Sängerin Inga Humpe hält deutsche Popmusik für zu brav

  • Sängerin Inga Humpe ist enttäuscht von der deutschen Popmusik-Szene.
  • Diese bringe zurzeit weder Gewagtes noch Innovatives hervor.
  • Stattdessen würden brave Schlager die Charts dominieren.
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Berlin. Die Musikerin Inga Humpe vermisst mehr Mut in der Musik. „Pop ist eigentlich tot. Ich bin froh, dass ich lebe. Aber Pop ist tot“, sagte die Sängerin des Berliner Elektropop-Duos 2raumwohnung („36 Grad“) der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor ihrem 65. Geburtstag (am 13. Januar). „Diese vielseitige Art von Popmusik, wie ich sie kenne, die gibt’s eigentlich im Moment nicht.“ Derzeit gebe es nur Schlager und sonst nichts mehr.

„Popmusik ist für mein Gefühl immer brisant gewesen, immer gewagt und innovativ“, sagte Humpe. Das sei Popmusik für sie auch weiterhin, aber in Deutschland gebe es da im Moment keinen Anschluss. „Beim Schlager und insgesamt gesellschaftlich ist dieser Wille zur Gleichform, eine gewisse Bravhaftigkeit zu sehen“, kritisierte Humpe, die wie ihre Schwester Annette in den 80er und 90er Jahren mit Punk- und New-Wave-Bands musikalisch groß wurde und die Neue Deutsche Welle mitprägte.

In der coronabedingten Pause frage sie sich nun „Wo stehe ich in dieser Musikwelt?“ und arbeite an der Auferstehung des Pop. „Es gibt bestimmt viele, die daran arbeiten“, räumte Humpe ein. Sie selbst nutze dieses ruhige Jahr dafür, um zu überlegen, „was für eine Energieform denn jetzt wichtig ist. Was sagt man den Leuten? Wie kriegt man sie zusammen? Wie kriegt man die Leute dazu, ein Bewusstsein zu haben, dass Demokratie wertvoll ist und dass es sich lohnt, für ihre Sachen zu kämpfen und sich zu bewegen?“

dpa

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