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Sammler ersteigert Rote Mauritius: 10 Millionen Euro für ein bisschen Papier

  • Ein Brief mit einer seltenen Rote-Mauritius-Briefmarke erzielt bei einer Auktion am Samstag (26. Juni) einen neuen Weltrekordpreis.
  • 8,1 Millionen Euro musste ein deutschsprachiger Käufer aus Europa bieten.
  • Die Gesamtrechnung dürfte aber weitaus üppiger ausfallen.
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Als der Hammer gefallen war, zeigt sich auch der Auktionator völlig überrascht. „Ein Wahnsinnsergebnis! Damit hatte ich nicht gerechnet“, sagte Christoph Gärtner, Inhaber des gleichnamigen Auktionshauses in Bietigheim-Bissingen unweit von Stuttgart.

Kurz zuvor hatte er mit dem Zuschlag für den legendären Brief mit einer Rote-Mauritius-Briefmarke einen neuen Weltrekord der Philatelie aufgestellt: 8,1 Millionen Euro musste ein deutschsprachiger Käufer aus Europa bieten, um seine beiden Mitkonkurrenten per Telefon auszustechen.

Eine Rechnung von mehr als 10 Millionen Euro kommt auf den Sammler zu

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Zuzüglich des Auktionsaufgeldes und der Mehrwertsteuer wird er demnächst eine Rechnung von etwas mehr als 10 Millionen Euro für den recht kleinformatigen Brief bezahlen – mehr hat noch nie ein Briefmarkensammler für ein Stück ausgegeben, das ihm lieb und in diesem Fall auch sehr teuer war.

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Startpreis des Briefes waren 4 Millionen Euro – ein Betrag, für den man selbst in den besseren Lagen von Hamburg oder München eine schöne Immobilie erwerben kann. Rund 30 Minuten dauerte nach Angaben des Auktionshauses Gärtner das Bietergefecht – ein Mann, der via Internet mitgeboten hatte, war schnell aus dem Rennen.

In Zeiten der Negativzinsen bieten nicht nur Philatelisten

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Über den Käufer wurde kaum etwas bekannt, ebenso wenig über den Verkäufer. Beides sind private Sammler und hatten oder haben einfach nur Freude an der exklusiven Seltenheit des Briefes, hieß es. Immerhin hat der Mauritius-Brief damit einen echten Liebhaber gefunden, schließlich drängen in dieser Zeit der Null- oder gar Negativzinsen auch Investoren auf den Markt, die darauf hoffen, bei einem späteren Verkauf seltener Briefmarken jene Rendite zu erzielen, die Banken heute nicht mehr gewähren.

Exklusivität haben die Mauritius-Briefmarken eigentlich schon immer ausgezeichnet. Sie wurden am 22. September 1847 auf der Insel vor der ostafrikanischen Küste, die damals zum britischen Kolonialreich gehörte, an die Postschalter gebracht. Der Gouverneur in der Hauptstadt Port Louis, Sir William Maynard Gomm, hatte ihren Druck veranlasst, und eine Legende besagt, dass dies nur auf Bitten seiner Ehefrau hin geschah.

Die Briefmarken wurden für Balleinladungen gedruckt

Lady Gomm hatte für den 30. September 1847 einen großen Kostümball auf ihrem Anwesen anberaumt und suchte noch nach einer Attraktion, um die Einladungsbriefe möglichst beeindruckend gestalten zu können. Sie bat daher ihren Mann, Briefmarken drucken zu lassen. Der Ehemann tat ihr den Gefallen und ließ je 500 rote Marken mit dem Bildnis der britischen Königin Victoria im Wert zu einem Penny und 500 blaue Marken im Wert zu 2 Pence drucken.

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Viele der roten Marken erhielt dann Lady Gomm für ihre Einladungsbriefe – und zwar bevor die Marken an die Postämter der Insel gelangten. Ein solcher Brief, auch „Ball Cover“ genannt, wurde nun bei Gärtner verkauft. 15 rote Mauritius-Marken existieren heute noch; von der blauen Version, heute ein Synonym für Seltenheit, gibt es noch zwölf Exemplare.

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Lady Gomm dürfte kaum geahnt haben, dass sich ihr Wunsch, mit den kleinen Postwertzeichen Aufsehen zu erregen, auch noch 174 Jahre später erfüllt.

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