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„Terroristische Propaganda”: Türkei will kurdisches Kunstwerk in Oslo entfernen lassen

  • Die türkische Regierung möchte ein gerade erst veröffentlichtes Kunstwerk in der norwegischen Hauptstadt Oslo entfernen lassen.
  • Das Werk der Kurdin Gelawesh Waledkhani zeigt kurdische Freiheitskämpferinnen.
  • Weil darüber ein Zitat von PKK-Gründer Öcalan steht, sieht die Türkei „terroristische Propaganda“.
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Oslo. Ein neues Kunstwerk in der Innenstadt von Oslo scheint zum Politikum zu werden: Die türkische Regierung hat in einem Brief an die Stadt verlangt, das Kunstwerk zu entfernen. „Diese Terrorpropaganda muss sofort gestoppt werden“, schreibt das türkische Außenministerium in dem Brief, den es auf Twitter veröffentlichte.

Konkret geht es um ein Kunstwerk von Gelawesh Waledkhani, das seit wenigen Tagen in der Osloer Innenstadt, unweit des Parlaments, hängt. „Rojava: The Women‘s Revolution“ heißt das Portrait, das kurdische Freiheitskämpferinnen und ihren Kampf im Westen von Kurdistan, in Rojava, zeigt.

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Türkei entsetzt über Zitat von PKK-Gründer Öcalan auf Kunstwerk

Kritik löst vor allem das Zitat aus, das dazu steht: „A society can never be free without women‘s liberation“ (übersetzt: „Eine Gesellschaft kann nie frei sein, wenn ihre Frauen nicht befreit sind“). Das Zitat stammt von PKK-Gründer Abdullah Öcalan. Die PKK, die sich für die Befreiung Kurdistans einsetzt, wird unter anderem von der Türkei, der EU und Deutschland als terroristische Organisation eingestuft.

Auch in Oslo gibt es Kritik, vor allem aus der türkischen Gemeinde, doch die Stadt bleibt standhaft. „Ich bin sehr erschrocken über das türkische Vorgehen, das ist etwas drüber“, sagte Kulturpolitiker Omar Samy Gamal der Zeitung „Dagbladet“. „Oslo ist eine Stadt, die Erfahrung mit Terrorismus hat und unsere Antwort darauf ist keine Zensur.“

Norwegen weist türkische Kritik zurück: Von Meinungsfreiheit gedeckt

Die Künstlerin Gelawesh Waledkhani ist eine Kurdin aus dem Irak und sagte, es sei nicht möglich, die Geschichte der Frauen aus dem Nahen Osten zu erzählen, ohne Öcalan zu zitieren. Unterstützung bekommt sie von den norwegischen Behörden. Man habe der türkischen Botschaft und der türkischen Gemeinde in Oslo mitgeteilt, dass das Kunstwerk von der Meinungsfreiheit gedeckt sei und es deshalb nicht entfernt werde.

RND/msk

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