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Sexismusdebatte im Ballermann

„Alles cool“: ZDF-„Fernsehgarten“ feiert „Layla“ als „unseren Sommerhit“

Das Publikum feiert den Auftritt des Schlagerduos DJ Robin & Schürze mit dem umstrittenen Song „Layla“ im ZDF-„Fernsehgarten“. Seit Wochen gibt es eine Sexismusdebatte um ihr Lied. Der „Fernsehgarten“ stand am Sonntag unter dem Partymotto „Mallorca vs. Oktoberfest“.

Rhythmisches Klatschen zu umstrittenen Texten: Der ZDF-Fernsehgarten feierte den viel diskutierten Ballermannhit „Layla“ am Sonntag als „unseren Sommerhit 2022″. Bei der Musiksendung mit dem Motto „Mallorca vs. Oktoberfest“ moderierte Andrea Kiewel den Platz eins der deutschen Charts als „unseren Sommerhit 2022″ an. Kiewel war sich dabei der jüngsten Sexismusdebatte bewusst: „Ich moderiere diese Show seit 22 Jahren und noch niemals hat ein Song im Vorfeld so für Aufregung gesorgt wie dieser“, sagte sie im ZDF.

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„Wenn Sie wüssten, was wir uns für Gedanken gemacht haben, der beiden wegen. Alles cool“, erklärte Kiewel gegen Ende der Musiksendung am Sonntagmittag mit Blick auf die Interpreten DJ Robin und Schürze (alias Schlagersänger Michael Müller). Die Einstellung „Alles cool“ teilte auch das Livepublikum im Fernsehgarten: Mehrmals in der Sendung stimmten die Zuschauer „Layla“ an. Bereits am Anfang der Sendung sangen die Musikfans im Chor: „Ich hab ’n Puff und meine Puffmama heißt Layla. Sie ist schöner, jünger, geiler. La-La-La-La-La-La-La-Layla.“ Auch nach dem Auftritt forderten die Zuschauer erfolgreich eine Zugabe ein.

Nicht „cool“ fanden dagegen einige Internetnutzer den Auftritt am Sonntag. „ZDF – euer Ernst??“, fragte etwa eine Twitter-Nutzerin. „Hattet ihr nicht mal einen öffentlich-rechtlichen Bildungsauftrag?“ Ein anderer Twitter-Nutzer verteilte dagegen „Megapluspunkte“ für die Show.

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Justizminister Buschmann bremst Aufregung um Partyhit „Layla“

Nun untersagt auch die größte Kirmes am Rhein den umstrittenen Nummer-eins-Hit „Layla“. Selbst ein Bundesminister schaltet sich in die Debatte ein.

Dabei war der „Layla“-Auftritt im ZDF lange umstritten: Bereits vor zwei Wochen berichtete die „Bild“-Zeitung, die „Layla“-Produzenten seien gebeten worden, eine entschärfte Version ihres Hits aufzunehmen, wenn sie im „Fernsehgarten“ auftreten wollen. Ein Insider habe gegenüber der Tageszeitung erklärt, der ZDF-„Fernsehgarten“ lasse anstößige Texte grundsätzlich nicht zu: „Alle Lieder, die zu zweideutig sind oder Fäkalsprache verwenden, kommen nicht in die Sendung.“ Im Jahr 2015 musste etwa Ballermanninterpret Peter Wackel seinen Hit „Scheiß drauf (Malle ist nur einmal im Jahr)“ neu veröffentlichen: Im Fernsehgarten hieß es dann „Pfeif drauf, Malle ist nur einmal im Jahr“, so „Bild“.

Angst vor „Zensur“ von „Puffmama Layla“

Bereits im Vorherein sorgte sich daher etwa „Willkommen bei Carmen Nebel“-Produzent Peter Wolf um „Zensur“ bei dem „total prüden“ öffentlich-rechtlichen Rundfunksender. Spätestens am Sonntag war klar: „Layla“ konnte auch in der umstrittenen Originalversion aufgeführt werden. So sorgte der Text seit Langem für Diskussionen: Der zum Mitgrölen gedachte Ohrwurm „Layla“ dreht sich um eine „Puffmama“, die „schöner, jünger, geiler“ sei. In Würzburg und später auch anderen Städten wurde „Layla“ von Volksfesten verbannt. An dem Lied entzündete sich deshalb auch eine Debatte über angebliche Zensur und den Stellenwert von Kunstfreiheit. Sogar Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) schaltete sich ein.

Der Sender teilte auf Anfrage am Sonntag mit: „Das ZDF-‚Fernsehgarten‘-Motto ‚Mallorca vs. Oktoberfest‘ hatte eine Vielzahl beliebter und aktueller Partyhits dieses Sommers im Programm. Die Reaktionen der Zuschauerinnen und Zuschauer vor Ort waren durchweg positiv und sprechen für sich.“

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Der „Layla“-Produzent Ikke Hüftgold lenkte allerdings bereits ein und kündigte eine Neuauflage des Songs an: „Die Interpreten und Texter Schürze und DJ Robin arbeiten an einer Kinderversion, die im Herbst rauskommen soll“, erklärte er im RTL-Interview. „Wir sehen ein, dass es auch noch eine andere Version des Songs geben muss.“ Allerdings werde auch „Puffmama Layla“ bleiben: „Den Originalsong wird es weiter geben. Den texten wir definitiv nicht um! Das wäre fatal.“

RND/hyd/dpa

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