“Onward” - Elfenfilm lässt Pixar-Zauber vermissen

  • In einer Welt, in der magische Wesen ihre magischen Möglichkeiten vergessen haben, entdeckt ein junger Elf die Macht des Zauberns.
  • Mit “Onward: Keine halben Sachen” (Kinostart am 5. März) liefern die Pixar-Studios eine Art “Eiskönigin” für Jungs.
  • Leider bleiben die Könige des Computertrickfilms optisch weit hinter ihren Möglichkeiten zurück.
Martin Schwickert
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Die Welt war einmal voller Magie. Aber dann kam die Glühbirne - und mit ihr der ganze technologische Fortschritt, der das Leben bequemer und den ganzen Hokuspokus überflüssig machte. Warum komplizierte Lichtzaubersprüche lernen, wenn man einfach nur einen Schalter umlegen muss?

Einhörner stöbern im Hausmüll

Der neue Pixar-Film “Onward” spielt in einer modernen Welt, die aussieht wie unsere. Nur wird sie von Märchenwesen bevölkert, die ihre magische Herkunft vergessen haben. Einhörner stöbern wie die Ratten im Müll. Zentauren quetschen ihr Hinterteil ins Auto statt zu galoppieren.

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Und der schüchterne Elf Ian quält sich zur High-School, wo die Mitschüler ihn vorsätzlich ignorieren. Ian tut sich mit dem jugendlichen Selbstfindungsprozess schwer. Der Vater ist vor seiner Geburt gestorben und der ältere Bruder Barley scheint aus einem anderen Holz geschnitzt. Aber zu seinem 16. Geburtstag überreicht die Mutter ihm ein Geschenk des Vaters: einen Zauberstab samt Gebrauchsanweisung, mit dem der Vater für einen Tag aus dem Jenseits zurückgeholt werden kann.

Die Zauberei gerät außer Kontrolle

Zaubern will freilich gelernt sein. Das Prozedere gerät außer Kontrolle und der Vater kann nur von den Füßen aufwärts bis zur Gürtellinie wieder hergestellt werden. Fortan haben die beiden Brüder und der halbe Vater bis zum Sonnenuntergang Zeit einen magischen Kristall zu finden, um den Zauber zu vervollständigen. Der übermütige Harley glaubt durch einschlägige Fantasy-Spiel-Erfahrung zu wissen, wie man das schafft. Ian dagegen bleibt eher skeptisch.

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Mit seinem dramaturgischen Gerüst lehnt sich Regisseur Dan Scanlon ("Die Monster Uni”) an klassische Videospielformate an, nur dass es hier nicht um eine Schatzsuche geht, sondern darum den eigenen Vater und sich selbst zu finden. Der emotionale Kern hinter der abenteuerlichen Reise ist stimmig ausgestaltet, denn am Ende steht für Ian die Erkenntnis, dass nicht der verstorbene Vater, sondern der unterschätzte Bruder ihm Halt im Leben gibt.

“Onward” ist so etwas wie “Die Eiskönigin” für Jungs

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Insofern ist “Onward” so etwas wie “Die Eiskönigin” für Jungs, denn auch hier wird eine große Geschwisterliebe erlittenen Verlusten entgegengestellt. Die Magie, die “Onward” ähnlich wie sein weibliches Pendant beschwört, will sich auf der Leinwand aber nicht so recht herstellen. In visueller Hinsicht bleibt dieser Pixar-Film weit hinter den Standards des Animationsstudios zurück.

“Onward: Keine halben Sachen”, Regie: Dan Scanlon, Animationsfilm, 102 Minuten, FSK o. A.

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