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Scorpions setzen ein “Sign of Hope” - und danken damit Ärzten und Pflegern

  • Die Corona-Pandemie hat auch die Pläne einer berühmten deutschen Rockband durchkreuzt, die seit Jahrzehnten um den Globus jettet.
  • Gefangen im Lockdown in Hannover arbeiten die Scorpions an einem neuen Album.
  • Der aktuelle Song “Sign of Hope” könnte auch ein Zeichen für die in den Charts eher darbende handgemachte Pop- und Rockmusik werden.
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Hannover. Das Lied ist näher an “Here Comes the Sun” als an “Still Loving You”: “Sign of Hope” ist möglicherweise der luftigste Song, den die Scorpions je aufgenommen haben. Ein hochmelodiöses Stück Folkpop zur Klampfe, in das die elektrische Gitarre erst spät hineinfährt. “Gib mir Hoffnung, nur ein kleines bisschen Hoffnung, ein bisschen Trost für meine Seele”, singt Klaus Meine. Und dass man in schlimmen Zeiten einen Freund braucht, dass man indes auch in Gott Ermutigung finden kann, wenn man niemanden hat, einsam und allein ist.

Der Scorpions-Frontmann beschwört dann die befremdlichen leeren Plätze, leeren Straßen des Lockdowns. “Alles wird gut”, sind Meines Schlussworte. Positiv wie “Winds of Change”, die Scorpions-Hymne zum Ende des Kalten Kriegs, ist “Sign of Hope”, und dabei ähnlich eingängig.

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Meine (71) ist froh, dass er den coronabedingten Lockdown in seiner Heimat Hannover erlebt. “Ich möchte zurzeit nicht in den USA sein und dort eventuell ins Krankenhaus müssen”, sagte der Frontmann der legendären Rockband, die weltweit über 110 Millionen Tonträger verkauft hat. In den USA sind die Scorps nach wie vor eine der beliebtesten, Großhallen füllenden Classic-Rock-Acts.

Seine Bandkollegen und er, dessen ist sich Meine bewusst, gehörten altersmäßig zur Risikogruppe. Die Verantwortlichen in Deutschland hätten es bisher gut hinbekommen, italienische Verhältnisse zu verhindern, sagte der Musiker. “Ich habe Vertrauen, dass wir auch weiterhin gut durch diese Krise geführt werden.”

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Im Peppermint Park entsteht ein neues Scorpions-Album

Verschwörungstheoretiker ignoriert Meine komplett. “Die Abteilung gab es schon immer. Die haben auch nicht geglaubt, dass die Amerikaner auf dem Mond waren.”

Derzeit arbeitet der Scorpions-Sänger mit den Gitarristen Rudolf Schenker (71) und Matthias Jabs (64) jeden Abend in den Peppermint Park Studios in Hannover an einem neuen Rockalbum. Der amerikanische Produzent Greg Fidelman wird aus Los Angeles per Videokonferenz zugeschaltet, Bassist Pawel Mąciwoda aus dem polnischen Krakau und Schlagzeuger Mikkey Dee aus Göteborg in Schweden.

Die Scorpions haben mehr Glück in der Krise als andere Musikerkollegen - für dieses Jahr waren nicht so viele Konzerte geplant. 2019 hatten sie nach 34 Jahren erneut beim brasilianischen Festival Rock in Rio vor mehr als 100.000 Menschen gespielt. Anfang 2020 waren sie auf Tour in Australien, Neuseeland, Indonesien und Singapur.

“Gefangen im Lockdown haben wir sofort umgeschaltet auf Kreativmodus”, erzählte Meine. Und so habe er Ende März zu Hause jenen kleinen Song “Sign of Hope” geschrieben, "keine Promo-Geschichte, sondern straight from the heart in troubled times” (etwa: direkt aus dem Herzen in unruhigen Zeiten). “Mit ‚Sign of Hope’ wollen wir unsere Solidarität ausdrücken mit Ärzten, Pflegepersonal und allen, die in der Frontline stehen”, sagte er.

“Sign of Hope” hat das Zeug zum Chartserfolg

Der Song sei als musikalisches Hoffnungszeichen gedacht. Und er hat durchaus das Zeug zum großen Chartserfolg. Das wäre für alle Fans ein zusätzliches “sign of hope”. Denn Rock, Folk, Gitarrenpop, Blues, Rock’n’Roll, Punk und alle klassischen Spielarten handgemachter Populärmusik sind in den Charts der Welt derzeit weit und breit nicht auszumachen.

RND/big/dpa

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