Endlich wieder unter Menschen gehen – seid umschlungen, Millionen!

  • Raus aus dem Lockdown – rein ins Leben!
  • Der Sommer lacht, die Impffrist ist abgesessen.
  • Daniel Killy fragt sich: Was hält uns da eigentlich noch in unserem „einen Haushalt“?
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Es gibt Gefühle, von denen nahm niemand an, dass man sie einmal vermissen könnte: Das rhythmische Dreschen auf Holztische beim gemeinsamen Fußballgucken etwa, das dazu führt, dass Gläser kippen und Bier über Klamotten strömt. Als mir das beim EM-Eröffnungsspiel in Rom passierte, fühlte sich das beinahe gut an – als ströme das wahre Leben wieder über mich herein. Jetzt, kurz nachdem ich die Frist nach meiner zweiten Impfung abgesessen und mir so ein Stück mehr Freiheit zurückerobert hatte. Nun, es stank und klebte wie stets, aber dennoch war da eine wesentlich höhere Toleranz solch Verhalten gegenüber als normalerweise.

Die Pandemie und wir Der neue Alltag mit Corona: In unserem Newsletter ordnen wir die Nachrichten der Woche, erklären die Wissenschaft und geben Tipps für das Leben in der Krise ‒ jeden Donnerstag.

Aber was ist schon normal dieser Tage? Wir dürfen wieder raus aus unseren Legebatterien, und die ersten Schritte in dieser Freiheit gehen wir mit demselben ungläubigen Zögern, das auch die Hühner befällt, wenn sie das erste Mal wieder aus dem Stall aufs grüne Gras dürfen. Natürlich war es auch gemütlich drinnen. Netflix, schlunzige Klamotten und die unterschiedlichsten Grade kultivierter Verwahrlosung waren die Markenzeichen der Freizeitgestaltung in der heimischen Corona-Feste.

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„Ich muss dir endlich wieder die Hand geben!“

Aber wie schön ist es, wenn ein lang vermisster Freund auf dich zugeht und sagt: „Ich muss dir endlich wieder die Hand geben!“ Wenn sich die Tafel draußen mit netten Menschen füllt, manche spontan dazukommen, gemeinsam gelacht, gegessen und getrunken wird. Wobei in der Tat gemeinsam das Zauberwort ist. Ja, sie werden bald wieder nerven, diese sozialen Zwänge. Sich mit A zu verabreden und von B vorwurfsvolle Blicke zu kassieren, warum sie/er denn noch länger auf ein Treffen warten müsse.

Doch all die Mühen, die der Umgang mit Menschen nun mal mit sich bringt, und all die Bequemlichkeiten des coronabedingten Eremitendaseins – sie verblassen angesichts der vielfältigen Freuden über das Wiedersehen, das Weiterreden, das einander Umarmen und das Teilen von Freizeit und Gedanken: Seid umschlungen, Millionen!

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