Nach Kritik: Dresdner Semperopernball zieht Konsequenzen

  • Die Vergabe von Orden garantiert seit Jahren Prominenz beim Dresdner Semperopernball.
  • Einer umstrittenen Verleihung vor der Ausgabe 2020 folgen Absagen - nun zieht der Ballverein Konsequenzen.
  • Das Konzept sei überarbeitet worden.
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Dresden. Beim diesjährigen Dresdner Semperopernball (7. Februar) werden keine weiteren Preise verliehen. Nach heftiger Kritik auch von Partnern an der Ehrung von Ägyptens Präsident Al-Sisi und Absagen von Moderatorinnen verzichtet der Ballverein nach eigenen Angaben auf die Vergabe weiterer St. Georgs Orden. Dies geschehe "aus Respekt vor den vielen Diskussionen der letzten Tage und um in Ruhe über künftige Entscheidungen nachdenken zu können", teilte der Verein am Montag mit. Das Konzept sei überarbeitet worden.

Zuvor hatten nach zwei Co-Moderatorinnen auch SAP-Gründer Dietmar Hopp als benannter Preisträger und der frühere FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß als sein Laudator ihre Teilnahme am Ball abgesagt, wie eine Sprecherin des Ballvereins sagte. Wer nun neben Schlagersänger Roland Kaiser die Veranstaltung moderiert, sei noch nicht entschieden.

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Rakers und Höppner nehmen Abstand von Veranstaltung

Die Frage der Ordensverleihungen werde auch bei den geplanten Gesprächen über die Zukunft des Dresdner Opernballs eine Rolle spielen, hieß es in der Mitteilung weiter.

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Wegen der umstrittenen Verleihung des St. Georgs Ordens an den ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah Al-Sisi vor gut einer Woche in Kairo hatte "Tagesschau"-Sprecherin Judith Rakers Abstand von der Moderation genommen. Später verzichtete auch die für sie benannte Mareile Höppner. Diese begründete den Schritt mit "einem Ansturm von Hass und Anfeindungen" nach ihrer Nominierung, ohne konkret zu werden.

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Auch Sänger Roland Kaiser hatte sich von der Preisvergabe distanziert, sich nach der öffentlichen Entschuldigung von Ballchef Hans-Joachim Frey aber für die Moderation entschieden.

Chef des Ballvereins wird zum Rücktritt aufgefordert

Die Ehrung von Al-Sisi, der nach einem Militärputsch an die Macht kam und mit harter Hand gegen Oppositionelle und Kritiker vorgeht, hatte vielfach Empörung und Protest ausgelöst. Auch Partner wie der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) und die "Sächsische Zeitung" (SZ) hatten sich distanziert.

Der Dresdner Landtagsabgeordnete Thomas Löser (Grüne) forderte den Chef des Ballvereins, Hans-Joachim Frey, zum Rücktritt auf. Mit der Verleihung an Al-Sisi rücke er die Veranstaltung und die Stadt "in zweifelhaftes Licht", so seine Begründung.

RND/dpa

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