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Liebe statt Hass: 16.000 Besucher bei Konzert für Anschlagsopfer von Halle

Mark Forster beim Solidaritätskonzert in Halle.

Mark Forster beim Solidaritätskonzert in Halle.

Halle. 16.000 Menschen haben am Samstag in Halle gemeinsam mit dem Sänger Mark Forster gegen den Hass angesungen und angetanzt. Beim Solidaritätskonzert für die beiden Todesopfer und die Verletzten des Anschlags auf die Synagoge in der Saalestadt sagte der Musiker: "Wir sind heute hier, um mit unserer Liebe den Hass leise zu machen." Die Menschen in Halle würden mit ihrer Teilnahme an dem Konzert beweisen, dass die Liebe "in der Überzahl" sei.

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Nur zehn Tage nach dem gescheiterten Anschlag eines Antisemiten und Rassisten auf das jüdische Gotteshaus mit zwei Toten und zwei Schwerverletzten in Halle standen zahlreiche Künstler auf der Bühne im Zentrum der Stadt. Nach dem Auftakt mit dem Glockenspiel des Roten Turms übernahmen zunächst Musiker und Tänzer der Staatskapelle Halle und des Balletts. Wie Moderatorin Sissy Metzschke sagte, sollte das Konzert nicht nur an die Opfer erinnern, sondern auch einen Dank an die Polizei- und Rettungskräfte darstellen, die am Tag des Anschlags im Einsatz waren.

Mark Forster, Alice Merton und Max Giesinger traten auf

Beim Auftritt der Band Klan verteidigte Sänger Michael Heinrich die Veranstaltung. Ob es richtig sei, nur eineinhalb Wochen nach dem Terrorakt gemeinsam zu feiern, fragte er. Für ihn persönlich sei die Antwort eindeutig: "Gerade jetzt ist es total wichtig, die Angst loszulassen und zusammenzustehen", erklärte der Musiker.

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Das Konzert war innerhalb weniger Tage von verschiedenen Medienunternehmen und der Stadt organisiert worden. Neben Forster und Klan traten etwa auch Alice Merton und Max Giesinger auf. Unter dem Motto "#HalleZusammen" sollte auch ein Zeichen für Toleranz, ein friedliches Miteinander und gegen Ausgrenzung und Hass gesetzt werden. Der Slogan erinnerte an den Wahlspruch "Nur zusammen" der Anhänger des Fußball-Drittligisten Hallescher FC, zu dessen Fans auch ein 20-jähriges Todesopfer des Attentäters gehörte.

Trauerfeier für Fan des Halleschen FC

Um sich von dem jungen Mann zu verabschieden, hatten sich am Freitag rund 300 Menschen in der Merseburger Stadtkirche St. Maximi versammelt, darunter zahlreiche Fans des Drittliga-Fußballvereins Hallescher FC. Schon lange vor Beginn der Trauerfeier hatten Dutzende HFC-Anhänger vor der Kirche ausgeharrt. An dem in eine rot-weiße HFC-Fahne gehüllten Sarg im Innern der Kirche legten die Trauernden Blumen und Kränze nieder. Die Trauerfeier wurde auf eine Leinwand vor der Kirche übertragen.

Für die Fans ergriff Heiko Portius auf der Veranstaltung das Wort. "Eine ganze Stadt, ein ganzer Verein und seine Unterstützer stehen still angesichts dieses Verbrechens." Portius, Stadionsprecher in der HFC-Arena in der Kantstraße, beschrieb den 20-Jährigen als glühenden Anhänger des HFC, der versuchte, bei allen Spielen seines Vereins dabei zu sein. Der junge Merseburger werde immer in der Mitte der Fanvereinigung sein: Das Motto der Fans - "Nur zusammen" - gelte nun mehr denn je.

Trauerrednerin Carmen Illichmann beschrieb den Getöteten als stets fröhlichen, hilfsbereiten und zuverlässigen jungen Menschen. "Die Spiele des HFC - das war sein Leben", unterstrich sie.

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RND/dpa

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