Mainzer Fastnacht 2021 ohne Rosenmontagszug und Sitzungen

  • Die Karnevalisten beugen sich der Macht der Pandemie. Die kommende Kampagne muss ohne traditionelle Highlights auskommen.
  • An der Proklamation der Fastnacht zum 11.11. wollen die Mainzer trotzdem festhalten, die Trierer haben ihre Feier abgesagt.
  • Auch für die Feiern an Weiberfastnacht und Rosenmontag sehe es nach aktuellem Stand "schlecht aus".
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Mainz. Die Mainzer Fastnacht will im kommenden Jahr coronabedingt auf ihre zentralen Säulen im Saal und auf der Straße verzichten. Nach einer Online-Befragung zur Beteiligung am Karneval in Corona-Zeiten hat sich die Mainzer Fastnachtsgenossenschaft für einen Verzicht auf Sitzungen und Umzüge ausgesprochen. Es könne niemandem empfohlen werden, “Zeit, Geld und Herzblut dafür zu investieren”, sagte der Vorstandssprecher der Dachorganisation von 26 Vereinen und Garden, Markus Perabo, am Mittwoch in Mainz. Stattdessen sollen neue Wege gefunden werden, um auch in Zeiten der Pandemie Lebensfreude zum Ausdruck zu bringen.

In der anonymen und nicht repräsentativen Befragung mit einer Beteiligung von rund 10 000 Mainzern gaben nur 33,2 Prozent an, bei einem Fastnachtsumzug dabei sein zu wollen. 18,6 Prozent erklärten, sie wollten auch in Corona-Zeiten eine Fastnachtssitzung besuchen. Den Besuch eines Fastnachtsballs können sich der Umfrage zufolge nur 9,7 Prozent vorstellen. Dabei ergab die Umfrage des Mainzer Marktforschungsunternehmens m-result ein stetiges Altersgefälle: Bei den Teilnehmern von 16 bis 20 Jahren sagten 31,3 Prozent, sie wollten voraussichtlich an keiner Fastnachtsveranstaltung teilnehmen, bei den Teilnehmern über 79 Jahren waren es 71,9 Prozent.

Zum 11.11. halten die Mainzer an ihrer Fastnachtsproklamation fest

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"Ich kann mir in der aktuellen Situation einen typischen Rosenmontagszug oder andere Züge nicht vorstellen", sagte der Präsident des Mainzer Carneval-Vereins, Reinhard Urban. "Es wird aber keine Absage der Fastnacht in Mainz geben." Als alternative Formate nannten Urban und Perabo Online-Veranstaltungen, karnevalistische Darstellungen ohne große Menschenansammlungen und private Feiern. "Das Herz blutet, aber wir haben auch eine Chance, etwas Neues auszuprobieren", sagte Urban.

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Zum 11.11. halten die Mainzer an ihrer Fastnachtsproklamation fest. "Fastnacht kann man nicht absagen", sagte Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. "Wir sollten überlegen, was unter den bestehenden Bedingungen trotzdem möglich ist." Die Sehnsucht nach Freude und Zerstreuung sei groß. Zurzeit seien Überlegungen im Gange, wie es zum 11.11. organisiert werden könne, eine überschaubare Menschenmenge auf dem Platz zuzulassen. "Sich draußen mit Abstand zu treffen, ist nach wie vor das Ungefährlichste", sagte Ebling.

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In Trier hingegen soll es keine närrische Veranstaltung zum Start der Karnevalssession am 11.11. geben. Auch die Eröffnungs-Gala im Januar 2021 sei abgesagt, sagte der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval (ATK), Andreas Peters, am Mittwoch in Trier. Das hätten Vertreter der angeschlossenen 17 Vereine am Dienstagabend "schweren Herzens" beschlossen. Es sei nicht möglich, diese Veranstaltungen unter den aktuellen Corona-Vorgaben zu Abstand und Hygiene anzubieten. Auch für die Feiern an Weiberfastnacht und Rosenmontag sehe es nach aktuellem Stand "schlecht aus".

RND/dpa

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