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Legende Jim Morrison: Vor 50 Jahren starb der Sänger der Doors

  • Am 3. Juli 1971 starb in Paris Jim Morrison, der Sänger der Rockgruppe The Doors.
  • Bis heute ist sein Grab auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise ein Treffpunkt von Fans.
  • Während das Radio Morrisons Lieder 50 Jahre nach seinem Tod weitgehend ignoriert, laden die Musikstreamingdienste ein, einige der faszinierendsten Musikstücke der Popgeschichte kennenzulernen.
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In den Köpfen der Leute heute ist der Rock-’n’-Roll-Adonis schwarz-weiß. Es gibt dieses sinnliche Poster, das in vielen Jugendzimmern hing. Der schöne Jim Morrison mit freiem Oberkörper, mit wuscheligem Schopf und Träumerblick, einer, mit dem man in den Swinging Sixties gerne mal zur anderen Seite durchgebrochen wäre, den Sturm geritten hätte, zum Mond geschwommen wäre.

In den Köpfen vieler Leute heute ist Jim Morrison quasi allein die Band The Doors. Wer bitte sind Robby Krieger, John Densmore, Ray Manzarek? „Break on Through (to the Other Side)“, „Light My Fire“ und „Riders on the Storm“ sind die Songs, die man bis heute gelegentlich im Radio hört. Der Rest von den sechs Alben der US-Band? Man muss sie in der CD-Sammlung der Eltern, in Opas Vinylregal oder in den digitalen Welten von Spotify oder Apple Music entdecken.

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Als erstes vielleicht das Lied aus Francis Ford Coppolas Film „Apocalypse Now“ (1979). Das war gut, cool, kongenial zur Vietnam-Kriegsgeschichte des Films: „This is the end, my only friend, the end“, sang Jim Morrison. Elf Minuten, fünfunddreißig Sekunden. Intensiv.

Am Grab herrscht eine Stimmung von Liebe und Frieden

Am 3. Juli 1971 starb der Poet, Sänger und verhinderte Filmregisseur Morrison 27-jährig in Paris in einer Badewanne, während seine Freundin Pamela Courson nebenan schlief. Offiziell war es das Herz. Auf dem Friedhof Père Lachaise liegt er in einem Grab mit Stein ohne Schmuck – Nummer fünf, sechste Division, zweite Reihe. Eine Büste wurde 1988 gestohlen, die Jimbo-Fans ließen gern Kippen und Flaschen liegen, manchmal sogar Kondome. 2004 wurden Metallzäune aufgestellt, um die Vermüllung zu stoppen. Inzwischen sind auch die Gitter bunt und mancher kraxelt wohl drüber. Das Grab ist jedenfalls geschmückt mit Blumen und Bildern.

Und es herrscht eine Atmosphäre von Liebe, Frieden, Verständigung. Leute spielen Akustikgitarre, singen Lieder der Doors, auch die, die das Radio nicht kennt: „Let’s swim to the moon, uh-huh“, lautet eine Zeile aus „Moonlight Drive“. Das Licht des Trabanten, heißt es, ist in manchen Nächten ein Fluidum, in dem man schweben kann.

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Der Film wollte Mythos und Wahrheit zugleich erschaffen

Als die Erinnerung an die Doors immer mehr verblasste, wollte Oliver Stone, der Regisseur von „Platoon“ und „JFK“, der Welt Jim Morrison wiedergeben. Ein Bärendienst. In dem Film „The Doors“ von 1991 zeigte er uns einen Narzisst mit Goldmund, einen Säufer, Schläger, Selbstdarsteller, Frauenfeind. Einen, der für viele junge Leute Anführer war, aber offenbar die Spuren selbst nicht lesen konnte. Heldenentehrung.

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Stone wollte Mythos und Wahrheit zugleich erschaffen, einen dunklen Engel oder Ähnliches. Als man aus dem Kino ging, dachte man: „Blödmann.“ Meinte den Filmemacher, aber durchaus auch den von Val Kilmer gespielten Film-Morrison.

Man hat sich Jim Morrison seitdem längst zurückerobert. Über die mächtigen Metaphern der Lieder, den lasziven Gesang. Da sucht, leidet, brennt einer, das liest man nicht aus Biografenworten, erblickt man nicht in Filmbildern. Man hört es aus der Stimme, wenn die Alben „Strange Days“ oder „Morrison Hotel“ auf dem Plattenteller kreisen und vom langen Gebrauch traut knistern.

„Wenn die Musik vorbei ist, macht das Licht aus“

Als Morrison starb, war er aufgedunsen, ungepflegt, zerrissen, hatte den Popstartraum beendet und träumte vom Dichtersein. „Wenn die Musik vorbei ist, macht das Licht aus“, hatte er in „When the Music‘s Over“ gesungen.

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Und immer wieder waren der „big sleep“ und die „andere Seite“ in den Texten aufgetaucht. Manche glauben, dass sein Tod zum Plan gehörte, eine frühe Vollendung. Und andere glauben noch heute, dass dieses Sterben in Paris eine Inszenierung war, eine biografische Täuschung, dass Jim Morrison noch irgendwo da draußen ist, grau und froh, dass er dem mörderischen Biz von der Schaufel gesprungen ist. Vielleicht lebt er noch. Vielleicht ist er zum Mond geschwommen. Wer weiß?

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