Lang lebe der Erfinder von “Copy & Paste”!

  • Ohne ihn müssten wir jeden Mist selber tippen – und mancher Doktortitel wäre nur ein Traum geblieben.
  • Larry Tesler ist gestorben, der Erfinder von “Copy & Paste”.
  • Imre Grimm blickt in Folge 56 seiner RND-Kolumne auf sein Leben zurück – und erinnert auch an dessen Kumpel, den Erfinder der Zeitlupe.
|
Anzeige
Anzeige

Der Erfinder von Copy-and-paste ist gestorben. Der Erfinder von “Copy & Paste” ist gestorben. Der Erfinder von “Copy & Paste” ist gestorben. Der Erfinder von “Copy & Paste” ist gestorben. Ich könnte ewig so weitermachen. Dank Larry Tesler, dem Erfinder von “Copy & Paste”.

Wir zeichnen kurz seinen Lebensweg nach: Der Computerpionier Tesler wurde 1946 im tschechischen Rokytnice v Orlických horách geboren und wuchs in Hrušovany nad Jevišovkou auf. Die Idee seines Lebens hatte er, als er in der vierten Klasse 100-mal den Satz “Ich darf meine Hausaufgaben nicht aus dem Lexikon abschreiben” an die Tafel schreiben musste. Sein Abitur machte er am Llanfairpwllgwyngyll-Gymnasium in Kaldbaksbotnur.

Szczescie Bezwzgledny aus Szczebrzeszyn

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Gemeinsam mit seinem polnischen Freund Szczescie Bezwzgledny aus Szczebrzeszyn eröffnete er eine Zungenbrecherei in Kedzierzyn-Kozle. Tesler leitete dann von 1980 bis 1997 ein Kopierwerk im walisischen Städtchen JEANNY, quit livin’ on dreams, JEANNY, life is not what it seems, Such a lonely little girl in a cold, cold world, There’s someone who needs you, JEANNY... Verzeihung, da war noch etwas Altes in der Zwischenablage.

Larry Teslers literarisches Hauptwerk trägt den Titel “Das Plagiat – Die höchste Form der Anerkennung. Zur Verteidigung einer unterschätzten Kulturtechnik”. Es war in weiten Teilen identisch mit den Romanen “Schuld und Sühne” von Fjodor Dostojewski und “Fünf Freunde und das Burgverlies” von Enid Blyton.

“Kopiere in der Zeit, dann hast du in der Not”

Ende der Nullerjahre wurde Tesler zum Ehrenmitglied im International Copy Club ernannt und erhielt 2016 den Goldenen Abschrei-Bär als “Kopitalist des Jahrhunderts”. Die Laudatio hielt Karl-Theodor zu Guttenberg.

Anzeige

Zeit seines Lebens hielt sich Tesler an die Maxime aller Lohnschreiber: “Kopiere in der Zeit, dann hast du in der Not.” Bis zu seinem Tod führte er in Kaisers­klautern sein Restaurant Copy & Pasta. Zu den Stammgästen gehören Silvana Koch-Mehrin und Helene Hegemann.

Tesler starb im Alter von 74 Jahren an chronischer kompilatorischer Kuratoristik. In dieser Woche wurde Tesler per “Steuerung + C”/“Steuerung + V” beigesetzt.

Anzeige

Von 1933 bis 1938 in Philadelphia geboren

Tesler war eng befreundet mit Tony Verna, dem Erfinder der Sport-Zeitlupe. Tony “The Slowmaster” Verna starb bereits 2015 im Alter von 81 Jahren. In Zeitlupe wären das 800 Jahre.

Verna wurde von 1933 bis 1938 in Philadelphia geboren. Sein grundsätzliches Interesse an Verzögerungen aller Art zeigte sich schon im frühen Kindesalter, als er allein für das Anziehen seines linken Schuhs mehrere Wochen benötigte.

Nach 27 Jahren Highschool studierte er Prokrastination und Lethargie am Rudolf-Scharping-Institut für Phlegma und Stagnation in Slowenien.

Zerfallsprozesse an Philipp Lahm

Durch einen Zufall beim mehrwöchigen Beobachten von Zerfallsprozessen an Philipp Lahm entdeckte Verna die Radio-Inaktivität. Nur wenige Jahrzehnte später wurde Verna Präsident der Academy of Slow Motion Picture Arts and Sciences in Langsamenhagen. Er heiratete danach die Tochter eines Schneckensammlers aus Ohio, die nach elfjähriger Schwangerschaft gesunde Zwillinge zur Welt brachte: Instant und Replay.

Anzeige

Wasserball in Vanillepudding

Schon in dieser Zeit experimentierte Verna mit revolutionären Entschleunigungstechniken im Sport (Kugelstoßen mit 150-Kilo-Kugeln, Hindernislauf mit verbundenen Augen, Wasserball in Vanillepudding, rhythmische Sportgymnastik in rostigen Ritterrüstungen).

Die Gründung seines eigenen Sportkanals Slow Fox News verlief schleppend. Mottosong des Senders: “Let It Slow” von Jan Delay. Verna zeigte dort neben Pfahlsitzen und Schach auch schnellere Sportarten wie Freihändig-auf-den-Bus-Warten und Goldlackpantomime.

Er starb 2015 in seinem noch nicht fertiggestellten Haus am Largo Maggiore an einem Ermüdungsbruch. Auf seinem Grabstein steht „Ewig währt am längsten – Saumselig sind die Sanftmütigen“. Seine Beerdigung fand von März bis Oktober statt.

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen