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John Krasinski überredete Ehefrau Emily Blunt zu „A Quiet Place 2“

  • Eigentlich wollte Emily Blunt nicht in der Fortsetzung des Horror- und Sci-Fi-Thrillers „A Quiet Place“ (Kinostart: 24. Juni) mitwirken.
  • Aber Ehemann und Regisseur John Krasinski überredete sie mit der starken Story des Sequels.
  • In dem Film über blinde Alienmonster, die auf Geräusche reagieren, verarbeitete Krasinski eigene Ängste, wie er im RND-Interview verriet.
Dierk Sinderman
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John Krasinski hatte nicht nur eine glänzende Idee für die Fortsetzung seines Erfolgsfilms „A Quiet Place“ – sie führte auch zu einem Problem. Denn seine Hauptdarstellerin Emily Blunt hatte ihm sehr deutlich gemacht, dass sie für einen zweiten Teil des Horrorthrillers (er soll nach mehrfacher Verschiebung am 24. Juni in den deutschen Kinos anlaufen) nicht zur Verfügung stehen würde. Der Vorteil für Krasinski, der als Drehbuchautor, Produzent und Regisseur fungiert: Er ist mit seinem Star verheiratet. So konnte er den richtigen Zeitpunkt und vor allem den richtigen Ort abwarten, um erfolgreich seine Überredungskünste einzusetzen: „Wir waren an einem Traumstrand auf Hawaii. Und ich habe ihr dort die erste Szene detailliert beschrieben. Am Ende meinte sie nur: ‚Dann werde ich wohl doch in diesem Film sein‘.“

Herr Krasinski, was genau fand Emily denn so überzeugend?

Dass wir alles aus einer anderen Perspektive erzählen und es dennoch eine direkte Fortsetzung ist. Der Familienvater ist tot, das Haus als Rückzugsort ist zerstört und die Mutter muss mit ihren drei Kindern nun im Freien einen Überlebenskampf gegen die geräuschjagenden Kreaturen liefern.

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Der erste Teil war ein Kassenschlager. Welche Zutaten machen Filme erfolgreich?

Die Zuschauer müssen bei der Thematik eine Relevanz für ihr eigenes Leben sehen. Zum Beispiel realisieren die meisten, dass ihnen eine totale Stille Angst macht. Und im zweiten Teil geht es um die gebrochenen Versprechen von Eltern an ihre Kinder. Sagen nicht alle Eltern, dass sie immer für die Kids da sein wollen und sie beschützen werden? Nur kann das niemand wirklich einhalten, weil das gar nicht möglich ist.

Und was würden Sie als Vater von zwei Kinder empfehlen?

Dass man seine Kids so gut es geht darauf vorbereitet, dass sie ihre eigenen Schritte gehen und in der Welt bestehen können. Zum Glück ist unsere Welt nicht so furchterregend wie im Film.

Sie sind durch die Kultserie „The Office“ berühmt geworden. Nervt es Sie, wenn Sie von Fans noch immer auf die alte Rolle als Jim Halpert angesprochen werden?

Nein, weil diese Rolle mein Leben auf die beste Weise verändert und vor allem verbessert hat. Ich habe dadurch die kreative Freiheit und das Selbstbewusstsein bekommen, einen hochpersönlichen Film wie „A Quiet Place“ zu drehen. Außerdem waren die Jahre am Set von „The Office“ die beste Schule für mich.

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Wieso das?

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Ich habe gekellnert, ehe ich den Part bekommen habe. Am Drehort habe ich vom ersten Tag an alles Wichtige, was mit Filmemachen zu tun hat, gelernt. Ich durfte sogar in der Serie zum ersten Mal auch Regie führen. Ich hätte mir das selbst nie zugetraut. Danach hat es mich echt gepackt und ich wollte von da an unbedingt eigene Filme produzieren.

Werden Sie in Zukunft nur noch hinter der Kamera stehen, oder sehen Sie sich selbst zu gerne auf der Leinwand?

Haben Sie mich etwa gerade als selbstverliebt bezeichnet? Als einen Narzissten? (lacht) Also, ich liebe die Schauspielerei nach wie vor. Und noch ein wenig mehr, nachdem ich auf der anderen Seite stand. Es ist wirklich ein Luxus, am Set auftauchen, Szenen abdrehen und dann wieder nach Hause gehen zu können.

Sonst noch Vorteile?

Ich bleibe nur fit, wenn ich mich auf Rollen vorbereiten muss. Denn anders als meine Frau, die auch ohne Sport immer umwerfend gut aussieht, habe ich weniger Glück mit meinem Körper. Ich muss für meine gute Figur in der Gym richtig schwitzen (grinst).

Erschwert es für einen Regisseur die Arbeit, wenn er mit seiner Hauptdarstellerin verheiratet ist?

Im Gegenteil. Emily ist für mich die beste Schauspielerin der Welt. Ohne Wenn und Aber. Sie ist nicht nur so unglaublich talentiert, sie hilft mir auch, meine Ideen noch besser umzusetzen. Wir holen gegenseitig das Beste aus uns heraus.

Emily hat verraten, dass Sie eine Tradition haben, wenn der Drehtag vorbei ist.

(Lacht) Ach sie meinen unser traditionelles Glas Scotch? Ja, das war immer sehr nett. Natürlich haben wir das nur aus rein beruflicher Sicht getan, weil das uns beide noch kreativer werden lässt.

Der Drehbuchautor John Krasinski hat den Hauptdarsteller John Krasinski im ersten Film sterben lassen …

... was ich irgendwie nicht richtig durchdacht habe in Hinsicht auf eine Fortsetzung. Ich gebe meinem Schauspielagenten die totale Schuld daran. Der hätte sich für mich beim Produzenten einfach mehr einsetzen sollen, dass ich nicht völlig aus dem Drehbuch gestrichen werde (lacht).

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Stammen die schrecklichen Kreaturen im Film aus Ihrer eigenen Fantasie?

Ja. Sie entspringen aus meinen Ängsten. Die Furcht vor der Ungewissheit, die man als Vater spürt, wenn man seine Kinder zu ihrem ersten Tag im Kindergarten abgibt. Oder wenn ich mir vorstelle – Gott bewahre –, dass ich meine Töchter einem anderen Mann am Altar übergeben muss. Es gibt so viele Dinge, die man nicht voraussehen kann. Ich hoffe einfach nur, dass ich für meine Kindern in den schönsten Momenten und auch in ihren dunkelsten da sein kann.

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