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„The Suicide Squad“: exzessive Gewalt und anarchistischer Charme

  • Regisseur James Gunn verpasst dem Superheldenfilm eine kräftige Dosis anarchistischen Charme.
  • Der exzessiven Gewalt steht eine ebenso exzessive Liebe zu den Figuren gegenüber.
  • Blut trägt der Regisseur so wild auf wie einst Jackson Pollock die Ölfarbe auf die Leinwand.
Martin Schwickert
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Aus dem Hochsicherheitsgefängnis rekrutiert Amanda Waller (Viola Davis) die übelsten Schurken, um die Feinde der US-Demokratie zu bekämpfen. Die Gefangenen bekommen ein Versprechen auf Entlassung und ein Sprengstoffimplantat ins Genick für den Fall, dass sie versuchen zu desertieren. So sind die Regeln in James Gunns DC-Comic-Verfilmung „The Suicide Squad“, die sich ansonsten wenig um Konventionen schert.

Für den konkurrierenden Marvel-Konzern hatte Gunn schon in „Guardians of the Galaxy” (2014) dem Superheldenfilm eine kräftige Dosis anarchistischen Charme verpasst. In „The Suicide Squad“ haben die Warner-Studios den exzentrischen Regisseur von der Leine gelassen. Herausgekommen ist eine virtuose, aber auch gewalttätige Comicverfilmung. Wie einst der junge Tarantino benutzt auch Gunn Blut und Gemetzel in überhöhter Form als Gestaltungsmaterial, das er so wild aufträgt wie einst Jackson Pollock die Ölfarbe auf die Leinwand.

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Der exzessiven Gewalt steht eine ebenso exzessive Liebe zu den Figuren gegenüber. Die Außenseiter vom Auftragskiller Bloodsport (Idris Elba) bis hin zur grandios durchgeknallten Harley Quinn (Margot Robbie) bleiben unberechenbar.

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Wenn sie im Auftrag der US-Regierung auf einer südamerikanischen Insel ein antiamerikanisches Regime beseitigen sollen, ist der Ausgang dieser Schweinebuchtmission mehr als ungewiss. Dem überstrapazierten Superheldengenre begegnet der Regisseur mit wohltuender Ironie.

„The Suicide Squad“, Regie: James Gunn, mit Idris Elba, Margot Robbie, Viola Davis, 132 Minuten, FSK 16.

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