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Popklassiker aufpoliert: “The Seeds of Love” von Tears for Fears

  • Ein Albumklassiker der späten Achtzigerjahre erscheint mit einiger Verspätung in einer opulenten Neuausgabe.
  • Mit “The Seeds of Love” schufen Tears for Fears 1989 ihr ambitioniertestes, stilbuntestes und meistverkauftes Album.
  • Am 9. Oktober erscheint es mit 22 bislang nicht veröffentlichten Aufnahmen.
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Tears for Fears galten lange als typisch 80er. Eine Synthpop-Formation, die mit “Mad World” und “Shout” Popklassiker geschrieben hatte. Das Album aber, das auf ihren Millionenseller “Songs From the Big Chair” folgte, war völlig anders. “The Seeds of Love” klang 1989 nach Beatles, Sixties, Jazzpop. Die Pforten der Wahrnehmung schienen bei Roland Orzabal und Curt Smith plötzlich sperrangelweit offen zu stehen. Das wohl beeindruckendste Album des Duos erscheint gut drei Jahrzehnte später, am 9. Oktober, in einer Neuauflage. Opulenteste Version ist eine Vier-CDs-plus-Blu-ray-Box.

Orzabal stuft es von alles TfF-Alben “am höchsten” ein

“Von all unseren Alben würde ich es wohl auch am höchsten einstufen”, sagt Roland Orzabal über “The Seeds of Love”. “Ich glaube, dass es damals viele Menschen überrascht hat, auch viele unserer Kollegen, also jene Leute, mit denen man uns womöglich in der Mitte der Achtziger noch verglichen hatte.” Curt Smith ergänzt: “Die Stücke, die ich damals mochte, gefallen mir bis heute: ‘Woman in Chains’, ‘Badman’s Song’, ‘Sowing the Seeds of Love’ und ‘Advice for the Young at Heart’ fallen mir da ein. Wir spielen sie alle nach wie vor live.”

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Flankiert werden die remasterten Originale von 22 bisher nicht veröffentlichten Aufnahmen – darunter Demoversionen, Live-Takes und exklusive Sessionmitschnitte – sowie von allen B-Seiten und raren Mixes. Höhepunkte sind die Demoversion von “Advice for the Young at Heart”, bei der Orzabal die Leadvocals einsingt, und der Song “Rhythm of Life”, der am Ende doch nicht aufs Album kam und stattdessen von der Gastpianistin Oleta Adams für deren Solo-LP “Circle of One” eingesungen wurde. Die Blu-ray liefert einen 5.1-Mix des mehrfach Grammy-nominierten Musikers Steven Wilson.

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Die Aufnahmen wurden zur unendlichen Geschichte

Erste Ideen trugen sie schon während der 1985-Tour zusammen, oftmals bei Soundchecks vor den Shows. In den vier Jahren danach sollten Roland und Curt mit etlichen Produzenten zusammenarbeiten, wobei auch die Liste der beteiligten Toningenieure und Gastmusiker und -musikerinnen immer länger wurde. Schließlich fassten sie den Entschluss, den dritten Longplayer doch lieber selbst zu produzieren und dabei einzig auf die Unterstützung von Dave Bascombe zu setzen, der schon bei “Songs from the Big Chair” als Toningenieur mitgewirkt hatte.

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Eine wichtige Rolle im Studio übernahm auch die US-Pianistin und Sängerin Adams, die Roland und Curt während ihrer Tour anno 1985 in einer Hotelbar entdeckt hatten. Anfang 1988 stieß sie im Studio dazu und spielte mit Studiocracks wie Manu Katché (Schlagzeug) und Pino Palladino (Bass) Lieder wie “Woman in Chains” und “Badman’s Song” ein. Danach arbeitete man noch ein ganzes Jahr weiter, bis im Sommer 1989 endlich alles im Kasten war. Eine Million Pfund soll der Aufnahmeprozess damals verschlungen haben. 30 Millionen Exemplare wurden von dem Album verkauft.

Danach trennten sich Orzabal und Smith für 15 Jahre

Nach einer rund 15-jährigen Pause kamen Orzabal und Smith erst im neuen Jahrtausend wieder zusammen – für das Album “Everybody Loves a Happy Ending” (2004). Ab 2010 waren Roland und Curt drei Jahre lang nonstop auf Konzertreise, um 2013 wieder ins Studio zurückzukehren und eine Coverversion von Arcade Fires “Ready to Start” aufzunehmen.

Für die 2017 veröffentlichte Best-of-Sammlung “Rule the World” nahmen sie dann erstmals seit “Ready to Start” wieder neues Material auf, als sie zusammen mit der Band Bastille den Song “I Love You But I’m Lost” einspielten.

Außer in der Super-Deluxe-Edition wird “The Seeds of Love” in einer 2-Disc-Variante, als Vinyl und Picture-Disc-Vinyl erscheinen.

RND/ag/hal

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