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Oldtimer des Gewerbes: neue Alben von Neil Young, Eric Clapton, Rod Stewart und Musa Dagh

Altmeister zwischen Folk und Rock ’n’ Roll: Zum Jahresende legt der kanadische Sänger Neil Young mit seiner Begleitband Crazy Horse das Album „Barn“ vor.

Tja, alles sah doch ganz gut gut aus, bis alles wieder ganz schlecht aussah. Und so mussten Pop, Rock, Rap, Blues und Boogie und all die anderen Livemusiken wieder in den Wartestand, was „live“ betraf. Und die, deretwegen alles Bühnenleben ein weiteres Mal verschoben wurde, begreifen sich bis heute nicht wirklich als Teil des Problems, so als sei insgeheim, neben dem Coronavirus, noch ein weiterer Parasit unterwegs, ein Vernunftwurm, der die Befallenen alles Unwahrscheinliche glauben und alles Naheliegende zurückweisen lässt. Einstweilen also muss man sich wieder mal mit Platten zufriedengeben. Gottseidank gibt es in den letzten Wochen des Jahres noch ein paar Juwelen (vornehmlich von Oldtimern des Gewerbes) zu vermelden.

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Hayes Carlls Gott ist weiblich und hat nichts mehr zu verschenken

Auch Singer-Songwriter Hayes Carll weiß, dass derzeit was schiefläuft mit dem Planeten und seiner Primus-Spezies. So lässt er im Eröffnungssong seiner neuen Platte gleich mal Gott einen Besuch auf Erden durchziehen, und die (ja, sie ist so weiblich wie damals, als sie im Film „Dogma“ von Alanis Morissette gespielt wurde) schlägt die Hände über dem Kopf zusammen, dass ihre Schöpfung auch fünf vor zwölf nicht willens ist, Kurskorrekturen vorzunehmen. Und verhaftet wird sie dann auch noch. Fazit des netten Songs „Nice Things“: Für die Typen vom Typus Mensch gibt‘s keine schönen Sachen mehr.

Hayes Carll hat Roots-Country drauf. Die Songs des 45-jährigen Texaners auf „You Get It All“ sind klug, humorvoll, gern auch ein wenig moralisch und zunächst so, wie die Altväter Country mögen – Kenny-Rogers-like, mit Melodien, die muckelig sind und die einem auch vorkommen, als hätte man sie schon mal irgendwo gehört. Gitarre und Fiedel dominieren – zunächst. Aber „To Keep Me Being Around“ (ein Song über eine Hals-über-Kopf-Flucht vor der Ex aus Texas) wäre auch ein rumpeliger Rocker für die Rolling Stones gewesen, „Leave It All Behind“ (über die Notwendigkeit, seinen Verstand zusammenzuhalten) könnte aus dem Frühneunzigerjahre-Fundus von Tom Petty und seinen Heartbreakers stammen. Die Ballade „Help Me Remember“ über einen Mann, der sich verzweifelt an sich selbst erinnern möchte, der sich an allem festhalten will und dem alles entgleitet, ist der wohl ergreifendste Song, der bislang zum Thema Demenz geschrieben wurde: „Ich brauch dich, mir zu helfen, mich zu erinnern.“

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Hayes Carll – „You Get It All“ (Dualtone)

Robert Plant und Allison Krauss machen wieder gemeinsame Sache

„Wieso sollte irgendwer wollen, dass Led Zeppelin sich wieder zusammentun, wenn man diese Musik haben kann“, sagte ein Freund vor fast anderthalb Jahrzehnten begeistert über das erste Gemeinschaftswerk von Robert Plant mit der Bluegrass-Heldin Alison Krauss. Lange hat es bis zu einer Fortsetzung gedauert, „Raise The Roof“ aber bestätigt das Kompliment von einst. Schon der Opener „Quattro“, eine Coverversion aus dem Fundus der Wüstenrocker Calexico (der die Wiederholung des Teamworks angeblich angestoßen hatte) lässt erkennen, dass das Niveau des Fünf-Grammy-Klassikers „Raising Sand“ gehalten wird. Der Stoff hier ist seidig, umfließend, ausfüllend, zugleich erdig, kantig und voller Geheimnis. Krauss‘ Stimme und Plants Zugesang und Saitenarbeit (dazu das Banjo von Marc Ribot) machen aus „The Price of Love“ der Everly Brothers eine Geisterstunde der Liebe. Alles Schlagerhafte ist Verzweiflung und Finsternis gewichen.

