Literaturnobelpreis 2020 geht an Amerikanerin Louise Glück

  • Die amerikanische Poetin Louise Glück erhält in diesem Jahr den Literaturnobelpreis.
  • Das gab die Schwedische Akademie am Donnerstag in Stockholm bekannt.
  • Die 77-Jährige werde “für ihre unverkennbare poetische Stimme” ausgezeichnet.
Anzeige
Anzeige

Stockholm. Die amerikanische Lyrikerin Louise Glück erhält in diesem Jahr den Literaturnobelpreis. Das gab die Schwedische Akademie am Donnerstag in Stockholm bekannt. Die 77-Jährige werde “für ihre unverkennbare poetische Stimme” ausgezeichnet, mit der sie “mit strenger Schönheit die individuelle Existenz universell” mache, sagte der Ständige Sekretär der Akademie, Mats Malm.

Die Nobelpreise sind diesmal mit zehn Millionen Schwedischen Kronen (rund 950.000 Euro) pro Kategorie und damit einer Million Kronen mehr als im Vorjahr dotiert.

Ehrung von Handke führte zu Kritik und Protesten

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Weil die Preisvergabe 2018 wegen eines umfassenden Skandals um das mittlerweile ausgetretene Akademiemitglied Katarina Frostenson und ihren Ehemann Jean-Claude Arnault zunächst ausgefallen war, hatte die Akademie im vergangenen Jahr gleich zwei Preisträger bestimmt. Die Polin Olga Tokarczuk war nachträglich als Preisträgerin für das Jahr 2018 ernannt worden, der Österreicher Peter Handke erhielt die Auszeichnung für 2019.

Während die Ehrung von Tokarczuk viel Zuspruch erhielt, führte diejenige von Handke zu Kritik und Protesten. Der Österreicher hatte sich im Jugoslawien-Konflikt stark mit Serbien solidarisiert und nach Ansicht von Kritikern die von Serben begangenen Kriegsverbrechen bagatellisiert oder geleugnet. Bei der Beerdigung des gestürzten serbischen Führers Slobodan Milosevic hielt er 2006 sogar eine Rede.

Video
Zahlen und Fakten rund um den Nobelpreis
2:26 min
Jedes Jahr im Oktober wird er verliehen: der Nobelpreis. Aber warum durften vier Personen den Nobelpreis nicht annehmen? Und wieso lehnten zwei ihn gar ab?  © dpa/Marie Schiller

Preisträger werden aus Heimat zugeschaltet

Anzeige

Offiziell gewürdigt werden die Nobelpreisträger traditionell am 10. Dezember, dem Todestag von Preisstifter und Dynamit-Erfinder Alfred Nobel. Die prunkvollen Preiszeremonien, auf denen die Geehrten dann üblicherweise ihre Medaillen und Diplome erhalten, finden in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht statt.

Die Preisverleihung im Konzerthaus von Stockholm soll durch eine im Fernsehen übertragene Vergabe im Rathaus der Stadt ersetzt werden, auf der die Preisträger aus ihrer Heimat zugeschaltet werden sollen. Auch die Verleihung des Friedensnobelpreises, der als einziger in Oslo und nicht in Stockholm vergeben wird, wird coronabedingt deutlich kleiner ausfallen.

Anzeige

Zum Abschluss folgt am Montag Wirtschaftsnobelpreis

In den vergangenen drei Tagen sind bereits die Nobelpreisträger in den wissenschaftlichen Kategorien Medizin, Physik und Chemie verkündet worden. Unter den Auserwählten war mit dem Astrophysiker Reinhard Genzel auch ein Deutscher.

Zum Abschluss folgt dann am Montag noch der Wirtschaftsnobelpreis, der als einziger nicht auf das Testament von Alfred Nobel zurückgeht.

RND/ak/dpa

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen