„Nome di donna“: Eine Frau wehrt sich gegen ihren Chef

  • Das nüchterne Drama „Nome di donna“ erzählt von einer mutigen Frau auf dem Land.
  • Mit diesem Film erreicht die #MeToo-Debatte das ländliche Italien.
  • Das Ende des Films kommt vielleicht ein bisschen zu optimistisch daher.
Ernst Corinth
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Auch im katholischen Italien hat die #MeToo-Debatte einiges angestoßen. Diesen Eindruck vermittelt jedenfalls Marco Tullio Giordanas Film „Nome di donna“ (deutsch etwa: eine Frau namens). Im Mittelpunkt steht die alleinerziehende Mutter Nina (Cristiana Capotondi), die nach langer Arbeitslosigkeit endlich wieder einen Job gefunden hat.

Doch dann ändert sich alles

Die Arbeit als Pflegerin in einem ländlichen katholischen Pflegeheim läuft prima, die Kolleginnen sind nett. Doch dann ändert sich alles. Ihr Chef, der selbstverliebte Dr. Torri (Valerio Binasco), bestellt Nina eines Abends ins Büro und belästigt sie sexuell. Sie wehrt sich, flieht und beschuldigt ihren Chef des versuchten Missbrauchs.

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Welche Folgen ihre Vorwürfe haben, wird auf betont nüchterne Weise beschrieben. Ausführlich wird die soziale Isolation gezeigt, in die Nina gerät. Dennoch dürfte der Film Frauen Mut machen, sich zu wehren. Fast dokumentarisch wird hier vorgeführt, welche Möglichkeiten Betroffene haben, sich auch juristisch zu wehren. Für Nina gibt es nach all den Demütigungen ein Happy End, das vielleicht ein bisschen zu optimistisch daherkommt.

„Nome di donna“, Regie: Marco Tullio Giordana, mit Cristiana Capotondi, Valerio Binasco, 98 Minuten, FSK: keine Angaben