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Teilnahme rechter Verlage an Frankfurter Buchmesse sorgt für scharfe Kritik

  • Der erste Tag der Frankfurter Buchmesse wird überschattet von Diskussionen über die Teilnahme rechter Verlage.
  • Mehrere Autorinnen und Autoren, darunter Jasmina Kuhnke („Schwarzes Herz“), hatten deshalb ihre Teilnahme abgesagt.
  • Die Organisierenden der Buchmesse verweisen auf die Meinungs- und Publikationsfreiheit.
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Frankfurt/Main. Die Frankfurter Buchmesse hat wegen der Teilnahme rechter Verlage mit einer Debatte über die Grenzen der Meinungsfreiheit begonnen. „Wir bedauern, dass einzelne Autor*innen ihre Auftritte auf der Frankfurter Buchmesse 2021 abgesagt haben“, hieß es am ersten Fachbesuchertag in einer gemeinsamen Erklärung der Buchmesse und des Börsenverein des Deutschen Buchhandels. „Ihre Stimmen gegen Rassismus und ihr Eintreten für Diversität werden auf der Frankfurter Buchmesse fehlen.“

Zuvor hatte zunächst die schwarze Autorin Jasmina Kuhnke („Schwarzes Herz“) ihren Auftritt auf der Messe wegen der Anwesenheit des Jungeuropa-Verlags abgesagt. Einige weitere Autorinnen und Autoren folgten ihrem Schritt, dazu zählen etwa Riccardo Simonetti, Nikeata Thompson und Annabelle Mandeng, wie sie auf ihren Instagram-Profilen mitteilten.

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Die Buchmesse rechtfertigte am Mittwoch die Entscheidung, rechte Verlage nicht auszuschließen: „Meinungs- und Publikationsfreiheit stehen für uns an erster Stelle.“ Alle Verlage, die sich im Rahmen der Rechtsordnung bewegten, dürften in Frankfurt ausstellen - „auch wenn wir ihre Ansichten nicht teilen“. Verlage oder ihre Produkte zu verbieten, sei in einem Rechtsstaat Aufgabe von Gerichten.

„Ignoranz der Organisierenden gegenüber Diskriminierung und neofaschistischer Argumentation“

Kuhnkes Verlag Rowohlt erklärte dagegen: Das Recht auf Meinungsfreiheit stoße „an seine Grenzen, wenn die Sicherheit und die Grundrechte anderer bedroht werden“.

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Scharfe Kritik übte am Mittwochabend auch der Inklusionsaktivist Raul Krauthausen. „Leider sind Konsequenzen durch die Buchmesse bisher nicht abzusehen“, schrieb er bei Twitter mit Blick auf die „Anwesenheit der Neuen Rechten“ auf der Buchmesse. Dadurch hätten sich von Rassismus betroffene Frauen gezwungen gesehen, ihre Teilnahme an der Buchmesse abzusagen. Dies sei Folge „der Ignoranz der Organisierenden gegenüber Diskriminierung und neofaschistischer Argumentation“, schreibt Krauthausen, der ebenfalls seine Teilnahme an einer Veranstaltung auf der Buchmesse absagte.

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An den ersten beiden Tagen ist die Buchmesse zunächst nur für Fachbesucher geöffnet - ihre Zahl ist auf 25.000 pro Tag gedeckelt. Gastland ist in diesem Jahr Kanada. Insgesamt 2000 Verlage und Unternehmen aus 80 Ländern werden erwartet. Mehr als 300 Autorinnen und Autoren stellen ihre Bücher vor, 1400 Veranstaltungen sind geplant. Die Buchmesse dauert bis Sonntag (24. Oktober).

RND/dpa/seb

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