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Aschermittwoch nach gedämpftem Karnevalsspaß – virtuelle Nubbel-Verbrennung in Köln

  • Am Aschermittwoch ist alles vorbei - doch die Pandemie hat das Faschingstreiben ausgebremst.
  • Auch die traditionelle Verbrennung der Kölner Karnevalsfigur Nubbel fand diesmal am Dienstagabend nur virtuell statt.
  • Jetzt hoffen die Karnevalisten auf die nächste Saison.
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Köln/München. Der Aschermittwoch beendet traditionell den Straßenkarneval - doch sind die tollen Tage ihrem Ruf diesmal nicht gerecht geworden. Wegen Corona waren Karnevalszüge, Sitzungen und ausgelassenes Treiben auf den Straßen nicht möglich. Auch die traditionelle Verbrennung der Kölner Karnevalsfigur Nubbel, die stellvertretend für die begangenen Sünden büßt, fand diesmal am Dienstagabend nur virtuell statt.

Viele Vereine hätten in den vergangenen Monaten aber dennoch versucht, ihre Mitglieder zu erreichen, und das sei unter den gegebenen Umständen auch vortrefflich geglückt, sagte der Kölner Karnevalspräsident Christoph Kuckelkorn der Deutschen Presse-Agentur. „Ich war überrascht, dass sich sogar sehr kleine und konservative Vereine digital neu aufgestellt haben. Es gibt ganz viele Formate, die sich jetzt neu etabliert haben.“

Hoffen auf die nächste Saison

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Sven I., der als erster Prinz in der 200-jährigen Geschichte des Kölner Verbandskarnevals zwei Jahre im Amt bleiben wird, sagte auf die Frage, ob die nächste Saison wohl wieder normal laufen werde: „Das kann ich gar nicht einschätzen. Da möchte ich mir aber auch gar keine Gedanken drum machen. Der Kölner an sich hat ja in seinem Denken und in seinem Handeln eine gewisse Leichtigkeit.“

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Am Aschermittwoch beginnt nach christlichem Verständnis die Fastenzeit - sie dient als Vorbereitung auf Ostern. Der Gegensatz zwischen buntem und lautem Faschingstreiben und der Aschermittwochs-Botschaft „Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst“ könnte nicht größer sein. Auch wenn 2021 wegen der Corona-Pandemie keine öffentlichen Faschingsveranstaltungen erlaubt waren - die Fastenzeit folgt nun trotzdem.

Normalerweise zeichnet in den katholischen Gottesdiensten ein Seelsorger ein Aschekreuz auf die Stirn der Gläubigen. Dieses Ritual fällt in diesem Jahr den Hygiene- und Abstandsregeln zum Opfer. Stattdessen wird die Asche aufs Haupt gestreut.

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Gesegnete Asche

Man folge der Empfehlung der Liturgiekongregation aus Rom, teilte eine Sprecherin des Erzbistums München-Freising mit. Darin heißt es, dass der Priester im Altarraum die Asche segnet und mit Weihwasser besprengt. Dann reinigt er sich die Hände und setzt sich einen Mund-Nasen-Schutz auf. Statt das Kreuz auf die Stirn der Gläubigen zu zeichnen, streut er Asche auf den Kopf. Gesprochen wird dabei nicht. Wie auch sonst bei Gottesdiensten derzeit üblich, gibt es keine gemeinsam gesungenen Lieder, die Besucher müssen FFP2-Masken tragen - und das Platzangebot ist begrenzt.

Im Münchner Liebfrauendom steht der Gottesdienst zum Aschermittwoch normalerweise im Zeichen der Kunst. Den „Aschermittwoch der Künstler“ gibt es in diesem Jahr zwar auch - aber unter den üblichen Corona-Auflagen. Und die Darbietungen der Künstler entfallen.

RND/dpa

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