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Kartierte Glücksmomente: Die Teenagerromanze „The Map of Tiny Perfect Things“

  • „The Map of Tiny Perfect Things“ ist eine so sympathische wie intelligente Teenagerromanze.
  • Zwei Verliebte müssen aus einem gemeinsamen Zeitgefängnis ausbrechen.
  • Der Regisseur spürt dem Lebensgefühl der jugendlichen Figuren mit viel Feingefühl nach.
Martin Schwickert
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Nur einen kleinen Schubs gibt Mark (Kyle Allen) dem Passanten, der sich verwundert herumdreht, während der Vogelschiss auf dem Gehweg neben ihm landet – und nicht auf seinem Anzug. Solche kleinen Rettungsmanöver sind Marks Spezialität, denn er weiß genau, welches Unheil droht. Der Jugendliche hat allerdings weder Superkräfte noch seherische Fähigkeiten, mit denen er in die Zukunft blicken könnte. Aber er hat die Gegenwart genau studiert, denn sie wiederholt sich für ihn jeden Tag aufs Neue.

Mark ist in einer Zeitschleife gefangen und wacht jeden Morgen am selben Tag auf. Er hat sich mittlerweile an sein redundantes Dasein gewöhnt und versucht, das Beste aus der Situation zu machen. Für ihn selbst bleibt das eigene Handeln ohne Konsequenzen, weil am nächsten Morgen wieder alles so ist wie am Tag zuvor.

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Aber sein immer währendes Eintagsfliegenleben ändert sich, als er im Schwimmbad Margaret (Kathryn Newton) erblickt. Den Wasserball, der jeden Tag um 12.22 Uhr einem anderen Mädchen gegen den Kopf knallt, kickt sie lässig mit einer Hand weg und verschwindet. Mark folgt der mysteriösen Unbekannten, die sich genauso frei wie er durch den vorherbestimmten Tag bewegt.

Seit Bill Murray in „Und täglich grüßt das Murmeltier“ (1993) in eine Zeitschleife geriet, hat sich die Idee längst zu einem eigenen Subgenre entwickelt. Das Spektrum reicht von Zukunftsthrillern wie „Edge of Tomorrow“ (2014) mit Tom Cruise bis hin zu der deutschen Produktion „Hello Again“ (2020), bei der eine Hochzeitsfeier ins Zeitkarussell gerät.

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Regisseur Ian Samuels verfrachtet nun in „The Map of Tiny Perfect Things“ das Sujet in eine Jugendromanze, in der die beiden Verliebten aus dem gemeinsamen Zeitgefängnis ausbrechen müssen. Damit haben die beiden es jedoch nicht sonderlich eilig, denn die tägliche Wiederholung empfinden sie nicht als ermüdend. Gemeinsam erstellen die beiden jenen titelgebenden Stadtplan, in dem die winzigen Glücksmomente, die sich an einem ganz normalen Tag ereignen, eingetragen werden. Die Karte, in der sich die kleinteilige Schönheit des Lebens abbildet, wird für Mark und Margaret zum Schlüssel zu einer Welt, in der sich nicht nur das Datum zu verändern beginnt.

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„The Map of Tiny Perfect Things“ beruht auf einer Kurzgeschichte von Lev Grossman. Der US-Autor stürmte 2009 bereits mit der ebenfalls verfilmten Fantasyromantrilogie „The Magicians“ die Bestsellerlisten.

Auf magische Tricks wird in diesem Zeitschleifenfilm voll und ganz verzichtet. Der Regisseur spürt dem Lebensgefühl der jugendlichen Figuren nach. Und so führt in dieser intelligenten, sympathischen Teenieromanze der Weg hinaus auch nicht über das Austricksen von Raum und Zeit, sondern über die seelische Reifung der Liebenden, die so zum Motor der Veränderung wird.

„The Map of Tiny Perfect Things“, ab 12. Februar bei Amazon Prime, von Ian Samuels, mit Kyle Allen und Kathryn Newton, 99 Minuten

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