Nach Grammy und Oscar: R&B-Star H.E.R. hat Großes vor

  • Vor Grammy- und Oscar-Verleihung führten manche Experten H.E.R. nicht ganz oben auf der Favoritenliste - aber die junge Sängerin gewann.
  • Nun will sie den Erfolg mit dem neuen Album „Back of My Mind“ weltweit bestätigen.
  • Darauf ist eine sehr gute Stimme zu hören, wird aber auch einiges musikalisches Mittelmaß geboten.
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Berlin. Die bisherige Bilanz der knapp 24-jährigen Sängerin Gabriella Wilson alias H.E.R. liest sich wie bei einem Pop-Superstar. Vier Grammys hat sie seit 2019 gewonnen, darunter dieses Jahr einen für ihre berührende Black-Lives-Matter-Hymne „I Can’t Breathe“. Außerdem nahm sie den Oscar 2021 für das beste Filmsoundtrack-Lied „Fight For You“ (aus „Judas and the Black Messiah“) mit nach Hause.

Allein in ihrer Heimat USA verkaufte die Kalifornierin laut Label innerhalb von fünf Jahren über 16 Millionen Tonträger und generierte sechs Milliarden Streams.

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Nun soll in Europa der ganz große Durchbruch folgen - mit dem Album „Back of My Mind“, das nicht nur randvoll (21 Tracks!), sondern auch mit Promi-Gästen gespickt ist (Chris Brown, Lil Baby, Ty Dolla $ign, DJ Khaled, Thundercat). Ob diese sehr amerikanische Stilkombination - an den 80er Jahren orientierter, aber höchst zeitgemäß produzierter Soul und R&B, gemixt mit Hip-Hop-Gastauftritten - auch in Deutschland zündet, bleibt indes abzuwarten.

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Neben guten Songs weist das Debüt auch Leerlauf auf

Denn H.E.R. - Abkürzung für „Having Everything Revealed“ (Ich habe alles offenbart) sowie das weibliche Pronomen „sie“ - hat auf diesem vom Label mit großen Hoffnungen lancierten Werk einige richtig gute Songs zu bieten, aber auch Leerlauf. Autotune-Effekte, einander recht ähnliche Balladen, Midtempo-Stücke mit skelettierten Rhythmen - das ist alles „State of the Art“ in der modernen Black Music, aber zugleich ein wenig steril, manchmal auch seelenlos.

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Dass Gabriella Wilson eine sehr gute Sängerin ist, steht außer Frage - das Charisma einer Beyoncé oder die politische Dringlichkeit des britischen Soul-Projekts Sault hat sie aber (noch) nicht. Hinweise auf ihr großes Entwicklungspotenzial könnte der Song „Don't“ geben, der nicht nur wegen eines tollen Gitarrensolos an Wilsons Vorbild Prince erinnert.

RND/dpa

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