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„Jung und schlank“ - Frauenbild in Kinofilmen laut Studie begrenzt

Maria Furtwängler (r), Schauspielerin, und ihre Tochter Elisabeth Furtwängler, Musikerin und Produzentin.

Maria Furtwängler ist seit Jahren in der Filmbranche erfolgreich: Mit ihrer Tochter Elisabeth hat sie eine Stiftung gegründet, die das Frauenbild in Kinofilmen untersucht hat.

Rostock. Die Sichtbarkeit von Frauen im deutschen Kino hat zugenommen, jedoch besetzen sie weiterhin weniger vielfältige Rollen als Männer. Dies ergab eine Analyse der Universität Rostock, die von der von Maria und Elisabeth Furtwängler gegründeten MaLisa Stiftung auf den Weg gebracht wurde. Demnach ist das Bild der im Kino sichtbaren Frau stark begrenzt: „Sie ist jung, schlank und wird im Kontext von Partnerschaft und Beziehung erzählt“, hieß es in einer Mitteilung der Stiftung am Dienstag. Männer hingegen hätten erkennbare Berufe, seien auch mal übergewichtig und würden insgesamt vielschichtiger dargestellt.

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Als positiv wurde hervorgehoben, dass Frauen inzwischen fast ebenso häufig als Protagonistinnen sichtbar seien wie Männer. So lag in der ersten Studie von 2017 (Untersuchungszeitraum 2011-2016) bei zentralen Rollen das Verhältnis von Männern und Frauen noch bei 58 zu 42 Prozent. Im jetzt untersuchten Zeitraum 2017-2020 veränderte es sich auf 53 zu 47 Prozent.

Schwierig wird es der Analyse zufolge aber für Frauen bereits ab Mitte 30: „Während Protagonistinnen und Protagonisten mit zunehmendem Alter im deutschen Kino insgesamt seltener werden, ist dies bei Frauen schon ab Mitte 30, bei Männern erst ab einem Alter von fünfzig Jahren der Fall“, hieß es. Mehr als zwei Drittel der zentralen Figuren mit einem Alter über 50 seien männlich.

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Frauen gibt es nicht in vielen Facetten

„So zeigen deutsche Kinofilme inzwischen zwar mehr Frauen in Hauptrollen, aber bilden nicht die Vielfalt von Frauen in der Realität ab“, teilte die Stiftung mit. Prof. Elizabeth Prommer vom Institut für Medienforschung der Universität Rostock, die die Studie durchführte, zeigte sich davon überrascht, „wie eng der Erzählkorridor für weibliche Filmfiguren nach wie vor ist. Männer gibt es in vielen Facetten, Frauen nicht.“

Auch als Kreative hinter der Kamera seien Frauen weiterhin unterrepräsentiert, ergab die Studie. „So inszenierten sie ein Viertel der deutschen Kinofilme zwischen 2017 und 2020 und waren in 24 Prozent der 390 untersuchten Filme für das Drehbuch verantwortlich“, hieß es. Wenn eine Frau Regie führte oder das Drehbuch schrieb, waren demnach auch deutlich mehr Frauen im Film sichtbar.

Schauspielerin Maria Furtwängler („Tatort“) erklärte, sie freue sich, dass bei der Sichtbarkeit von Frauen in Kinofilmen deutliche Fortschritte erkennbar seien. „Allerdings können wir uns keinesfalls entspannt zurücklehnen, denn weder der Alters-Gap noch stereotype Darstellungen der Geschlechter sind überwunden.“

RND/dpa

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