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“Luther”-Star Idris Elba: Rassistische Serien und Filme nicht entfernen

  • Seit den Black-Lives-Matter-Protesten beginnen Sender, Filme und Serien zu entfernen, die rassismusverdächtig erscheinen.
  • Der britische Star Idris Elba sorgt sich deshalb um TV-Geschichtsklitterung und das Recht auf freie Meinungsäußerung.
  • Er fordert, ähnlich wie bei Sexinhalten, Programme mit einer Inhaltswarnung zu versehen.
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Alte Filme und alte Fernsehserien haben einen alten Umgang mit dem Thema Rassismus. Wie selbstverständlich fallen darin Begriffe, die heute als rassistisch gelten. Selbst in älteren Filmen, die eindeutig eine antirassistische Position einnehmen – wie etwa Stanley Kramers Komödie “Rat mal, wer zum Essen kommt” aus dem Jahr 1967, in der Sidney Poitier den schwarzen, künftigen Schwiegersohn von Spencer Tracy und Katharine Hepburn spielt – redet die Braut (Katharine Houghton) ihren künftigen Gatten als “Neger” an. Und die Reaktion des Bräutigams deutet an, dass damals offenbar nichts dabei war, sich so zu äußern.

“Vom Winde verweht” wird mit einer Warnung gezeigt

Im Gefolge der brutalen Ermordung des Schwarzen George Floyd durch Polizisten in Minneapolis (USA) und der daraufhin weltweit erstarkten Black-Lives-Matter-Bewegung begannen Sender und Streamingdienste, Filme und Serien aus ihrem Programm zu nehmen oder nur noch kommentiert zu senden, die in Begriffen, Haltung und Darstellung rassistische Tendenzen aufwiesen oder als kränkend empfunden wurden. Am bekanntesten wurde der Fall “Vom Winde verweht”.

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Die legendäre Verfilmung von Margaret Mitchells Bürgerkriegsroman “Vom Winde verweht” mit Vivien Leigh und Clark Gable, jahrzehntelang der erfolgreichste Film aller Zeiten, wurde vom Streamingdienst HBO Max entfernt, dann nur noch mit einer vorgeschalteten Warnung gezeigt. Die Professorin Jacqueline Stewart weist nun auf die beschönigende Darstellung von Sklaverei hin. Ein anderes Begleitvideo erzählt die Geschichte der schwarzen Darstellerin Hattie McDaniel, die für “Vom Winde verweht” als erste schwarze Darstellerin überhaupt einen Oscar bekam, bei der Preisverleihung aber wegen ihrer Hautfarbe nicht mit den weißen Stars an einem Tisch sitzen durfte.

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Gefahr, dass Fernsehgeschichte geklittert wird

Viele andere Filme wurden sang- und klanglos aus den Sendelisten entfernt. Falsch – sagt Idris Elba. Der schwarze, britische Schauspieler, mehrere Jahre als James-Bond-Nachfolger für Daniel Craig gehandelt und berühmt geworden durch seine Rollen in den Thrillerserien “The Wire” und “Luther”, möchte, dass die Titel mit entsprechenden Hinweisen auf die Zeit und die Kultur ihrer Entstehung, im Programm bleiben.

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Elba sieht in der Verbannung die Gefahr, dass Fernseh- und Filmgeschichte damit unterdrückt, vergessen und umgeschrieben wird. Gegenüber der britischen “Times” sagte er, “fest an die freie Meinungsäußerung zu glauben”. Elba meldete sich zu Wort, nachdem die derbe britische Comedyserie “Little Britain”, die zwischen 2003 und 2006 entstand, unter anderem von Netflix aus dem Programm genommen wurde.

Elba fordert eine Altersabstufung und eine Warnung für rassistische Inhalte

Er fügte hinzu, dass Rassismus nicht anders gehandhabt werden sollte als Sexismus – mit einer Altersabstufung versehen und mit Hinweisen, dass das Programm rassistische Witze, Ansichten und/oder Themen beinhalte. “Die Leute müssen wissen, dass die Freiheit der Meinung akzeptiert wird, zugleich aber muss das Publikum wissen, was ihm bevorsteht.” Eine Zensur rassistischer Themen wäre seiner Meinung nach fragwürdig. “Ich denke, die Zuschauer sollten wissen, dass Menschen solche Shows gemacht haben.”

Am 23. Juli startet bei Sky One die dritte Staffel von Elbas Achtzigerjahre-Comedyserie “In the Long Run”, gerade hat Elba den kanadischen Neonwestern “Concrete Cowboy” abgedreht. 2021 wird er im DC-Superheldenfilm “The Suicide Squad” zu sehen sein. Ein Kinofilm zur Serie “Luther” wurde jüngst angekündigt.

RND/big

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