• Startseite
  • Kultur
  • „Lieber Antoine als gar keinen Ärger“: Romantiker im Schleudergang

„Lieber Antoine als gar keinen Ärger“: Romantiker im Schleudergang

  • „Lieber Antoine als gar keinen Ärger“ ist ein Loblied auf Irrsinn und Verbrechen.
  • Regisseur Pierre Salvadori schert sich nicht um politische Korrektheit.
  • In dieser französischen Komödie amüsiert sich der Zuschauer köstlich.
Margret Köhler
|
Anzeige
Anzeige

An der französischen Riviera prangt auf einem Denkmal ein Kerl mit Knarre in der Hand: Jean Santi galt als vorbildlicher Polizist. So erzählt es seine Witwe Yvonne (Adèle Haenel), ebenfalls Polizistin, ihrem Sohnemann in Gute-Nacht-Geschichten. Bis sie erfährt, dass der Verblichene korrupt war und auch schon mal einen Unschuldigen statt seiner in den Knast brachte – Antoine (Pierre Marmaï), der für einen Juwelenraub acht Jahre einsaß.

Nach seiner Entlassung will Yvonne ihm helfen, ohne ihre Identität preiszugeben. Doch spürt der Ex-Häftling nun unbändige Lust, gegen jegliche Gesetze zu verstoßen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Regisseur Pierre Salvadori kümmert sich in „Lieber Antoine als gar keinen Ärger“ nicht um politisch korrekte Regeln, wechselt souverän von leichtfüßiger Romantik zu skurriler Situationskomik, von tiefem Sinnieren über Schuldgefühle zu rasanter Action. Eine explosive Gratwanderung zwischen Ironie und Gewalt, in der Polizistin und verwirrter Held emotional ins Schleudern kommen.

Bei diesem Loblied auf Irrsinn und Verbrechen amüsiert man sich köstlich. Wohl wissend, wie trist eigentlich alles ist.

„Lieber Antoine als gar keinen Ärger“, Regie Pierre Salvadori mit Adèle Haenel, Pio Marmaï , 107 Minuten, FSK 16

Die aktuellen Kinokritiken