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Regisseur Rüping kann sich Theater auch in Fußballstadien vorstellen

  • Christopher Rüping bedauert die aktuelle Situation, in der sich die Kulturschaffenden gerade befinden.
  • Wegen der Corona-Krise könnte sich der Theaterregisseur auch vorstellen, in größere Räume in der Öffentlichkeit auszuweichen.
  • Der 35-Jährige schlägt Fußgängerzonen, Fußballstadien oder Eishallen vor.
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Berlin. Der Theaterregisseur Christopher Rüping kann sich vorstellen, während des Teil-Lockdowns andere Räume in der Öffentlichkeit zu bespielen. „Fußgängerzonen, Fußballstadien, Eishallen, Balkone... Theater braucht immer irgendeine Form der Bühne“, sagte der 35-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. „Und wenn die Bühnen, die wir normalerweise hauptsächlich bespielen, gerade nicht zur Verfügung stehen, suchen wir uns eben andere: im analogen wie im digitalen Raum.“

Während die Theater in Deutschland noch bis mindestens 20. Dezember geschlossen sind, haben in der Schweiz noch einige Einrichtungen unter Einschränkungen geöffnet - so auch das Schauspielhaus Zürich, wo am 3. Dezember (Donnerstag) Rüpings neue Inszenierung „Einfach das Ende der Welt“ Premiere feiert. Rüping - 2019 von der Zeitschrift „Theater heute“ zum Regisseur des Jahres gewählt - hatte während des ersten Lockdowns im April mit „Dekalog“ eine interaktive Online-Theater-Serie inszeniert. Von seiner neuen Inszenierung soll es am 17. Dezember einen Livestream im Internet geben.

Rüping hat schlimme Befürchtungen

Aktuell diskutieren Theatermacher darüber, was für eine Zeit beginnt, wenn die Pandemie vorbei ist. Er habe Schwierigkeiten damit, sich eine Welt „nach“ Corona vorzustellen, sagte Rüping, „ist ja schon schwer genug, sich die Welt vorzustellen, in der wir gerade leben, also eine Welt "mit" Corona - und ich fürchte, dabei wird es noch eine ganze Zeit lang bleiben“.

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Rüping ergänzte: „Wer weiß, wenn wir Pech haben, steht uns ein Jahrhundert der Pandemien bevor. Dann würde die Krise der Versammlung zum Normalzustand werden. Das Theater würde das wohl nicht überleben - also jedenfalls nicht so, wie wir es uns gemeinhin vorstellen: mit Garderobe, voll besetztem Zuschauerraum und einer Bühne, die von Scheinwerfern beleuchtet wird. Aber selbst dann, da bin ich mir sicher, würde aus den Ruinen der Stadt- und Staatstheater etwas Neues entstehen, eine andere Form des Theaters, entwickelt für andere Formen der Versammlung.“

RND/dpa

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