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Weeknd-Welthit „Blinding Lights“ ist Song des Jahres – AC/DC rocken Albumcharts

  • In den Single-Jahrescharts 2020 landet The Weeknd ganz vorn mit einem Lied, das so klingt, als würde man es schon lange kennen.
  • Bei den Alben triumphieren Altrocker, die sich so anhören wie schon immer.
  • AC/DC triumphieren mit „Power Up“.
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Baden-Baden. Das Corona-Jahr 2020 bleibt weltweit mit dem elektronischen Sound eines kanadischen Musikers verbunden: Der Synthie-Popsong „Blinding Lights“ ist der Hit des Jahres. In den Jahrescharts der Offiziellen Deutschen Charts kommt der Song von The Weeknd auf Platz eins, wie GfK Entertainment am Freitag in Baden-Baden mitteilte. Bei den Alben dominiert erneut Hardrock - mit „Power Up“ von den australischen Altrockern AC/DC.

Wie Musikstreaming-Marktführer Spotify schon Anfang der Woche verkündete, lieferte „Blinding Lights“ nicht nur nostalgische Gefühle. Das Stück ist auch international der erfolgreichste Song im Corona-Jahr - mit allein bei Spotify mehr als 1,6 Milliarden Streams. Die Komposition, die Ende November 2019 herauskam und auch in einem Auto-Werbespot vorkam, war in Dutzenden Ländern Nummer eins.

The Weeknd: Früher Schulabbrecher und Drogenprobleme

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Der Song im 80er-Jahre-Stil hat gut 170 Beats pro Minute und klingt so, als würde man ihn schon lange kennen. The Weeknds hohe R&B-Stimme erinnert an Michael Jacksons Part im Ohrwurm „Somebody’s Watching Me“ von Rockwell aus dem Jahr 1984. Das Lied hat zudem Anklänge an Jacksons „Beat It“ (1982), Rod Stewarts „Young Turks“ (1981) sowie den Stil von Bands wie Depeche Mode oder The Human League.

Musik und Text stammen vom schwedischen Produzenten und Komponisten Max Martin („Oops!... I Did It Again“) sowie Oscar Holter, Ahmad Balshe, Jason Quenneville und The Weeknd selbst. Der 30-jährige Musiker heißt eigentlich Abel Makkonen Tesfaye, hat äthiopische Wurzeln und kommt aus Toronto. Interviews lehnte er lange Zeit grundsätzlich ab. Der unnahbare Popstar arbeitete aber schon mit anderen Stars wie Drake, Beyoncé, Ed Sheeran oder Daft Punk zusammen.

Wie er einmal bekannte, hatte er als Schulabbrecher Drogenprobleme. Seinen Vater kenne er kaum, sagte er vor fünf Jahren dem „Rolling Stone“: „Er hat mich nicht misshandelt, er war kein Alkoholiker, er war kein Arschloch. Er war nur einfach nicht da.“

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„Dance Monkey“ auf Platz zwei in den deutschen Single-Jahrescharts

Vergangene Woche wurde The Weeknd richtig emotional, weil er bei den Grammy-Nominierungen diesmal gänzlich leer ausgegangen war. „Die Grammys bleiben korrupt. Ihr schuldet mir, meinen Fans und der Industrie Transparenz ...“, twitterte er. Harvey Mason Jr. von der zuständigen Recording Academy antwortete, es gebe „jedes Jahr weniger Nominierungen als Künstler, die es verdient hätten“.

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Auf Platz zwei in den deutschen Single-Jahrescharts 2020 schaffte es erneut das Lied „Dance Monkey“ der australischen Singer-Songwriterin Tones And I, das schon im Mai 2019 veröffentlicht worden ist. Zweimal Position zwei in den Jahrescharts - das gelang bislang keinem anderen Lied. Rang drei eroberte der Song „Roller“ des Ludwigshafener Rappers Apache 207, der im August 2019 erschienen ist.