Und Plant, wenn er sanft und heiser „Go Your Way“ der britischen Folksängerin Anne Briggs anstimmt, einen Folkrocksong mit pittoresken Glöckchen, erinnert er an Led Zep – nicht an den schreienden goldenen Gott des „Immigrant Song“, sondern an den Americana-Liebenden von „Boogie With Stu“. Von Country bis Delta-Blues reicht die Soundpalette. Zu den Grabesstreichern, dem düsteren Groove und der scherbelnden Gitarre in „High and Lonesome“, dem einzigen Originalsong der beiden Protagonisten, singt Plant über die Suche nach einer verlorenen Liebe. Man stellt sich einen alten Clint Eastwood vor, der auf einem mageren Gaul in die Stadt kommt – der letzte Ritt. Auch hier hat T-Bone Burnett wieder produziert, diesmal die Dunkelheit etwas mehr akzentuiert. Etwas Anmutigeres und Intimeres ist auf dem weiten Feld des Rock ‘n‘ Roll dieses Jahr kaum zu finden.

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Robert Plant & Alison Krauss – „Raise The Roof“ (Rhino)

Ordentliches Spätwerk: Rod Stewart zeigt sich verliebt in T. Rex

Wir wollen auch nicht Rod „The Mod“ Stewarts neues Album verschweigen, zumal es mit „The Tears of Hercules“ den interessantesten Titel aller Stewart-Alben überhaupt trägt. Nicht immer macht der Schotte mit der immer noch jugendlichen Frisur darauf einen guten Eindruck. Sein Glam-Stück „Born to Boogie“ ist der Versuch, noch mal richtig loszurocken. Randy Rod klingt hier nach T. Rex und der Song ist auch eine Ranschmeißerei erster Güte – an den coolen, indes schon kurz nach Elvis verblichenen Marc Bolan. „What a man, what a guy, what a star – Marc the Genius“, jauchzt Roddie und zählt dessen Songs auf („Hot Love“ fehlt). Ist okay, hätte nicht sein müssen.

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Insgesamt aber muss man den Hut ziehen vor dem 76-jährigen Kaledonier, den die Songwriter-Musen vor ein paar Jahren wieder gefunden hatten, nachdem er gefühlt den Großteil der letzten 20 Jahre mit allerhand Ausweichalben (Sinatrapop, Weihnachtsklassiker, Soulklassiker, Rockklassiker) verbracht hatte. Sieben der Tracks hat er mit seinem alten Partner Kevin Savigar geschrieben. Über Sex singt der Gockel („Kookooramabama“), das ist noch mal ziemlich banane, aber der Song „Touchline“ über seinen Vater ist bewegend. Der Rest lässt sich hören, die ruhigeren Sachen sind durch die Bank gelungen. Und dass er in der Ballade „Hold on“ gegen „bigots, racists and those that divide“ zu Felde zieht, ist ehrenwert. Auch die Coverversionen sind gut gewählt – weil nicht so bekannt –, voran die Dudelsackversion von Johnny Cashs „These Are My People“. Heul weiter so, Hercules!

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Rod Stewart – „The Tears of Hercules“ (Rhino)

Eric Claptons Lockdown-Sessions: Versunken in die Musik

Die Hände plagen unseren alten Helden, die zweite Impfung habe Schuld an der Verschlimmerung seines Leidens, so sagt er, und auf seinen Konzerten soll man, muss man aber keine Masken tragen. Es ist außerhalb der Musik nicht ganz so erbaulich, was man da von „Gott“ Clapton im Rolling Stone lesen muss. Da er auf seinem neuen Album „The Lady in The Balcony – The Lockdown Sessions“ keinen Mumpitz verbreitet wie im Vorjahresprotestsong „Stand and Deliver“ (mit Van Morrison, dem anderen Altmeister, dem zur Pandemie nur wunderschön gesungener Querdenkerstuss einfällt) kann darüber hinwegsehen und -hören, wer will. Dann hat man es eine ganze Weile schön warm und muckelig.

