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Die Kölner Galerie Thomas Zander zeigt „War & Peace in New York“ von Tod Papageorge

  • Die Ausstellung zeigt erstmals bislang unveröffentlichte Bilder einer Serie von Street-Photography aus der Zeit von 1966 bis 1971.
  • Sie gibt einen Einblick in die frühe Schaffensphase des Fotokünstlers in New York.
  • Straßenszenen wechseln mit eindringlichen Porträts und Aufnahmen von Protesten gegen den Vietnam-Krieg.
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Köln. Der US-Fotokünstler Tod Papageorge (81) steht an der Druckmaschine im Göttinger Verlagshaus Steidl. Hier, wo einst die zwölfbändige Werksausgabe von Literaturnobelpreisträger Günter Grass erschien, kommen jetzt bald auch zwei Fotobildbände von Papageorge heraus.

Das ist an sich nichts Besonderes, denn Steidls Schwerpunkt liegt auf internationaler Fotografie. Dennoch hat es mit den Bildern, von denen rund 300 erscheinen sollen, eine besondere Bewandtnis.

Tod Papageorge in einem Café in Paris. © Quelle: Doborah Papageorge
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Die Fotos entspringen nicht dem Hier und Heute, sind nicht farbig, sondern ausnahmslos schwarz-weiß, alle über 50 Jahre alt: Sie stammen aus dem Zeitraum von 1966 bis 1971.

„Ich war damals ein junger Mann Mitte zwanzig und habe die Szenerie auf den Straßen von New York festgehalten“, erzählt Papageorge im Gespräch mit dem Redaktions­Netzwerk Deutschland (RND). Damals habe er sich nicht träumen lassen, dass seine Aufnahmen einmal gedruckt in Bildbänden erscheinen würden, sagt der Künstler, der später jahrelang als Professor an der Yale University in New Haven Fotografie lehrte.

Der Künstler erzählt von seiner Kindheit

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Geboren 1940 in Portsmouth, New Hampshire, wuchs Papageorge als Kind einer irischen Mutter und eines griechischen Vaters in bescheidenen Verhältnissen auf und musste sich das Geld für die Filme manchmal vom Munde absparen. Als Schüler arbeitete er nach Unterrichtsschluss im Diner seines Vaters und lernte so, seine angeborene Scheu gegenüber fremden Menschen zu überwinden.

„Damals konntest du dich als junger Künstler noch mit wenig Geld für eine Unterkunft, Essen und Trinken in New York durchschlagen“, sagt Papageorge. Heute sei das angesichts der Preise für junge Menschen kaum noch denkbar.

„New York 1966“ heißt dieses Foto aus der Serie „War & Peace in New York“ mit Bildern aus den Jahren 1966 bis 1971. © Quelle: © Tod Papageorge, courtesy Galerie Thomas Zander, Cologne

Zwei Wochen in Göttingen für Layout und Text

Papageorge schaffte den Spagat zwischen künstlerischem Handwerk und akademischer Laufbahn, später wurde Bilder von ihm im Museum of Modern Art in New York und im Art Institute of Chicago sowie auf Ausstellungen in Europa gezeigt.

Nun war er zwei Wochen lang in Göttingen, um beim Layouten und Texten selbst dabei zu sein, damit alles auch so wird, wie er und Verleger Gerhard Steidl sich die Sache vorstellen. „Für Steidl ist New York ein großer Gegenstand, er arbeitet sehr engagiert und macht sehr gute Bücher“, lobt Papageorge seinen Verleger.

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„New York, 1967“ aus der Serie „War & Peace in New York“. © Quelle: © Tod Papageorge, courtesy Galerie Thomas Zander, Cologne

Und er spricht dabei aus Erfahrung, denn Steidl hat in der Vergangenheit bereits zwei Bildbände mit Papageorge gemacht, von denen der eine, „Passing Through Eden“ mit Fotografien aus dem New Yorker Central Park, komplett ausverkauft wurde.

Bis zum 4. Februar sind die Bilder zu sehen

Doch nicht nur die Endredaktion der Bildbände bewegte Papageorge im grauen Monat November von seiner Heimatstadt New Heaven nach Deutschland, sondern auch eine neue Ausstellung. Bereits zum zweiten Mal zeigt die renommierte Kölner Galerie „Thomas Zander“ Bilder von ihm. Unter dem Titel „War & Peace in New York“ ist bis 4. Februar ein „ausdrucksstarkes Bildepos der Street-Photography“ zu sehen, wie die Galerie schreibt.

„New York, 1968“ aus der Serie „War & Peace in New York“. © Quelle: © Tod Papageorge, courtesy Galerie Thomas Zander, Cologne

Die ungemeine Energie seiner Schwarz-Weiß-Fotografien speise sich aus der Leidenschaft des damals jungen Künstlers für die Fotografie und seiner Unruhe angesichts der von Gewalt beherrschten Lage der Nation, heißt es im Begleittext zur Ausstellung. Sie dokumentiert sowohl das angespannte gesellschaftliche Klima im Schatten des Vietnam-Krieges als auch das pralle Alltagsleben mit Straßenszenen und Porträtaufnahmen.

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Im Frühjahr nächsten Jahres wird es mit vielen der in Köln gezeigten Bilder ein Wiedersehen geben, wenn bei Steidl die Bildbände Nummer eins und zwei unter dem Titel „War & Peace in New York“ herauskommen.

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