Album-Charts: „Power Up“ von AC/DC legte Jahresendspurt hin

Bei den Alben legten die Altrocker von AC/DC einen Durchmarsch hin - und das kurz vor dem Ende der Jahrescharts-Auswertung, die seit 2018 schon Ende November erfolgt und nicht erst im Januar.

Das am 13. November erschienene „Power Up“ ist das erste Album seit dem Tod des Gitarristen Malcolm Young 2017 - und nun die sechste Nummer-eins-Platte der Band. Sie markiert auch die Rückkehr des unverkennbaren Sängers Brian Johnson (73), der zwischendurch mal von Axl Rose (58) ersetzt worden war.

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Johnson hatte die Band 2016 wegen schwerer Gehörprobleme verlassen. „Wenn einem gesagt wird, dass man aufhören muss, fühlt sich das an, als ob man keine Beine hätte, es ist schrecklich“, sagte der heute 73-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. „Glücklicherweise habe ich mich nur mit einer Flasche Whiskey zugeschüttet. Ich hab keine Drogen genommen, ich brauchte keinen Psychiater. Ich habe mir gesagt, ich muss jetzt stark sein.“ Das unerwartete Comeback wurde möglich, weil ein Spezialist ein Hörgerät für Johnson entwickelte.

Erfolgreichste Startwoche eines internationalen Acts seit Metallica

Bandleader und Gitarrist Angus Young (65) sagte im dpa-Gespräch über den Stil von AC/DC: „Viele Leute sagen: "Oh, die machen immer das gleiche Album". Aber das liegt daran, dass es dieselbe Band ist, und so klingen die eben zusammen.“ Seit fast 50 Jahren sind kraftvolle Gitarrenriffs und augenzwinkernde Texte das Erfolgsrezept. Sobald Corona es zulässt, will Young wieder in seiner Schuluniform - seit den 70ern sein Markenzeichen - auf Tournee gehen.

„Power Up“, das 2018/19 aufgenommen wurde, legte die erfolgreichste Startwoche eines internationalen Acts seit Metallica („Hardwired...To Self-Destruct“) vor vier Jahren hin. Laut Daten von GfK Entertainment verkaufte sich das Album in den ersten sieben Tagen etwa 160 000 Mal in Deutschland. Zum Vergleich: Rammstein als Gewinner 2019 hatten sogar 260 000 verkaufte Einheiten in der ersten Woche.

Erstmals seit 2011 wieder ausländische Künstler an der Spitze der Albumcharts

Erstmals seit der Britin Adele 2011 („21“) stammt das Album des Jahres wieder von ausländischen Künstlern. Voriges Jahr war es Rammstein, davor hatten sich Helene Fischer (2018, 2017, 2015, 2014, 2013), Udo Lindenberg (2016) und Die Toten Hosen (2012) durchgesetzt.

Hinter den englischsprachigen Hardrockern wird es in den Top 10 der erfolgreichsten Alben auch 2020 wieder recht deutsch: Auf Platz zwei landet die Band Böhse Onkelz („Böhse Onkelz“), auf der Drei Sarah Connor („Herz Kraft Werke“). Rang vier erreichen Die Ärzte („Hell“), Platz fünf geht an das Vox-Show-Album „Sing meinen Song - Das Tauschkonzert, Vol.7“ mit Gastgeber Michael Patrick Kelly sowie Max Giesinger, LEA, Nico Santos, Jan Plewka, Ilse DeLange und MoTrip.

Es folgt auf der Sechs der Musiker und Youtuber Fynn Kliemann („Pop“). Platz sieben erreicht die US-Metal-Band Metallica („S & M2“), Rang acht Kerstin Ott („Ich muss Dir was sagen“), gefolgt von Thomas Anders und Florian Silbereisen („Das Album“) auf Platz neun und dem Rapper Bonez MC („Hollywood“) auf der Zehn.

RND/dpa

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