfestivals Mitschnitte von Festivals der vergangenen Jahre zu zeigen. Dabei sind unter anderem Ausschnitte vom Hurricane, dem Splash und Melt. Diese werden online und im TV gezeigt. Los geht es am kommenden Freitag. Wolfgang Bergmann blickt zufrieden auf die Entwicklungen neuer Onlineformate durch die Corona-Krise. “Arte Concert könnte das werden, was wir schon immer erhofft haben: eine europäische Musikstreamingplattform.”

Auch das Webformat “Culture@home”, bei dem die Moderatorin Bianca Hauda wöchentlich mit Kulturschaffenden via Skype spricht, neu entstehende Kulturinitiativen zeigt und virtuell große Ausstellungen besucht, wird fortgesetzt. Für den französischen Blickwinkel ist die in Paris lebende Journalistin Romy Straßenburg zugeschaltet.

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Auch im Klassikbereich engagiert sich der Kultursender weiter. So plant er Übertragungen von den Salzburger Festspielen, die bislang noch nicht abgesagt sind. Fortgeführt wird auch die Reihe “Hope@Home” des Stargeigers Daniel Hope. In den vergangenen Wochen hatte der gebürtige Engländer Konzerte mit wechselnden Gästen aus seinem Wohnzimmer in Berlin übertragen. Jetzt geht Hope auf Tour – soweit es unter den momentanen Umständen geht. An unterschiedlichen Orten – bislang waren es unter anderem Clärchens Ballhaus und der Berliner Fernsehturm – trifft der 46-Jährige musikalische Partner.

Am Freitag, 29. Mai, trifft Daniel Hope Niek Baar und Jacques Ammon im Planetarium Berlin. Am Samstag, 30. Mai spielt er gemeinsam mit Kirill Gerstein in der Gedächtniskirche Berlin und am 31. Mai mit Avi Avital und Ayda Gaynullin in dern Bar Tausend. Die Konzerte werden auf der ARTE-Homepage (arte.tv/hopeontour) sowie über Youtube und Facebook (facebook.com/ARTEConcertDE) übertragen. Erst einmal bis zum 7. Juni wird Daniel Hope jedes Wochenende – von Freitag bis Sonntag – ab 18 Uhr auf Arte Concert zu sehen und zu hören sein.


Auch im Streaming ein Star: Daniel Hope. © Quelle: Daniel Waldhecker/ARTE G.E.I.E./

Dass der Kulturbetrieb nach Corona so sein wird wie vor der Pandemie, denkt Hope nicht. “Ich glaube, es wird nie eine richtige, komplette Rückkehr zur Normalität geben”, sagte Hope in der Pressekonferenz. Vor allem der Blick ins Ausland bereite ihm Sorgen, sagte Hope. Wenn er mit Künstlerfreunden aus Amerika spreche, seien die Signale verheerend: “Es werden sehr, sehr viele große Institutionen pleitegehen.”

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Hope: “Wir sollten Konzerte spielen – egal, ob vor drei oder 3000 Zuschauern”

Konzerte wird Hope auch vor ausgedünnten Sälen geben. “Ich spiele auf jeden Fall. Es gibt schon die ersten Konzerte. Am 6. Juni werde ich in der Frauenkirche in Dresden spielen, eines der wenigen Konzerte, die nicht abgesagt wurden.” Hope sind in den vergangenen Wochen rund 70 Konzerte weggebrochen. Und in der Philharmonie in Essen werde er Ende Juni ein Kinderkonzert gestalten. Alles mit Sicherheitsabständen und anderen Einschränkungen natürlich. “Ich finde, wir sollten momentan die Gelegenheit nutzen, Konzerte zu spielen – egal, ob vor drei oder 3000 Zuschauern”, sagte Hope weiter. Das sei wichtig, damit Künstler zeigen, wie relevant Kultur sei.

Verständnis dafür, dass die Kultur bei den Lockerungsmaßnahmen eher stiefmütterlich behandelt wird, hat Hope nicht. Aber er betont, dass es in Deutschland “auch von der Politik enorm viel Unterstützung gibt, wenn man es mit anderen Ländern vergleicht”. Er sei froh, in Deutschland zu leben. Er mache sich große Sorgen um die Kultur in anderen Ländern. “Im Land, in dem ich aufgewachsen bin, in England, sieht es verheerend aus.” Viele Kulturinstitutionen drohen pleitezugehen. In den USA seien Öffnungen teilweise erst für September 2021 im Gespräch. Viele Veranstalter hätten Angst, dass sie auf Millionenzahlungen verklagt werden, wenn sich bei Konzerten jemand ansteckt.

RND


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