James Bond erneut verschoben: Trotzdem ein Quantum Trost

  • Schon wieder wird der Bond-Film „Keine Zeit zu sterben“ verschoben – nun auf den 8. Oktober.
  • Für die weltweit von der Corona-Krise gebeutelten Kinos ist das eine Horrorbotschaft.
  • Zugleich aber liegt in der Entscheidung der Bond-Produzenten ein Funken Hoffnung.
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Die Welt hat James Bond nach offizieller Zählweise schon 24 Mal gerettet. Mit dem Kino tut er sich dagegen schwerer: Schon wieder wird das 25. Agentenabenteuer „Keine Zeit zu sterben“ wegen der Corona-Pandemie verschoben, wie die Bond-Produzenten nun bekannt geben.

Überraschen dürfte diese Nachricht niemanden mehr. Entsprechende Gerüchte kursierten seit Tagen. Der ursprüngliche weltweite Starttermin wäre Anfang April gewesen, nun soll es Oktober werden.

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Für Kinobetreiber ist das eine gruselige Botschaft. Kein anderer Film ist für sie inzwischen mit einer solchen Bedeutung aufgeladen wie dieser. Schafft es Bond endlich auf die Leinwand, könnte das Schlimmste vorbei sei. Die Bond-Macher gehörten zu den ersten, die die Bedrohung durch Corona erkannt hatten, nun sollen sie eine ganze Branche zurück in eine bessere Zukunft führen.

Dem Geheimagenten wird damit eine Herkulesaufgabe aufgebürdet. Nur kann er sie dieses Mal weder mit britischer Coolness noch mit Spezialanfertigungen seines Waffenmeisters Q lösen. Gegen ein Virus ist auch der beste Mann seiner Majestät machtlos.

Zittern und bangen

Die Kinos müssen also weiter zittern und bangen – während Netflix derweil mehr als 200 Millionen Abonnenten weltweit vermeldet. Wer weiß, ob diese Millionen sich in besseren Zeiten wieder vom Sofa erheben und den Blick vom Beamer in ihrem Wohnzimmer lösen.

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Und wie viele Kinos werden nach dem Ende der Pandemie ihre Türen gar nicht mehr öffnen? In Deutschland ist vom Kinosterben glücklicherweise bislang wenig zu hören. In anderen Ländern wie den USA oder England sieht das schon viel düsterer aus.

Neues Geschäftsmodell?

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Die Crux aber bleibt einstweilen bestehen: Solange keine potenziellen Blockbuster zur Verfügung stehen, können zumindest die größeren Kinobetreiber nicht wieder ins Geschäft kommen. Und solange die Kinos so viele Sitze wegen der Pandemie frei lassen müssen, halten die Hollywoodstudios ihre einträglichsten Werke zurück.

Warner hat bereits angekündigt, Filme wie „Dune“, „Matrix 4“ und „The Suicide Squad“ in diesem Jahr zeitgleich in den US-Kinos und beim konzerneigenen Streamingdienst zu starten. Das Studio beteuert, dass dies eine einmalige Regelung und den schwierigen Bedingungen geschuldet sein soll. Die parallele Auswertung könnte sich unverhofft aber auch zum Testballon für ein neues Geschäftsmodell entwickeln.

Vielleicht sollte man die erneute Verschiebung aber auch einmal ganz anders bewerten: Es hätte noch viel schlimmer kommen können. Denn zumindest James Bond bleibt dem Kino treu. Es soll Verhandlungen der Produzenten mit Streamingdiensten über einen Verkauf des Films gegeben haben. Letztlich widerstanden die Bond-Verantwortlichen dieser Versuchung.

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Vielleicht braucht ja nicht nur das Kino dringend Bond, sondern Bond braucht umgekehrt auch das Kino. Oder um es mit dem Titel eines früheren Bond-Films mit Daniel Craig zu sagen: Für die Kinos steckt auch in diesem erneuten Tiefschlag ein Quantum Trost.

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