• Startseite
  • Kultur
  • Kinderheldin Connis Corona-Band – Hilfe für Eltern oder „Staatspropaganda“?

Kinderheldin Connis Corona-Band – Hilfe für Eltern oder „Staatspropaganda“?

  • Die kleine Conni mit der roten Schleife kennt seit nun bald 30 Jahren jedes Kind.
  • Mit ihrem Band über Corona hat sie einen besonderen Auflagenerfolg erzielt – vielen Eltern hilft es, ihrem Nachwuchs die Welt unter Pandemiebedingungen zu erklären.
  • Aber es gibt auch Kritik im Netz, Verschwörungstheoretiker bezichtigen die Conni-Macher der „Staatspropaganda“.
Anzeige
Anzeige

Conni Klawitter kennt jedes kleine Mädchen. Die Kinderbuch-, Pixiband- und Hörspielheldin von Liane Schneider (deren Tochter Cornelia Pate für die Figur stand) eroberte 1992 die Herzen der Kleinsten mit dem Kinderbuch „Conni kommt in den Kindergarten“. Erzählt wird aus der Erlebenswelt eines Kindes, das Conni in den vergangenen fast 30 Jahren denn auch geblieben ist.

Schon das Cover sagt: Wir schaffen das

Der „Conni-Lesemaus“-Band „Conni macht Mut in Zeiten von Corona“ wurde nun kontrovers aufgenommen. Die blonde Conni mit der roten Schleife im Haar lächelt darauf den Leser zuversichtlich an – wie immer. Schon das Cover sagt: Wir schaffen das. Die gute Absicht: Kindern Coronavirus und Lockdown kindgerecht zu erklären.

Anzeige

Conni selbst ist im Buch irritiert durch die ungewöhnlichen Umstände, die die Pandemie mit sich bringt. Papa Jürgen beruhigt sie und erklärt ihr, warum sie nicht in den Kindergarten gehen kann, ihre Freundinnen nicht treffen kann, warum der Spielplatz tabu ist und plötzlich alle Menschen ihre Gesichter hinter Masken verbergen.

Kinder sehen, dass es Conni auch so geht wie ihnen

Ein Buch, dass Eltern helfen kann – schon weil Kinder sehen, dass es ihrem Liebling Conni nicht anders geht als ihnen. Fiktion als Unterstützung bei der Wirklichkeitsbewältigung. Unter den Bewertungen des Onlinebuchhändlers Amazon ist zwar auch mal von „perfider Manipulation von Kindern“ die Rede, die Mehrheit der dort sich äußernden Eltern ist indes dankbar für die „Aufklärungshilfe“.

In der Tageszeitung „Welt“ wurde indes jüngst über Verschwörungstheoretiker berichtet, die das Heft als „Staatspropaganda“ bezeichneten. Frank Kühne, bei Carlsen verantwortlich für Titel für bis zu zehn Jahre alte Leser, zeigte sich unbeeindruckt. Die meisten dieser Kritiker - angeblich wurden sogar Morddrohungen geäußert - hätten das Buch gar nicht selbst in Augenschein genommen.

Programmchef Kühne: Die Kritiker kennen den Band oft gar nicht

„Sie reagierten nur auf ein Video eines Querdenkers im Netz, der Conni ebenfalls thematisiert hatte“, erzählte der Prorammchef in „Welt“. „Wir wollen mit den Conni-Büchern Kinder in ihrem Alltag begleiten“, so Kühne weiter. Diversität, Klimaschutz und gleichgeschlechtliche Liebe kämen da ebenso vor wie Kuchenbacken und Schwimmenlernen. Und eben auch Corona.

Der Band erschien im Juni, nachdem das Team des Carlsen-Verlags zwei Monate zuvor die möglichst schnelle Umsetzung der Thematik beschlossen hatte. Die normale Startauflage wurde auf 20.000 verdoppelt, inzwischen wurde es mehr als 120.000-mal verkauft. Einiges ist schon veraltet – Stoffmasken, wie sie Conni näht, sind heute nicht mehr in Gebrauch.

RND/big

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen