Louvre wird renoviert: Erholung für die Mona Lisa

  • Bei fast zehn Millionen Besuchern im Jahr blieb dem Louvre kaum Zeit für Renovierung und Restaurierung.
  • Jetzt nutzt das Pariser Museum die Corona-Zwangspause für umfangreiche Arbeiten.
  • Rund 250 Mitarbeiter reinigen Skulpturen oder restaurieren wertvolle Stücke.
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Paris. Schon vieles hat die Mona Lisa in ihrem mehr als 500-jährigen Leben gesehen, aber die sich aufsummierenden Monate ohne Besucher im Louvre sind wieder eine neue Erfahrung. Durch das schusssichere Glas blickt die Schöpfung Leonardo da Vincis in den stillen Saal des Pariser Museums, das zu normalen Zeiten Publikumsmagnet für Kunstliebhaber aus aller Welt ist.

Man mag sich einbilden, dass ihr rätselhaftes weltberühmtes Lächeln fast so etwas wie Erleichterung widerspiegelt über den fehlenden Trubel. Auch nebenan, bei der marmornen Venus von Milo drängen sich derzeit nicht die Foto-bewehrten Fans wie sonst. Wann das Louvre wieder öffnen wird, steht noch in den Sternen. Geschlossen ist es seit dem 30. Oktober im Zuge der Anti-Corona-Beschränkungen der französischen Regierung.

Glücklich, wer die Chance hat, dennoch einen Blick in das für die Öffentlichkeit nicht zugängliche Museum zu werfen und mit der einsamen Mona Lisa ohne Gedränge Zwiesprache halten zu können. Vor der Pandemie waren es bis zu 40 000 Besucher pro Tag, Angestellte beklagten die Überfüllung.

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Grande Galerie wird komplett renoviert

Die erzwungene Ruhe jetzt ist für das Museum auch eine Chance, Restaurierungsarbeiten vorzunehmen, die bei fast zehn Millionen Besuchern im Jahr kaum möglich waren. Während im ersten Lockdown im vergangenen Jahr auch der Louvre zum Stillstand kam, sind nun rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter im Einsatz.

Arbeiter bearbeiten eine Büste von Charles Le Brun des französischen Bildhauers Antoine Coysevox im Louvre-Museum. © Quelle: Thibault Camus/AP/dpa

Sie reinigen Skulpturen, arrangieren Ausstellungsstücke um, checken die Inventarlisten oder machen sich an die Restaurierung wertvoller Stücke, unter anderem in der Ägyptischen Abteilung oder in der Grande Galerie. Dieser größte Raum des Museums wird komplett renoviert.

„Wir nutzen die Gelegenheit, die die Museumsschließung bietet, für eine Reihe größerer Arbeiten“, sagt Laurent le Guédart, zuständig für das architektonische Erbe des Museums. „Wir treiben Wartungsarbeiten voran und machen uns an Reparaturen, die schwierig unterzubringen sind bei einem normalen Museumsbetrieb.“

Insgesamt laufen derzeit zehn größere Projekte

Während le Guédart die Vorhaben erklärt, entnehmen Restaurateure auf Gerüsten in der Grande Galerie Proben an den Wänden. Sie arbeiten sich Schicht für Schicht durch die Farbe bis zurück ins 18. Jahrhundert. Etwas weiter werden vorsichtig Bodendielen angehoben, um Leitungen für ein neues Sicherheitssystem zu verlegen.

Hammerschläge klingen durch das Museum, Bohrmaschinen sind zu hören oder auch das Schrubben von Bürsten. All solche Arbeiten waren vor der Corona-Schließung nur an Dienstagen möglich, dem Ruhetag des Louvre. Insgesamt laufen derzeit zehn größere Projekte, darunter auch Arbeiten in der Sammlung etruskischer Altertümer und in Sammlung italienischer Gemälde -einschließlich des goldverzierten Salon Carré am östlichen Ende der Grande Galerie. Auch eine umfangreiche Restaurierung der antiken Grabkapelle von Akhethotep aus der Zeit von 2400 vor Christus ist im Gange.

Ohne Vorreservierungen wird zunächst nichts gehen

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„Wenn das Museum wieder aufmacht, wird alles perfekt sein für seine Besucher“, verspricht Kuratorin Élisabeth Antoine-König. „Dieses Dornröschen hat dann Zeit gehabt, seine Nase zu pudern.“ Ausgefeilte Beleuchtung, polierte Böden und umgestaltete Vitrinen erwarten die Gäste.

Wenn es wieder losgeht, dann auf jeden Fall erst einmal mit Abstand und mit begrenzter Besucherzahl. Ohne Vorreservierungen wird zunächst nichts gehen. Für alle, die es gar nicht abwarten können, stehen derweil weiter die virtuellen Touren des Museums offen.

RND/AP

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