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Rosalie Thomass als Chaosqueen

Wildes Weibertrio: Die Komödie „Jagdsaison“ setzt auf „Hangover“-Humor

Erholung muss sein: Rosalie Thomass (von links) als Eva, Marie Burchard als Marlene und Almila Bagriacik als Bella in einer Szene des Films „Jagdsaison“.

Erholung muss sein: Rosalie Thomass (von links) als Eva, Marie Burchard als Marlene und Almila Bagriacik als Bella in einer Szene des Films „Jagdsaison“.

Die Kumpel in deutschen Komödien sind nicht mehr männlich, sondern weiblich. In „JGA“ machten drei Grazien Mallorca unsicher, in „Liebesdings“ nahmen rigorose Feministinnen Elyas M`Barek an die Kandare, nun schließt sich Aron Lehmann dem Trend mit „Jagdsaison“ an, dem Remake des dänischen Kassenknüllers „Jagtsaeson“ (2019).

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Drei Thirtysomethings ziehen mit giftigen Dialogen in den Zickenkrieg. Finanzbeamtin Eva (Rosalie Thomass) hadert damit, dass die reiche, schöne und rundum perfekte Influencerin Bella (Almila Bagriacik) ihr den Mann vor drei Jahren ausgespannt hat und obendrein bei ihrer Tochter Vertrauen gewinnt, außerdem noch ihre beste Freundin Marlene (Marie Burchard) zum Yoga verführt und scheinbar um den Finger wickelt.

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Als sich Marlenes scharfer Flirt von einem Norwegen-Trip zu einem Jagdausflug anmeldet, spielen ihre Hormone verrückt. Statt Eisprungsex nach Stundenplan mit dem langweiligen Gatten plant sie einen Seitensprung. Dafür arrangiert Bella ein Luxus-Wellness-Wochenende in einem Hotel, wo die Frustrierte sich den Schwarm „aus dem Kopf vögeln“ soll. Um den möglichen Fehltritt zu verhindern, fährt Chaosqueen Eva knurrend mit und sorgt für Katastrophen ohne Ende.

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Regisseur Lehmann verabschiedet sich von seinem erfrischenden Humor in „Das schönste Mädchen der Welt“ und wechselt ins Lager derber Späße und des Fremdschämens. Da bleibt nichts ausgespart, vom misslungenen Intimwaxing am Po, versehentlich verschickten Fotos von dunklen Körperöffnungen, Demolierung von Hoteleinrichtungen oder falscher Entsorgung von Menstruationstassen. Bei Evas Ritt durch sämtliche Fettnäpfchen bleibt ein toter Hund auf der Strecke und später ein totes Kaninchen, ausgerechnet ihr Geburtstagsgeschenk fürs Töchterchen, das sich aber mehr über den Rassebello von Bella freut.

Lehmanns Lebensgefährtin Rosalie Thomass ist erstmals Co-Autorin mit Lea Schmidbauer und bringt die weibliche Perspektive in diese deutsche Variante des „Hangover“-Humors ein, deftig, direkt und unter der Gürtellinie. Angestoßen wird fröhlich auf „Sisters before Misters“.

Hoch anzurechnen ist es Thomass, dass sie ohne Eitelkeit eine nett-naive, aber nervige Figur mit rosa Haarsträhnchen und Hang zu geschmacklosen Klamotten spielt und keine Angst zeigt, sich in ihrer Rolle bis auf die Knochen zu blamieren. Während die Männer als Nebenfiguren dämliche Witze reißen und sich unwiderstehlich finden, versuchen die Damen trotz aller Albernheiten, zur Tat zu schreiten.

Für jegliche Peinlichkeiten entschädigt das charmant-wilde Weibertrio, das sich mit Lust und Laune auf die Jagd begibt mit (nicht immer gelungenen) Slapstickszenen, einer Portion Skurrilität und am Ende ein bisschen Solidarität. Die tolle Bella darf nach all dem Durcheinander zugeben: „Perfekt sein macht einsam.“

„Jagdsaison“, Regie: Aron Lehmann mit Rosalie Thomass, Almila Bagriacik, Marie Burchard, 93 Minuten, FSK 12

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