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Roberto Benigni bei der Berlinale: “Alle Väter wollen ihre Kinder schützen”

  • Roberto Benigni stellt bei der Berlinale den Film "Pinocchio" vor.
  • Der italienische Oscarpreisträger spielt den Tischler Geppetto.
  • Regie hat Matteo Garrone geführt, bekannt durch den Film "Gomorrha".
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Berlin. Vor 21 Jahren ist Roberto Benigni in Hollywood begeistert über Stühle und Bänke gesprungen. Da hatte er gerade mehrere Oscars für “Das Leben ist schön” gewonnen, eine Tragikomödie aus dem Konzentrationslager – vor allem aber eine große Liebesgeschichte zwischen Vater und Sohn.

Nun ist der italienische Schauspieler bei der Berlinale wieder mit einer Vater-Sohn-Geschichte am Start, allerdings einer ganz anders gelagerten: Benigni spielt den Tischler Geppetto, der sich eine lebensechte Puppe schnitzt.

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Regisseur Matteo Garrone, bekannt für seinen Mafiathriller “Gomorrha” und zuletzt gefeiert für “Dogman”, hat Carlo Collodis Geschichte von “Pinocchio” neu aufgelegt. Noch einmal verwandelt sich im Kino eine knarzende Holzfigur in einen Jungen – mithilfe von grandiosen Maskenbildnern und wohl noch mehr Computertricksereien.

„Kinder von acht bis 80 lieben dieses Märchen“

Über Bänke ist Benigni am Sonntag in Berlin zwar nicht geklettert, aber die Sätze sprudeln immer noch ohne Punkt und Komma aus dem 67-Jährigen heraus. Mit Collodis Geschichte aus dem 19. Jahrhundert verbindet ihn viel: Er hat 2002 auch schon mal Pinocchio in einem von ihm selbst inszenierten Film gespielt. “Ich bin wohl der einzige Mensch auf der Welt, der beide Rollen übernommen hat”, so Benigni. “Kinder von acht bis 80 lieben dieses Märchen.”

Ehe man sich versah, war Benigni bei Josef von Nazareth aus der Bibel gelandet, der ja erstens auch Tischler gewesen sei und zweitens ebenso wie Geppetto mit seinem Sohn Probleme gehabt habe. “Alle Väter wollen ihre Kinder schützen”, so Benigni.

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Erstaunlich selten war Benigni nach seinem grandiosen Oscarerfolg im Kino zu sehen. Eine größere Rolle hatte er in Woody Allens “To Rome with Love” (2012). Vielleicht hätte seine Karriere aber auch eine ganz andere Richtung nehmen können.

Anfrage von Francis Ford Coppola

1999 hätte ihn Hollywood am liebsten gleich dabehalten, sagte Benigni. Kein Geringerer als Francis Ford Coppola habe ihn damals angefragt – und für welchen Film? Genau: für “Pinocchio”.

Aus dem Projekt ist nach Benignis Worten dann nichts geworden. Er habe es vorgezogen, seinen eigenen Weg im vertrauten Italien zu gehen. Und deshalb saß Roberto Benigni am Sonntag bei der Berlinale – in der Rolle des “berühmtesten Vaters neben Josef”.

RND

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