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Filmkritik zu “Und der Zukunft zugewandt”: Zerrieben von der Historie

  • Das Drama “Und der Zukunft zugewandt” erzählt von einem dunklen Kapitel DDR-Historie.
  • Der Regisseur legt sein Werk als bräsige Geschichtsstunde an.
  • Hauptdarstellerin Alexandra-Maria Lara rettet den Film vor Schwarz-Weiß-Malerei.
Margret Köhler
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„Die Partei, die Partei, die hat immer recht“: Der Vers in der Lobeshymne aus dem Jahr 1949 ist typisch für Personen- und Parteikult im Stalinismus und könnte hier als Leitsatz dienen. Überzeugte Kommunisten landeten in der Sowjetunion unter Stalin in Arbeitslagern.

Eine von ihnen ist Antonia Berger (Alexandra Maria Lara). 1952 darf sie auf Intervention von SED-Politikern nach zehn Jahren Gulag mit ihrer Tochter in die DDR zurück. Doch sie muss unterschreiben, über die Willkür des Bruderstaats Stillschweigen zu bewahren. Mit der Lüge zu leben fällt Antonia schwer, doch glaubt sie an den Kommunismus – und wird zwischen politischer Überzeugung und der Liebe zum Arzt Konrad (Robert Stadlober) zerrieben.

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Das komplexe Thema verfilmt Bernd Böhlich frei nach wahren Ereignissen als informative, aber bräsige Geschichtsstunde. Die Funktionäre sind phrasendreschende Karikaturen, der joviale Nachbar ist ein Stasi-Spitzel. Die Schauspieler, allen voran Alexandra Maria Lara in ihrer dennoch bisher besten Rolle, retten das Drama. Die Chance, ein Stück spannender Vergangenheit packend zu vermitteln, wird jedoch vertan.

„Und der Zukunft zugewandt“, Regie: Bernd Böhlich, mit Alexandra Maria Lara, Robert Stadlober, 105 Minuten, FSK 12

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