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  • Mohammed Rassulof: Berlinale-Sieger droht im Iran ein Jahr Gefängnis

Wegen seiner Filme: Iranischer Berlinale-Sieger soll in Haft

  • Der iranische Regisseur Mohammed Rassulof gehört zu den Filmemachern, die in ihrer Heimat immer wieder Probleme haben.
  • Jetzt droht dem Berlinale-Gewinner eine einjährige Gefängnisstrafe.
  • Hintergrund sind drei seiner Filme, die als „Propaganda gegen das System“ angesehen werden.
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Teheran. Der iranische Filmemacher Mohammed Rassulof soll eine einjährige Haftstrafe antreten. Er wurde dafür am Mittwoch einbestellt, teilte sein Anwalt Nasser Sarafschan der Nachrichtenagentur AP mit. Außerdem dürfe er zwei Jahre lang keine Filme drehen. Hintergrund seien drei Werke von Rassulof. Die Islamische Republik erachte sie als „Propaganda gegen das System“. Staatliche Medien berichteten zunächst nicht darüber. Auch die Behörden äußerten sich nicht.

Sarafschan sagte, Rassulof werde der Vorladung nicht Folge leisten, sondern Berufung einlegen. Dabei werde er besonders auf das grassierende Coronavirus Sars-CoV-2 verweisen, an dem im Iran bereits 92 Menschen gestorben sind. Die Behörden haben bereits rund 54 000 Häftlinge in Hafturlaub geschickt, aus Furcht, dass sich das Virus in den Justizvollzugsanstalten verbreiten könnte.

Rassulof erhält Goldenen Bären für “Es gibt kein Böses”

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Rassulof hatte erst am Samstag den Goldenen Bären auf der Berlinale gewonnen, für sein Werk “Es gibt kein Böses”. Er war aber nicht in Berlin, um den Preis anzunehmen - die iranischen Behörden hatten ihm die Ausreise verweigert. Rassulof war 2011 wegen unerlaubten Filmens festgenommen und wegen „Propaganda“ zu sechs Jahren Haft und 20 Jahren Filmverbot verurteilt worden. Die Strafe wurde später verringert.

RND/AP

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