Mit drei Mitgliedern seiner Band – Bassmann Nathan East, Schlagzeuger Steve Gadd und Keyboarder Chris Stainton – hat Clapton sich zusammengetan, um einfach draufloszuspielen. Das Ergebnis erscheint als authentischere, wonnigere Variante seines „MTV Unplugged“-Megasellers aus den Neunzigern. Völlig versunken in die Musik ist dieses Quartett bei Celtic-Folk-Instrumentals wie „Kerry“ oder der neuen, groovenden Version des Klassikers „After Midnight“. Claptons Gitarrenarbeit auf Fleetwood Macs „Black Magic Woman“ ist nach wie vor formidabel, noch gelungener ist von derselben Quelle „Man of the World“, und unglaublich zärtlich die Siebenminutenversion von „River of Tears“. Der sanfte Reibeisengesang tut ein Übriges. Am Ende dann noch mal Bluesrabatz mit Muddy Waters‘ „Got My Mojo Working“, die Gitarre kratzt und scheuert am Ohr lang, das Piano kringelt sich. Und die Lady auf dem Balkon klatscht.

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Eric Clapton – „The Lady in The Balcony – The Lockdown Sessions“ (Mercury)

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Neil Young und sein Zorn auf die immer noch Gedankenlosen

Mit Mundharmonika und Klampfe kickstartet Neil Young sein neues Album „Barn“. Beim eröffnenden „Song of The Seasons“ hat sich Nils Lofgren in der titelgebenden Scheune zu den Jungs von Crazy Horse gesellt, und erhöht den Wohligkeitsfaktor des Liebeslieds ganz immens mit seiner Ziehharmonika. Wer folkige Neil-Young-Alben wie „Harvest“ (1972) und „Harvest Moon“ (1992) am liebsten mag, der schmiegt sein Ohr hier rein.

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Es geht nicht so folkig weiter, das Album liefert in der Folge vornehmlich – wie man es von Crazy Horse erwartet – unbekümmert rumpelnden Indierock, mal bluesig vorwärtstreibend (die Aussichten auf eine bessere Zukunft erscheinen in „Change Ain‘t Never Come“ eher zweifelhaft), mal aufgekratzt und schleppend zugleich (in „Canerican“ besingt der gebürtige Kanadier, wie er einst nach Süden in die USA zog, eine Band zu finden, und wie es um seine Gefühle für die beiden Heimaten bestellt ist). Im Rocker „Human Race“ sorgt Young sich mit kaum verhohlener Wut um die Verstecke der Kinder von heute vor den Fluten und Bränden von morgen und fragt bissig zu nadelnden Gitarren und kreischenden Feedbacks: „Wer erzählt ihnen, dass wir nicht versucht haben, die Welt zu retten?“ Gegen Ende kommt dann wieder Nils Lofgren und rollt seine Finger an einem Honkytonkpiano lang und schon wird‘s wieder traut. Die Liebe lässt einen das Leben ertragen, heißt es da. Schönes Album.

Neil Young & Crazy Horse – „Barn“ (Warner)

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Chuck Berrys Band lässt die Lokomotive schnaufen

Die Songs von Chuck Berry – Gott hab ihn selig – spielt noch heute jede Band, die das mit dem Rock ‘n‘ Roll ernst meint. Liveauftritte von Chuck Berry selbst waren aber oft eher mit Vorsicht zu genießen, denn der Pionier spielte aus Kostengründen gern mit angeheuerten Musikanten und oft genug klang alles lustreduziert und abgenudelt und wurde vom Publikum nur deshalb gefeiert, weil da eben Chuck himself auf der Bühne stand – das Originalgenie, die Legende.

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Hier hatte er definitiv Spaß am Spiel. Die Konzertplatte „Live From Blueberry Hill“, die eine Woche vor Heiligabend erscheint, stammt aus dem Duck Room des Blueberry Hill in St. Louis, wo Berry binnen 17 Jahren 209 Auftritte mit einer immer festeren Band aus langjährigen Begleitern und Familienmitgliedern absolvierte. Die Blueberry Hill Band ist gewiss kein Virtuosenensemble, aber eine, die die Lokomotive schnaufen lässt. Der Sound des Albums ist darüber hinaus nicht State of the Art, was aber durch den State of the Heart einigermaßen wettgemacht wird. Es wird immer wieder akzentuiert, dass Berry vom Blues kommt. Anderes Tempo, zuweilen gar andere Textzeilen – warum nicht? „Here goes Johnny now!“, sagt Chuck Berry, und das berühmte Riff klingt so dumpf, als hätte jemand 1962 im Cavern ein Mikrofon hochgehalten.

