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Konzertverband zu Corona-Plänen: In der Branche herrscht Hoffnungslosigkeit

  • Wegen der Omikron-Variante des Coronavirus planen Bund und Länder neue Einschränkungen.
  • Betroffen ist davon auch die Veranstaltungsbranche.
  • Deren Bundesverband spricht von Hoffnungslosigkeit – den Veranstaltern gehe es noch schlechter als im vergangenen Jahr.
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Hamburg. Der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft reagiert besorgt auf die Corona-Pläne der Politik. „Der 20-monatigen Perspektivlosigkeit der Branche folgt nun auch noch die Hoffnungslosigkeit“, sagt der Präsident des Verbandes, Jens Michow, auf Anfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND).

„Alle bereits 2019 für das erste Halbjahr 2020 geplanten Konzerte, die zunächst auf den Herbst des Jahres, dann auf das Frühjahr 2021, dann wieder aufgrund des Lockdowns auf den Herbst und Winter verschoben wurden, werden nun wohl ein weiteres und damit ein fünftes Mal in das Jahr 2022 verlegt werden müssen. Unsere Konzertbesucher haben längst das Vertrauen in unsere Veranstaltungsankündigungen verloren. Unter diesem Kollateralschaden werden wir noch lange leiden.“

Bund und Länder wollen am Dienstag über schärfere Corona-Maßnahmen beraten. Wie aus dem Entwurf der Beschlussvorlage hervorgeht, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt, sind wegen der Omikron-Variante weitere Beschränkungen geplant.

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„Branche steht schlechter da als im vergangenen Jahr“

So sollen auch Clubs und Diskotheken ihre Innenbereiche schließen. Überregionale Sport-, Kultur- und vergleichbare Großveranstaltungen sollen zudem mit deutlich weniger Besuchern stattfinden. Veranstaltungen in geschlossenen Räumen oder im Freien dürfen demnach nur noch mit einer Auslastung von 30 bis 50 Prozent stattfinden.

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„Die Branche steht heute weitaus schlechter da, als dies noch im vergangenen Jahr der Fall war“, sagt Michow. Im Januar müssten etwa eine große Zahl im Jahr 2020 ausgegebener Gutscheine eingelöst werden – schließlich ging man davon aus, dass sie in diesem Jahr für Nachholveranstaltungen genutzt würden. „Diese durften aber bekanntlich nicht oder nicht wie geplant stattfinden.“ Die erwarteten Einnahmen der Veranstalter blieben daher aus.

„Die Gutscheininhaber konnten mit einem Verzicht auf die Einlösung ihrer Gutscheine einen substanziellen Beitrag zum Erhalt der kulturellen Vielfalt des Kulturangebots leisten. Dieses wäre erheblich ärmer, wenn zukünftig nur noch Veranstaltungen mit den großen Stars stattfänden und die Veranstalter der kleinen Jazz-, Blues- oder auch klassischen Konzerte die Krise wirtschaftlich nicht überlebten“, sagt Michow.

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Kontaktbeschränkungen geplant

Das Forum Veranstaltungswirtschaft, die Allianz der maßgeblichen Verbände der Branche, fordere vom Bund einen „Marshallplan“, also ein umfassendes Sonderprogramm für den Wirtschaftszweig, wie Michow sagt. „Es muss eine Laufzeit bis mindestens Ende kommenden Jahres haben.“

Die Einschränkungen im Veranstaltungsbereich sind nicht die einzigen, die Bund und Länder planen. Ab dem 28. Dezember 2021 sollen private Zusammenkünfte von Geimpften und Genesenen nur noch mit maximal zehn Personen erlaubt sein. Sobald eine ungeimpfte Person an einer Zusammenkunft teilnimmt, gelten die Kontaktbeschränkungen für ungeimpfte Personen.

Dies bedeutet weiterhin, das Treffen ist auf den eigenen Haushalt und höchstens zwei Personen eines weiteren Haushaltes beschränkt. Ab dem 28. Dezember sollen zudem in der Bundesliga offenbar nur noch Geisterspiele ohne Publikum stattfinden.

RND/msc

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