Komödie „La Gomera“ – Sie pfeifen auf die Polizei

  • Rumänisches Kino ist gefühlt monochrom – grauer Beton unter grauen Himmeln.
  • Regisseur Corneliu Porumboiu nimmt in seiner Komödie „La Gomera“ (Start am 13. Februar) Abschied von dieser Tristesse.
  • Auf der sonnengebadeten Kanareninsel geraten ein korrupter Polizist und eine femme fatale aneinander – sehenswert.
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Was der Name La Gomera genau bedeutet, liegt im Dunkeln. Gehen wir davon aus, dass er für irgendwas wie „die Sonnenschöne“ oder „die Lichtgebadete“ steht. Etymologische Hinweise darauf fehlen, aber so kommt die Kanareninsel in der Gangstergeschichte „La Gomera“ rüber. Das rumänische Kino, weltweit erfolgreich seit Cristian Mungius Abtreibungsdrama „4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage“ (2007), zeigt sonst gefühlt nur Betonszenarien unter grabgrauen Himmeln. Von dieser Tristesse nimmt Regisseur Corneliu Porumboiu („Der Schatz“) jetzt mal Urlaub. Hinein ins Licht, hinein ins Genrekino!

Wo sich der bestechliche Polizist Cristi (Vlad Ivanov) auf Reisen begibt. Auf La Gomera soll er Zsolt (Sabin Tambrea) aus der Haft befreien, von dem er sich Auskunft erhofft über den Verbleib von 30 Millionen Euro. Dazu muss Cristi die gomerische Pfeifsprache erlernen, mit der die örtlichen Ganoven kommunizieren und mit der sie zugleich auf die Polizei pfeifen.

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Eine Schicksalsfrau namens Gilda gabs schon in Hollywood

Der Untertitel „Verpfiffen und verraten“ weist bereits darauf hin: Die Figuren hier sind allesamt schräge Vögel, der Ernst von Cristis Lage – rumänische Korruptionsbeauftragte überwachen seine Schritte – wird heiter unterfüttert. Porumboiu zitiert dabei bis zur bildschönen femme fatale das klassische US-Kino. Gilda heißt die Schicksalsfrau, und so hieß auch schon die berühmteste aller Film-noir-Ladys.

Rita Hayworth legte im Melodram-Thriller „Gilda“ ihren Handschuhstriptease hin und wurde zur Hollywoodgöttin der Vierzigerjahre. Auch für die zauberhafte Catrinel Marlon dürfte der bemerkenswerte Auftritt in „La Gomera“ mit einem Karriereaufschwung einhergehen.

„La Gomera“, Regie: Corneliu Porumboiu, mit Vlad Ivanov, Catrinel Marlon, 97 Minuten, FSK 12