Chuck Berry – „Live From Blueberry Hill“ (Dualtone)

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Vertrackter Rock, der neugierig macht: das Trio Musa Dagh

Der Musa Dagh ist ein Zufluchtsort, ein Berg der Hoffnung. Der österreichische Dichter Franz Werfel veröffentlichte 1933 im Morgendämmer des nächsten Genozids den erschütternden Roman „Die vierzig Tage des Musa Dagh“ über den armenischen Widerstand gegen den osmanischen Völkermord. Französische Kriegsschiffe retteten 1915 über 4000 Armenier, mehrheitlich Frauen und Kinder, von dem Berg und evakuierten sie nach Ägypten. Wer nach dem Bandnamen Musa Dagh sucht, der gelangt an diese von der Zeit fast völlig verschluckte Geschichte über ein Wunder inmitten von Gewalt, Hass und Zerstörung. Sänger Aydo Abay von Blackmail, der Frankfurter Gitarrist Aren Emirze (Harmful, Taskete) und Beatsteaks-Drummer Thomas Götz sind diese Band Musa Dagh, deren Name sich wohl sowohl der türkischen Abstammung von Abay als auch den kaukasischen Wurzeln von Emirze verdankt – sein Vater war ein aus Istanbul stammender Armenier.

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Der Rock ‘n‘ Roll hier ist eine Wundertüte der Klänge, hat orientalische Spuren in sich, viele psychedelische Schlieren, hallende Echokammern, vertrackte, sich auftürmende Rhythmen, brausende Gitarren. Man höre nur das im Ska-Schritt stakende „Life Fucked Balance“ oder das gewaltige, sich auftürmende „Halo“, dem dann „Plural Me“ folgt, ein ohrschöner Indierocksong wie aus den bedeutsameren Tagen der Smashing Pumpkins. „Put your hand in mine“, singt Abay mit seiner einlullenden Stimme, und die Einladung nimmt man gerne an, denn hier gibt es alle paar Sekunden neue akustische Preziosen zu bestaunen wie damals, als Rock jung war und über die Welt herrschte.

Musa Dagh – „Musa Dagh“ (Cargo Records)

Und noch ein Jubiläum: Travis schnüren das „Invisible Band“-Paket

„The Invisible Band“ war das Album nach dem Durchbruch, und Fran Healy und seine Mannen liefen damals, 2001, in Gefahr, zu jedermanns Lieblingsbritpoptruppe zu werden. Nette Musiker mit wunderschöner Musik sind nun meist nicht das, was der gemeine Rockfan auf Dauer erträgt, da werden unter Umständen schon mal gefühlte schottische Pur draus und Zuneigung schlägt in Abneigung um. Travis wussten das – sie lieferten vor 20 Jahren (das Album wird mit einer Jubiläumsedition gefeiert, deren wunderschöne Deluxe-Variante zwei Klarsichtvinyle und ein Begleitbuch enthält) zwar eine weitere Sammlung meisterlicher Melodien, beließen den Stücken aber einige Kanten. Und so gehören „Sing“, „Flowers in The Window“, „Side“ und einige mehr zu den Popmemorabilia der Millenniumswende.

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Die Dreingabe ist eine CD, auf der B-Seiten und Unveröffentlichtes versammelt sind – auch einige Hommagen sind dabei – Dylans „You‘re a Big Girl Now“, „All the Young Dudes“ von den Glamrockern Mott The Hoople. „Killer Queen“ von Queen – das singt Healy erst mal so wie jeder, der sich nicht mehr so recht an den Text erinnert. Und wenn Hörers Grinsen breiter nicht werden kann, setzen sie an zu einer Klasse-Coverversion des Songs.

Melancholiker ersten Ranges, die sie sind, haben sie auch immer ein bisschen vom „Warum regnet‘s eigentlich immer auf mich“-Geist des Vorgängers in den Songs wie „Afterglow“ und „Ancient Train“. Dann aber holen sie die Beatles raus, und dann heißt es: „Here Comes The Sun“. Und man singt mit: Do-do-do-do! Wetter ist, was man draus macht. Frohe Weihnachten!

Travis – „The Invisible Band – 20th Anniversary Edition“ (Craft Recordings).

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