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James Bond soll ein Mann bleiben? Es ist Zeit für Mrs. 007!

Produzentin Barbara Broccoli legte James Bonds Geschlecht als unverrückbar männlich fest - aber wie wäre es denn mit etwas Neuem?

Man hat ja auch mal genug von Mann! Gefühlt sind alle Kerle mit der Lizenz zum Schauspiel schon mal James Bond gewesen, sogar Woody Allen (er war 1967 James Bond Junior) und David Niven (er war im selben Jahr der pensionierte Sir James Bond).

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Das vermeintlich starke Geschlecht ist inhaltlich auch komplett ausgereizt für Bond, nachdem der hartgesottene Daniel Craig als 007 immer wieder Schwäche zeigte, uns tiefer hineinblicken ließ in die Seele des Superagenten, der durch die verlorene Liebe traumatisiert wurde („Casino Royale“) und der bis tief in die Abgründe der eigenen Familiengeschichte vorstieß („Skyfall“). Was soll noch kommen? Ein Spa-Bond, der ständig den Therapeuten wechselt und seine Gegner totstreichelt?

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„Er kann jede Hautfarbe haben, aber er ist männlich“, hat Produzentin Barbara Broccoli ihr Basta via „Variety“ in die Welt geworfen und damit eine historische Chance verpasst. Sie schien von der zuletzt von Pierce Brosnan propagierten Idee des Geschlechterwechsels geschüttelt, nicht gerührt zu sein. „Ich bin nicht besonders interessiert, einen männlichen Charakter zu nehmen und ihn von einer Frau spielen zu lassen. Ich denke Frauen sind viel interessanter, als so mit ihnen umzugehen“, redete sie sich heraus. Und fordert dann noch: „Starke Frauencharaktere“ sollten geschaffen werden.

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Starke Actionfrauen gibt es bereits zuhauf – aber keine James Bond

Starke Frauencharaktere schaffen? Als gäbe es die nicht schon zuhauf. Die Filmgeschichte reicht von Monica Vittis „Modesty Blaise“ (1966) bis Jennifer Lawrence‘ Dominika in „Red Sparrow“ (2018). Zuletzt gab's „Captain Marvel“ (Brie Larson) und „Wonder Woman“ (Gal Gadot). Und haben Sie mal gesehen, wie Charlize Theron in „Atomic Blonde“ hinlangt, Mrs. Broccoli? Stärker geht Frau ja wohl nicht.

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Nein, es geht uns um den weiblichen Bond. Man wäre damit noch nicht einmal die Speerspitze der Gendergerechtigkeit. Marvel und Disney haben als nächsten Film-„Thor“ auch eine Frau angekündigt, die den Hammer Mjölnir anstatt des anderweitig beschäftigten Original-„Thor“ Chris Hemsworth schwingen soll. Warum also so mutlos, Mrs. Broccoli? Gerade Sie müssten Ihrem Geschlecht eigentlich bislang versperrte Wege bahnen.

Es darf keine Bondine daraus werden, keine Jane!

Natürlich soll keine Witzfigur aus 007 werden, keine Jane Bondine. Man sollte getrost beim Namen James bleiben. Die Heldin der jüngsten „Star Trek“-Serie „Discovery“ heißt schließlich auch Michael, und hat uns nicht schon Johnny Cash vom „Boy named Sue“ gesungen? Nichts ist heutzutage doch langweiliger als die sexuelle Eindeutigkeit, die sofortige Zuweisbarkeit. Alles muss schillern – dann erzeugt es in den kommenden neuen wilden Zwanzigern Spannung.

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Wäre jedenfalls cool gewesen, wenn uns der alte James Bond mit seinem 26. Film noch einmal überrascht hätte. Wenn die Bond-Aspirantin Rachel Weisz sich an der Bar einen Martini bestellt hätte, wenn eine kühle Gillian Anderson am Hoteltresen die Vorstellung „Bond, James Bond“ übernommen hätte.

Frauen können spätestens seit den Zeiten von Emma Peel („Mit Schirm, Charme und Melone“) Karate und sie können gewiss auch Pirouetten mit einem Aston Martin DB 5 fahren und dabei Maschinenpistolen aus den Scheinwerferlöchern abfeuern. Was ein Daniel Craig schafft, hätte auch Lashana Lynch geschafft, deren Name im Herbst als Craig-Nachfolgerin umging. Überhaupt: Eine schwarze James Bond – das wär's gewesen.

Schade. Jammerschade. Vielleicht sollte einfach mal eine neue Produzentin das Bond-Franchise übernehmen. Es ginge natürlich auch ein Produzent.

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