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Martin Scorsese verteidigt Kritik an Marvel-Filmen: “Nicht mein Geschmack”

Kultregisseur Martin Scorsese mag keine Comic-Verfilmungen - und wehrt sich gegen Kritik aus der Filmbranche. Dabei erhält er namhafte Unterstützung.

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Berlin. Nach einer Welle der Empörung hat US-Regisseur Martin Scorsese seine kontroversen Aussagen über Filme aus dem Comic-Universum des Marvel-Verlags verteidigt. "Dass mich die Filme nicht interessieren, liegt an meinem persönlichen Geschmack und meinem Temperament", schrieb der 76-Jährige in einem Beitrag für die "New York Times". Er habe versucht, ein paar zu sehen, doch sie seien nicht sein Ding.

Im Oktober hatte sich Scorsese in einem Interview des "Empire"-Magazins kritisch über Marvel-Filme geäußert. In der "New York Times" wiederholte er nun seine Meinung: Marvel-Filme seien für ihn kein Kino. "Sie sind für mich mehr Freizeitparks als Filme."

Für diese Aussagen hatte er bei Regisseuren und Schauspielern der Marvel-Filme große Empörung ausgelöst. Schauspieler Samuel L. Jackson (70), der in mehreren Marvel-Filmen dabei war ("Spider-Man", "Avengers", "Captain Marvel", "Iron Man") sagte der Zeitschrift "Variety": "Das ist, als würde jemand sagen, Bugs Bunny sei nicht lustig. Filme sind Filme. Es mag auch nicht jeder seine Sachen." Scorsese erhielt aber auch Unterstützung. Kultregisseur Francis Ford Coppola (80) nannte die Filme "abscheulich".

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"Die vereinende Vision eines Künstlers fehlt"

Superheldenfilme wie "Spider-Man", "Iron Man" oder "Captain Marvel" gehören seit Jahren zu den Kassenschlagern in Hollywood. Das Heldenepos "Avengers: Endgame" ist seit dem Sommer der weltweit erfolgreichste Film der Kinogeschichte mit Einnahmen von rund 2,8 Milliarden Dollar (etwa 2,5 Milliarden Euro).

In seinem Beitrag für die "New York Times" holte Scorsese zu einer generellen Kritik am zeitgenössischen Kino aus. Im Kino werde heute auf Nummer sicher gegangen. "Viele Filme heute sind perfekte Produkte, die für den unmittelbaren Konsum produziert worden sind", schrieb Scorsese. Viele von ihnen seien gut gemacht und von talentierten Teams. Aber ihnen fehle etwas, was fürs Kino essenziell sei: "Die vereinende Vision eines Künstlers. Und das, weil der individuelle Künstler das größte Risiko darstellt."

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Der Filmemacher wurde mit Filmen wie "Taxi Driver" und "Good Fellas" weltberühmt. Zuletzt drehte er für Netflix den Thriller "The Irishman" mit Robert De Niro, Al Pacino, Joe Pesci und Harvey Keitel.

RND/dpa