„Shaun das Schaf“: Wollknäuel im Weltall

  • „Shaun das Schaf“ erlebt ein außerirdisches Kinoabenteuer
  • Die Stop-Motion-Künstler haben eine tolle Komödie abgeliefert.
  • Noch eine zweite Figur zum Knuddeln lernen wir in dem Film kennen.
Jörg Brandes
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Shaun das Schaf hat bereits 24 Jahre auf seinem Wollebuckel, hat sich aber stets sein kindliches Gemüt bewahrt. Der kleine Knetkamerad startete 1995 als Statist in einer Folge von „Wallace & Gromit“ seine Medienkarriere, entwickelte sich zum Helden einer eigenen TV-Serie und stieg 2015 gar zum Kinostar auf. Allein in Deutschland wollten zwei Millionen Zuschauer die Abenteuer des Wollknäuels sehen.

Hütehund Bitzer hat alle Pfoten voll zu tun

Das Leinwanddebüt führte Shaun von der heimischen Mossy-Bottom-Farm in eine Stadt. Im zweiten Langfilm nun wird Shauns Aktionsradius weitaus größer. Da schwirrt das Schaf zeitweise im Weltall herum.

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Zuvor treibt Schaun freilich mit seinen Artgenossen auf dem Hof allerhand Schabernack. Hütehund Bitzer kann neue Verbotsschilder gar nicht schnell genug aufstellen. Derweil landet ein Ufo in der Nähe von Mossy Bottom. An Bord ist ein Alienmädchen namens Lu-La, das mit dem Raumschiff seiner Eltern auf der Erde gestrandet ist – und von Shaun im Schafstall aufgestöbert wird.

Das Schaf freundet sich mit der jungen Außerirdischen an und will ihr helfen, zu ihrem Heimatplaneten zurückzukommen. Die Ufolandung ist jedoch nicht unbemerkt geblieben. Geheimagentin und Alienjägerin Red setzt alles daran, Lu-La mit Unterstützung ihrer nicht unbedingt hellen Gehilfen in ihre Hände zu bekommen.

Unschwer zu erkennen, dass sich die Story an Steven Spielbergs „E.T. – Der Außerirdische“ orientiert. Auch auf andere Science-Fiction-Filme wird kräftig angespielt. Hier klingt „2001: Odyssee im Weltraum“ an, da wird sich auf die „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ bezogen. Regierungsagentin Red wiederum könnte eine Kollegin der „Men in Black“ sein.

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Viel Slapstick im Programm

Auch junge Shaun-Fans, denen sich parodistische Kinoverweise eher nicht erschließen, haben Spaß. Der Film bietet reichlich Slapstick und neben dem Titelhelden eine weitere knuffige Knetfigur. Man muss das Alienmädchen Lu-La einfach mögen. Und dann kann Lu-La auch noch Stimmen imitieren und verfügt über telekinetische Fähigkeiten. Die Filmemacher haben ihr eine gelungene Mischung aus Unschuld und Vorwitzigkeit mitgegeben.

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Vor den Knetmeistern der Aardman-Studios kann man nur den Hut ziehen. Sie haben einmal mehr ein ansehnliches und mit 70 verschiedenen Sets auch komplexes Werk in Stop-Motion-Technik auf die Beine gestellt. Die Geschichte vermittelt sich ohne Worte allein über Bilder und Geräusche.

Das Ufofieber ist ausgebrochen

Die Nebenhandlung, in der sich der Mossy-Bottom-Bauer das ausgebrochene Ufofieber mit der Errichtung eines „Farmageddon“ genannten Themenparks zunutze machen will, lenkt ein wenig vom roten Faden ab. Immerhin fallen ein paar nette Gags ab – und der Park spielt noch eine wichtige Rolle: beim aufregenden Actionfinale, nach dem das „Farmageddon“-Premierenpublikum zu Recht applaudiert – und auch etwas gerührt ist.

„Shaun das Schaf – Der Film: Ufo-Alarm“, Regie: Richard Phelan, Will Becher, 86 Minuten, FSK 0

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Von Jörg Brandes/RND

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