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Catwalk auf den Champs-Elysées in Paris

  • Zwanzig riesige Katzen haben sich am Rande der Pariser Champs-Elysées breitgemacht.
  • Die Kunstwerke des belgischen Künstlers Philippe Geluck sind eine willkommene Ablenkung in einer Zeit, in der fast alle Museen zu sind.
  • In Frankreich ist gerade ein dritter, landesweiter Lockdown verhängt worden.
Lisa Louis
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Paris. Katzen mochte Philippe Geluck schon, seitdem er klein war. Da hatte nämlich einer seiner Nachbarn ein besonders moppeliges Exemplar, das „Passe-partout“ (Dietrich) hieß. Doch anders als der Name vermuten ließ, schaffte es das Tier eines Tages nicht durch einen Türspalt – eben wegen seines Umfangs. Damals machte der junge Geluck seinen ersten Gag: „Passe-partout passe nulle part“, sagte er – Dietrich kommt nirgendwo durch.

Eine kindliche Zuneigung, die der nun 66-jährige belgische Künstler jedoch erst Jahre später beruflich umsetzte: nämlich als die belgische Zeitung Le Soir ihn 1983 anstellte, um regelmäßig Katzencomics zu zeichnen. So entstand „Le Chat“ – die sprechende Katze. Mit ihren humorvollen, aber auch teils tiefgründigen Witzen ist er auf der ganzen Welt berühmt geworden. Rund 14 Millionen Exemplare seiner Comicalben hat er in den vergangenen 30 Jahren verkauft. Das sollte den Künstler auch persönlich stolz machen, denn: „Die Katze, das bin ich in dick“, erklärt er gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

„Ich wollte etwas Spektakuläres erschaffen“

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Zum ersten Mal hat sich diese Katze nun in tonnenschwere Skulpturen verwandelt – und zwar zwanzig davon. „Ich wollte etwas Spektakuläres erschaffen“, sagt Geluck. „Und Skulpturen mochte ich schon immer – ich frage mich sogar, ob Bildhauer nicht vielleicht meine eigentliche Berufung ist...“ Über zwei Jahre hinweg in Belgien hergestellt, dürfen die Katzen sich erst mal bis Juni in Paris ausruhen. Dann gehen sie auf Reisen – durch Frankreich, nach Italien, in die Schweiz und nach Luxemburg. 2024 ziehen sie schließlich in Gelucks neues Katzenmuseum in Brüssel ein.

Mit dabei auf dem Catwalk voller ironischem Humor ist zum Beispiel „Romeo und Julia“ – eine Katze, die zu ihrem Geliebten hochguckt, der ein Vogel ist. Eine andere Katze liegt seitwärts auf einem von ihr zerquetschten Auto. „Ausnahmsweise überfährt mal eine Katze ein Auto – und nicht andersherum“, steht unter der Skulptur. Eine Fakir-Katze sitzt stoisch auf den Schnabelspitzen von lauter Vögeln. Wieder eine andere übt sich trotz ihrer Beleibtheit in einer Ballettpose – nicht jedoch ohne die Hilfe einer Maus.

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Zwanzig riesige Katzen-Kunstwerke des belgischen Künstlers Philippe Geluck stehen am Rande der Pariser Champs-Elysées. © Quelle: Lisa Louis

Gedenken an Opfer des Terroranschlags auf „Charlie Hebdo“-Redaktion

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Auch eine Märtyrerkatze gibt es: Sie steht mit dem Rücken an einem Pfahl und ist von vielen bunten Stiften erstochen. „Diese Skulptur durfte bei meiner Ausstellung nicht fehlen“, sagt Geluck. „Ich wollte meine Kollegen, die für ihre Zeichnungen getötet worden sind, würdigen – vor allem die des Pariser Satiremagazins ‚Charlie Hebdo‘, die bei einem Terroranschlag im Januar 2015 getötet worden sind.“ Dennoch ist die Skulptur auch ein Zeichen dafür, dass sich das Leben trotzdem nicht unterkriegen lässt: Auf den Stiften sitzen singende Vögel.

Seit der Ausstellungseröffnung vor gut einer Woche haben sich schon zahlreiche Besucher an den Champs-Elysées eingefunden. Eine willkommene Abwechslung in Zeiten eines erneuten Lockdowns wegen Covid-19. Auch, wenn bei all dem Katzeneifer so manch einer die noch immer wichtigen Abstandsregeln vergisst.

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